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Neue Mietspiegel

Mieten in Dortmund steigen kaum

07.01.2013 | 17:45 Uhr
Mieten in Dortmund steigen kaum
Im Schnitt kostet der Quadratmeter in Dortmund 5 Euro Miete. Im beliebten Kaiserviertel wohl aber meistens etwas mehr.Foto: Jörg Schimmel

Dortmund.   In anderen Städten explodieren die Mieten – in Dortmund steigen sie kaum. In den vergangenen zwei Jahren stieg die Durchschnittsmiete gerade einmal um knapp 1,8 Prozent. Damit liegt die Steigerung unter der Inflationsrate von 2,3 Prozent. Im Schnitt kostet der Quadratmeter rund 5 Euro.

Während in anderen Städten die Mieten explodieren, verläuft die Mietentwicklung in Dortmund völlig unspektakulär. Darin waren sich die Experten des Arbeitskreises Mietspiegel bei der Vorstellung des neuen Mietspiegels einig. Der Anstieg in den beiden vergangenen Jahre beläuft sich auf 1,78 Prozent – und liegt so unter der Inflationsrate von 2,3 Prozent. Die Durchschnittsmiete beträgt nach Aussagen der Experten 5,01 €/m2. Allerdings sei fraglich, wie der Markt auf die gesetzlich vorgeschriebene energetische Sanierung reagiert.

Erneute Eigentümerbefragung

Man habe sich bei der Erstellung des neuen Mietspiegels (erfolgt in Dortmund seit 1987 alle zwei Jahre) nicht auf den Verbrauchpreisindex (plus 4,5 Prozent) verlassen, sondern eine erneute Befragung der Eigentümer durchgeführt, erläuterte Elke Beißner vom Amt für Wohnungswesen. Das sei wesentlich genauer. Herausgekommen ist eine Erhöhung von 1,78 Prozent (etwa 8 bis 10 Cent/m2). Rechnet man die ausstattungs- und modernisierungsbedingten Erhöhungen hinzu, kommt man auf 2,45 Prozent in zwei Jahren. Erfreulich, so Beißner, dass von den angeschriebenen Vermietern (1103 Gebäude) immerhin 90 Prozent geantwortet hätten. Generell sei zu beobachten, dass die Mieten für Eigentum bis 1969 (plus 2,01 Prozent) stärker gestiegen seien als für Wohnungen, die nach 1970 entstanden seien (plus 1,23 Prozent). Die Mietspiegel ist zum 1. Januar 2013 in Kraft getreten und zwei Jahre gültig.

Es sei erfreulich, „dass es eine so geringe Steigerung gibt“, erklärte Holger Gautzsch vom Mieterverein Dortmund und Umgebung. „Das glaubt einem keiner, dass man in Dortmund Wohnungen zwischen 3,50 und 8,50 Euro anmieten kann“, so Michael Punge vom Deutschen Mieterbund Dortmund. In vielen anderen Metropolen fingen die Mieten erst bei 8,50 Euro an. Punge war der Überzeugung, dass man dieses Mietniveau noch auf diesem Niveau halten könne, so lange die Bevölkerungszahlen weiter so stagnieren.

Für Michael Mönig von der Eigentümerschutz-Gemeinschaft „Haus & Grund“ ist allerdings fraglich, ob das moderate Niveau angesichts energetisch notwendiger Sanierungen zu halten sein wird. Sicherlich seien dann Mieterhöhungen von 1,80 bis 2 Euro aufgrund der vom Gesetzgeber geforderten energetischen Sanierungen möglich. „Ob der Vermieter diese allerdings auch durchsetzen kann ist fraglich“, so Punge. Er vermutet, dass man rund 1,20 Euro an die Vermieter weitergeben könne. „Mehr gibt der Markt wohl nicht her“.

In einem Punkt waren sich die Experten ebenfalls einig. „Bei Neuvermietungen werden die Vermieter nehmen, was der Markt hergibt“, so Elke Beißner.

Andreas Winkelsträter


Kommentare
08.01.2013
20:24
Augenwischerei
von DEWFan | #2

Und was der Artikel nicht erwähnt: in vielen anderen Ruhrgebietsstädten sinken die Mieten sogar! In Duisburg gibt es Vororte, da stehen ganze Straßenzüge / Blöcke leer, und nicht wie in Dortmund, nur mal einzelne Häuser.

Und Durchschnitt ist nicht Median. In einigen Gegenden, wie dem Kreuzviertel, da kennen die Mieten nur eine Richtung: steil nach oben! Das wirkt sich auch auf angrenzende Bezirke, wie Klinik- und Saarlandstraßenviertel, aus. Klar, das alte Mütterchen, das seit 30 Jahren dort wohnt, kann nicht so eklatante Mieterhöhungen aufgebrummt bekommen, und viele Bestandsmieten bremsen ebenfalls. In Yuppie-Städten, wo die Leute auch beruflich bedingt ständig hin- und herziehen, kann man als Vermieter schon mal schneller ein paar Euros draufschlagen.

Außerdem gibt es in Dortmund viele Genossenschaften, wie Dogewo oder Spar- und Bauverein, die ebenfalls sehr günstig und oft unter Marktpreis vermieten, weil sie keine Heuschrecken, sondern gemeinnützige Gesellschaften sind. (Teil 1)

2 Antworten
Augenwischerei (Teil 2)
von DEWFan | #2-1

Und sehr unattraktive Wohnungen, gelegen im Erdgeschoss irgendwo an einer Hauptverkehrsstraße in der Nordstadt, sind erst recht zu einem Spottpreis zu haben, aber mit z.T. horrenden Nebenkosten.

In einem Punkt muss ich meinem Vorredner #1 aber widersprechen: Neubauten gibt es schone eine Menge, siehe Phoenixsee, Hohenbuschei oder Stadtkrone-Ost. Und allesamt im höheren Segment zu finden. Und selbst im Borsigplatzviertel wird emsig saniert, überall frisch gestrichene Fassaden und Gerüste. Es tut sich schon was.

Mieten in Dortmund steigen kaum
von xxyz | #2-2

Die Nordstadt ist von der Strassenoptik gut. Es ist eigentlich ein Viertel mit guter Verkehrsanbindung, die Fassaden sehr an vielen Stellen gut aus und die Strassen haben Bäume. Das sieht man in vielen Innenstadtvierteln der Boom-Towns nicht und das Kreuzviertel sieht auch nicht von außen ohne Bewohner auch nicht anders aus.

Es ist schade, dass das Quartier keine Zukunft hat.

Die Gesellschaft haben auch das Problem, dass sie Bestand haben, den sie vermieten müssen.

Es fehlt die wirtschaftliche Dynamik. Das wirkt sich auf die Preise aus.

07.01.2013
17:54
Mieten in Dortmund steigen kaum
von xxyz | #1

Die Entwicklung zeigt doch, dass hier kein Geld ist, dass keine neuen Menschen - außer Armutsflüchtlinge - in die Stadt ziehen und dass mit wenigen Neubauten zu rechnen ist.

Was ist daran positiv?

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