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Mayday 2014

Mayday-Veranstalter I-Motion hat Westbam nicht mehr gebucht

05.02.2014 | 18:10 Uhr
Mayday-Veranstalter I-Motion hat Westbam nicht mehr gebucht
Die Ära Westbam bei der Mayday ist zu Ende.Foto: Imago

Dortmund.  Westbam hat mit seinem selbstformulierten "Ausstieg" bei dem Techno-Event Mayday in Dortmund für viel Aufsehen gesorgt. Darüber kann der Geschäftsführer des Veranstalters I-Motion nur den Kopfschütteln: "Wir haben Westbam schlicht nicht mehr gebucht, weil er unter anderem das Zwei- bis Dreifache seiner Gage verlangt hat", so Nik Schär im Exklusiv-Interview mit der Funke Mediengruppe.

Mit seinem "Ausstieg" bei der Dortmunder Mayday und der Abrechnung mit dem Veranstalter I-Motion hat Techno-Urgestein Westbam am Dienstag für viel Aufsehen gesorgt. Im Exklusiv-Interview mit der Funke-Mediengruppe stellt jetzt der I-Motion Geschäftsführer Nik Schär die Situation völlig anders dar. Während es in der Stellungnahme von Westbam noch so schien, als ob er die Initiative ergriffen und sich von der Mayday losgesagt hat, stellt Schär klar: „Wir haben Westbam und den Act Members of Mayday schlicht nicht mehr für die Veranstaltung in Dortmund gebucht“. Deshalb könne von Ausstieg, wie es Westbam formuliert hatte, keine Rede sein.

Die Gründe, die der Geschäftsführer offenbart, werfen ein neues Licht auf das Zerwürfnis: „Westbam hat plötzlich das Zwei- bis Dreifache seiner Gage gefordert. Das können wir schriftlich dokumentieren.“ Dabei gehöre Westbam laut Schär schon lange nicht mehr zur ersten Liga der DJs in Deutschland und Osteuropa.

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Westbam hatte I-Motion zudem eine falsche musikalische Ausrichtung vorgeworfen – die Mayday sei zu einer „Technoabfütterungsmaschine“ verkommen, klagte der Berliner. „Diese Stellungnahme ist der Frust eines verkannten Selbstverwirklichers, der den Blick für die Realität und für Selbstreflektion verloren hat“, kontert Nik Schär.

Die Mayday habe 2007 wirtschaftlich am Boden gelegen

Der Geschäftsführer geht in dem Zusammenhang auf die Geschichte der Mayday ein: „Wir haben mit I-Motion die Mayday 2007 von Westbam und seinem Label Low Spirit übernommen, als sie wirtschaftlich nicht mehr funktionierte. Innerhalb von drei Jahren haben wir die Besucherzahl mit einem neuen Konzept verdoppelt.“ Deshalb sei die Kritik daran, was I-Motion aus der Mayday gemacht habe, „scheinheilig“, so Schär.

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In der großen Arena der Westfalenhallen hätten vorher vor allem Westbam-Freunde zur besten Zeit gespielt. Deshalb sei die von Westbam vorgeworfene „Flurbereinigung“ beim Line up lediglich eine Umstellung gewesen: „Das ist seine persönliche Meinung und nicht die der Besucher. Die Abstimmung haben wir mit den Füßen gewonnen“, spielt Schär auf die stark gestiegene Besucherzahl an.

I-Motion kritisierte erfolglose Hymnen von "Members of Mayday" und Westbam

Ein weiteres Problem hat Schär mit dem künstlerischen Output von Westbam. Waren früher die Mayday Hymnen wie „Sonic Empire“ noch große Hits, so seien die Hymnen seit einigen Jahren „unbeachtet und erfolglos“. Schär habe sich den Mund "fusselig geredet", aber jede Kritik habe Westbam als "Gotteslästerung" empfunden: „Unsere Meinung hat null gezählt“.

Neben dem DJ Westbam ist damit auch der Act „Members of Mayday“ Geschichte, der lange Jahre ein Höhepunkt auf der Techno-Veranstaltung in Dortmund war. „Es wird ein neues Projekt geben, das für die künftige Mayday-Hymne zuständig ist“, verrät Schär, der dafür eventuell wechselnde Produzenten engagieren will.

Das komplette Line up für die Mayday 2014 am 30. April in den Dortmunder Westfalenhallen werde Anfang nächster Woche bekannt gegeben.

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Kommentare
06.02.2014
20:00
Im schönen schönen Münsterland . . .
von PatrickShamrock | #6

. . . waren die Partys mit dem "Lokalmatador" wirklich nen Kracher! X-Floor, X-MasBam und so . . .

Doch schon damals soll es nicht so einfach...
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1 Antwort
Mayday-Veranstalter I-Motion hat Westbam nicht mehr gebucht
von snowboarder70nrw | #6-1

Steve Mason hat eine Weile lang Raveline Kolummnen geschrieben, und in Kollaboration mit u.a. Jens Mahlstedt "Breakstracks" in England veröffentlicht, ist jetzt aber auch schon wieder ein paar Jährchen her. 2013 hat er "Monkey Minds In The Devil’s Time" rausgebracht.

Ich geh noch auf Parties, allerdings selten und sehr selektiv. Mir machts immer noch Spass ein paar mal im Jahr zu feiern und ich bin fünf Jahre jünger als Maximilian Lenz.

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Mayday-Veranstalter I-Motion hat Westbam nicht mehr gebucht
Mayday-Veranstalter I-Motion hat Westbam nicht mehr gebucht
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/mayday-veranstalter-i-motion-hat-westbam-nicht-mehr-gebucht-id8958519.html
2014-02-05 18:10
Mayday, Dortmund, Techno, Event, Westbam, Nik Schär, i-Motion
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