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Sprengstoff

Metallrohr in Dortmund könnte Schwarzpulver enthalten haben

27.09.2012 | 15:47 Uhr
Metallrohr in Dortmund könnte Schwarzpulver enthalten haben
Spezialisten des LKA und der Bundespolizei sicherten am Mitwoch in Dortmund einen Bomben ähnlichen Gegestand.Foto: WR

Dortmund.  Von dem Metallrohr, das an der Dortmunder S-Bahn-Haltestelle Stadthaus für einen Großeinsatz der Polizei sorgte, ging wohl keine Gefahr aus. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass es Schwarzpulver enthalten haben könnte. Indizien für eine Gefahr gab es, und die wurden vom Finder erkannt.

Nach dem Fund eines sprengstoffverdächtigen Gegenstandes im Bereich der S-Bahnhaltestelle Stadthaus in der Dortmunder Innenstadt herrscht nun zunehmend Klarheit:  Bei dem Gegenstand handelte es sich nach ersten Untersuchungen um einen ungefährlichen Metallzylinder, wie er etwa in Baumärkten erworben werden kann. Lediglich eine Modifikation hatte den Finder stutzig werden lassen.

Denn es hat eindeutige Anzeichen gegeben, dass das Rohr als Sprengsatz gedacht gewesen sein könnte. "Ein Faden, der wie eine Lunte aussah, schaute beim Auffinden aus dem Rohr heraus", erklärt Staatsanwalt Henner Kruse. "Der Finder hatte den Gegenstand aufgehoben und diese Art Lunte gesehen." Erst dann hat er sich an die Polizei gewendet.

Dennoch sei es in seiner Machart ein durchaus nicht unüblicher Fund gewesen, der von Jugendlichen, die mit Schwarzpulver hantierten, häufiger gebaut werde, führt Kruse aus.

Nur wenig Platz für Schwarzpulver

Der Bereich der Haltestelle war nach der Entdeckung am Mittwoch gegen 14 Uhr gesperrt, der Zugang für Fußgänger unterbunden und der Bahnverkehr der Linie S 4 eingestellt worden. Da vor Ort durch die beiden Sprengstoffsachverständigen des LKA und der Bundespolizei keine eindeutige Gefährdungsanalyse erstellt werden konnte, wurde der Gegenstand mit einem Spezialfahrzeug an einen sicheren Ort transportiert und dort zunächst gesprengt.

Nach einer ersten Einschätzung des LKA hätte durch das Selbstlaborat kein größerer Schaden angerichtet werden können. Abschließende kriminaltechnische Untersuchungen werden noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Es soll festgestellt werden, ob vielleicht doch Schwarzpulver in dem vier Zentimeter dicken Rohr gewesen sein könnte. "Auszuschließen ist das nicht", meint Henner Kruse. Doch selbst wenn es so sein sollte - das LKA hat den Bausatz als ungefährlich klassifiziert. Nur wenige Gramm Schwarzpulver hätten Analysen zufolge hineingepasst. (Isch)


Kommentare
28.09.2012
11:02
Metallrohr in Dortmund könnte Schwarzpulver enthalten haben
von auchdortmunder | #2

Also es ist ja wirklich gut, dass niemanden was passiert ist! Aber der umgang mit dem "fundstück" macht mich stutzig. Was wird hier für eine technik eingesetzt, die nichtmal dazu in der lage zu sein scheint umgehend verbrennungsrückstände vom ältesten sprengstoff der menschheit analytisch feststellen zu können? Wofür werden denn jetzt einige wochen gebraucht, bevor man sich von vermutungen verabschieden kann?

27.09.2012
22:18
Metallrohr in Dortmund könnte Schwarzpulver enthalten haben
von locklin | #1

Ein hochspezialisiertes Team braucht 24 Stunden um ein leeres Metallrohr zu analysieren, um dann festzustellen, dass eventuell wenige Gramm Schwarzpulver drin gewesen sein könnten?
Was wurde denn mit dem Spezialfahrzeug kontrolliert gesprengt? Gab es eine kleine Verpuffung?
Wenn das Rohr 4 Zentimweter dick war, aber nur wenige Gramm Schwarzpulver reingepasst haben, dann möchte ich mal wissen, wie lang das Ding war.

Der Finder hat den Gegenstand aufgehoben ... folglich befand er sich in akuter Lebensgefahr. Ihm ist Gott sei Dank nichts passiert. Auch den Spezialisten der Polizei ist nichts passiert. Eine Katastrophe wurde erfolgreich abgewendet.

"Abschließende kriminaltechnische Untersuchungen werden noch einige Wochen in Anspruch nehmen." Oh, mein Gott, was ist, wenn sie zu Silvester einen nicht explodierten Böller auf dem Westenhellweg neben einem Mülleimer finden? Dann müsste die komplette City evakuiert, und anschließend ein Untersuchungsausschuss gebildet werden.

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