Mehr als 12.000 Kita-Beschäftigte demonstrierten in der City

Verschlossene Türen an 96 Fabido-Kitas und an Jugendfreizeitstätten, mehr als 12.000 Demonstranten in der Innenstadt - der Warnstreik der Kita-Beschäftigten machte sich in Dortmund besonders stark bemerkbar. Gewerkschafts-Chef Frank Bsirske drohte bei der landesweiten Protestkundgebung auf dem Friedensplatz eine Urabstimmung für unbefristete Streiks an.

Dortmund.. Aktualisierung 13.05 Uhr:

Die Protestkundgebungen sind nun beendet, die Teilnehmer treten langsam den Heimweg an.

Aktualisierung 12.45 Uhr:

Für das Geld, das Erzieherinnen bekommen , würde sich in der Automobilindustrie kein Facharbeiter ans Fließband stellen, erklärte Verdi-Chef Frank Bsirske. Die Anforderung an die frühkindliche Bildung seien immer mehr gestiegen. "Die Sozial- und Erziehungsberufe brauchen mehr Anerkennung. Und das drückt sich eben auch beim Gehalt aus", sagte Bsirske unter dem Beifall der Demonstrant(inn)en. Für den Fall, dass die Arbeitgeber weiterhin eine Besserstellung der Sozial- und Erziehungsberufe verweigern, drohte Bsirske unmissverständlich eine Urabstimmung für unbefristete Streiks an.

Aktualisierung 12.26 Uhr:

"Wir Eltern stehen voll hinter der Forderung nach Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe", erklärte Michael Suntrup vom Landeselternrat. Nächster Redner ist nun der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske.

Aktualisierung 12.17 Uhr:

Bei der Kundgebung auf dem Friedensplatz ist jetzt von 12.000 Teilnehmern die Rede. Die Stimmung unter dem überwiegend weiblichen Streikenden ist ähnlich gut wie das Wetter. Dazu trug auch die erste Rednerin bei. Gerlinde Schmidt, Erzieherin aus Oberhausen, berichtete launig aus dem Kita-Alltag. "Wir haben viel Herz und hohes Engagement für unsere Kinder", sagte sie. "Aber wir sind unterbezahlt."

Aktualisierung 11.40 Uhr:

Die Kundgebung hat mittlerweile 40 Minuten Verspätung, weil die sehr langen Demonstrationen noch immer über den Wall ziehen. Der Friedensplatz füllt sich. Laut Gewerkschaft Verdi sind 13.500 Teilnehmer gekommen - 3500 mehr als erwartet.

Aktualisierung 11.25 Uhr:

Nach Angaben unseres Reporters sind weit mehr als 10.000 Demonstranten nach Dortmund gekommen. In diesen Minuten verlassen die Streikenden den Wall, bald ist die Fahrbahn wieder freigegeben. Die Abschlusskundgebung auf dem Friedensplatz wird sich um etwa eine halbe Stunde verzögern.

Aktualisierung 11.01 Uhr:

In diesen Minuten treffen die Demonstrationszüge mit mehreren tausend Teilnehmern aus Richtung Hauptbahnhof und Remydamm an der Kreuzung Grafenhof, dem Beginn der Hansastraße, zusammen. Der Südwall ist kurzzeitig gesperrt. Die Demonstranten ziehen nun zum Friedensplatz.

Aktualisierung 10.45 Uhr:

Der Großteil der Demonstranten zieht über die Hohe Straße in Richtung Friedensplatz. Dort beginnt um 11 Uhr die Kundgebung mit Verdi-Bundeschef Frank Bsirske. Dazu ist eine große Bühne vor dem Rathaus aufgebaut.

Auf der Hohen Straße und auf dem Wall ist aktuell mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Der ursprüngliche Bericht:

Entgegen Verdis Erwartungen, alle 102 Einrichtungen des städtischen Kita-Betreibers Fabido blieben an diesem Mittwoch geschlossen, sind sechs Kindertagesstätten weiterhin geöffnet. "Diese sind allerdings keine Not-Kitas", sagt Stadtsprecher Michael Meinders. Deshalb gibt es von Fabido auch keine Informationen über die Standorte.

Unterdessen reisen, meist per Bus, Streikende aus ganz NRW in Dortmund an. Um 10 Uhr beginnen die Demonstrationszüge, die zum Friedensplatz führen.

10 Prozent mehr Geld

Verdi hat landesweit zum Warnstreik aufgerufen, um bei Verhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern eine Höhergruppierung von Mitarbeitern im Sozial- und Erziehungsdienst durchzusetzen. Es geht um bis zu 10 Prozent mehr Geld.

Um 10 Uhr trafen sich Streikende aus ganz NRW am Remydamm zwischen Ruhrallee und Ardeystraße sowie am Nordausgang des Hauptbahnhofs, um von dort aus in die Innenstadt zu ziehen. Dort soll um 11 Uhr die zentrale Kundgebung auf dem Friedensplatz mit dem Verdi-Bundesvorsitzenden Frank Bsirske beginnen.

Während der Demonstrationszüge ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Betroffen sind die Hohe Straße, Burgwall, Südwall, Kleppingstraße sowie die Kreuzungen Grafenhof und Neutor.

Keine Notgruppen

Notgruppen sind in den Fabido-Kitas nicht geplant. Das sei bei Warnstreiks nicht üblich, erklären Stadt und Verdi übereinstimmend. In anderen Städten gibt es allerdings durchaus Gruppen für Notfälle, wenn Eltern keine alternative Unterbringungsmöglichkeit für ihre Eltern organisieren können.

Auch die städtischen Jugendfreizeitstätten in Dortmund bleiben heute geschlossen, wie Stadtsprecher Michael Meinders am Mittwochmorgen mitteilte.

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