Mediziner: Ex-Arbeiter weisen Zellveränderungen auf

Im Envio-Prozess hat ein weiterer Mediziner bei den betroffenen Ex-Arbeitern des Entsorgungsunternehmens am Dienstag neue Hoffnungen geweckt. Der Zeuge sagte vor dem Landgericht, die Betroffenen mit erhöhten PCB-Blutwerten wiesen signifikante Veränderungen in den Körperzellen auf.

Dortmund.. Diese Veränderungen seien seiner Ansicht nach auch eindeutig auf das Umweltgift zurückzuführen. Es sei jedoch längst nicht gesagt, dass die Betroffenen deshalb irgendwann einmal eine Krankheit erleiden würden. Nach Angaben des Mediziners könnten die bei den Ex-Arbeitern festgestellten Zellveränderungen unter Umständen einmal gravierende Folgen haben.

Krebs nicht ausgeschlossen

Eine ausgeprägte Immunschwäche oder gar Krebserkrankungen seien dann nicht ausgeschlossen. Dennoch warnte der Zeuge vor allzu voreiligen Feststellungen. Als Nebenklage-Anwalt Reinhard Birkenstock ihn auf die Formulierung festlegen wollte, dass die Betroffenen also möglicherweise einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt seien, hob er abwehrend die Hände. "Das kann man auf keinen Fall so sagen", entgegnete der Zeuge. Es sei schlichtweg nicht absehbar, was mit dem betroffenen Arbeitern in Zukunft passiere.

Langzeitüberwachung empfohlen

Der Zeuge plädierte deshalb für eine "gründliche, sorgfältige Langzeitüberwachung" der früheren Arbeiter des Entsorgungsunternehmens. "Wir wissen einfach nicht, ob aus den Befunden mal ein Schaden entstehen kann", sagte er den Richtern. Dass die Personen bereits umfassend arbeitsmedizinisch betreut werden, findet er absolut richtig. "Es ist gut, dass man sich um die Menschen Sorgen macht." Es könne aber natürlich sein, dass sich die Sorge am Ende als unbegründet herausstelle.

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