Mehr Gegenwind für Nazis in Dortmund

Foto: WR/Franz Luthe

Zum Glück blieben die befürchteten Horrorszenarien aus. Keine gezündeten Sprengkörper von den Nazis, keine Gewaltexzesse durch angereiste linksextreme Gewalttäter. So kam es auch nicht zu schweren Verletzungen oder Straßenschlachten. Das Großaufgebot der Polizei verhinderte eine Eskalation, legte jedoch auch eine Stadt in zentralen Bereichen fast vollkommen lahm.

Hier und da besonnen die Polizei. An anderer Stelle wieder gingen die Beamten mit unverhältnismäßiger Gewalt zur Sache, vor allem gegen linke Demonstranten. Da wurden schmerzhafte Nasen- und Ohrengriffe angewandt. In krassem Gegensatz dazu scherzten und feixten Polizisten mit den eingeschlossenen Nazis in Wambel. Und dafür bringt nun kein einziger Bürger Verständnis auf.

Klar, der Stadt ist es gelungen, einen breit gefächerten Prostet gegen die Nazis auf die Beine zu stellen. Doch hat man es wieder einmal nicht geschafft, einen beeindruckenden, gemeinsamen Widerstand gegen die Nazis auf die Straße zu bringen. So gut die flächendeckende Taktik auch ist, die Nazis würde ein massiver einheitlicher Gegenwind mehr verunsichern.

Bei allem Positiven verlieren die Organisatoren eine Gruppe immer mehr aus den Augen: die Jugendlichen. Und gerade die sind es, die im Fokus der Nazis stehen, in der Schule, auf dem Weg ins Kino, in der Stadt. Da locken die German Tenors keinen Jugendlichen an, da kommen keine Kiddies, um Claudia Roth zu hören. So wichtig diese Veranstaltung für die Stadt sind, umso wertvoller wären jedoch Konzepte, die die Jugend in den Protest mit einbinden. Da sind die braunen Rattenfänger unserer Zivilgesellschaft leider ein gefährliches Stück voraus.

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