Mehr Kontrollen: DSW21 nimmt Schwarzfahrer ins Visier

Schlechte Zeiten für Schwarzfahrer: Ab Februar 2016 wollen die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) ihre Ticket-Kontrolleure deutlich häufiger in Abendstunden und an Wochenenden in Busse und Stadtbahnen schicken. Denn die Stadtwerke haben einen Verdacht.

Dortmund.. "Wir werden mehr Präsenz zeigen", kündigt Sprecherin Britta Heydenbluth an. "Wir haben durchaus den Verdacht, dass es speziell nach dem Feierabend-Verkehr und an Wochenenden ein gewisses Potenzial an Schwarzfahrten gibt", sagt Heydenbluth. Aus diesem Grund soll auch die Zahl der Ticket-Kontrolleure aufgestockt werden. Rund 50 Fahrausweisprüfer, meist ehemalige Fahrer, stehen direkt in Diensten von DSW21.

Sie arbeiten in Schichten, neun Kontrolleure sind jeden Tag in Bussen und Bahnen unterwegs. Weitere 20 sollen bis Februar hinzukommen und für ihre neue Aufgabe geschult werden. Sie stammen von der Sicherheitsfirma Gülich, deren Service- und Sicherheitskräfte im Auftrag von DSW21 seit Längerem durch die Stadtbahnanlagen patrouillieren. Nach Angaben von Heydenbluth handelt es sich zunächst um eine auf sechs Monate begrenzte Testphase: "Wir werden die Zahlen auswerten und dann entscheiden, ob wir den Kontrolldruck auch auf Dauer aufrecht halten."

136 Millionen Fahrgästen in 2014

Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Pro Jahr gehen den Prüfern in Dortmund um die zwei Prozent "echte" Schwarzfahrer ins Netz, die während und nach der Kontrolle keinen gültigen Ausweis vorlegen konnten. Von insgesamt 136 Millionen Fahrgästen in 2014 sind insgesamt gut 1,5 Millionen auf gültige Tickets überprüft worden.

In rund 35.000 Fällen kam es zu "Beanstandungen" verschiedenster Art, etwa wenn Fahrgäste ihre Zeitkarten lediglich vergessen hatten und sie später am DSW21-Schalter vorlegen konnten. Übrig geblieben sind am Ende knapp 22.000, die tatsächlich ohne zu bezahlen in Busse und Bahnen gestiegen sind. Wer öfter erwischt wird oder seine Karte manipuliert, muss mit einer Strafanzeige rechnen. 6200 Fälle haben die Verkehrsbetriebe 2014 notiert, 2015 waren es gut 5900.

Bundesweite Hochburg der Schwarzfahrer?

Ist Dortmund damit nun die "bundesweite Hochburg der Schwarzfahrer", wie von TV-Sendern vor Wochen und Monaten propagiert? Beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in Berlin schüttelt man den Kopf über solcherlei Superlative. "Ich kenne keine Schwarzfahrer-Hochburg", sagt Sprecher Wolfgang Schwenk.

Er spricht von bundesweit "zwei bis drei Prozent." Eine Quote hänge natürlich immer von der Intensität der Kontrollen ab. Entscheidend sei auch, woran man die Zahl der Schwarzfahrer messen wolle: an der Einwohnerzahl einer Stadt oder am Fahrgastaufkommen, wie DSW21 es macht.