Das aktuelle Wetter Dortmund 11°C
Konzert

Max Herre im Interview: „Für jedes Gefühl gibt's Musik“

15.10.2012 | 11:43 Uhr
Max Herre im Interview: „Für jedes Gefühl gibt's Musik“
Max Herre kommt ins FZW in Dortmund.Foto: Roberto Pfeil

Dortmund. Max Herre – das ist Hip-Hop, Liebe, echtes Gefühl. Mit seinem neuen Album „Hallo Welt!“ steht der gebürtige Stuttgarter und Wahl-Berliner derzeit auf Platz 1 der Charts. Heute spielt er im Dortmunder FZW.

Viele deiner Songs sind zerbrechlich und emotional – aber heute spielst du im rauen Ruhrgebiet. Muss man sich da ans Publikum anpassen?

Dass ich hier Songs nicht spiele, die ich in emotionaleren Gefilden spiele – nö. Ich glaube nicht, dass Menschen an dem einen Ort weniger feinfühlig sind als anderswo. Aber bei meinen Songs ist ja für jeden was dabei – die sind tief und traurig, aber auch leicht und lustig. Da kriegt man für jedes Gefühl einen Song. Aber ehrlich gesagt geht’s beim Konzert mehr ums Feiern. Die Leute haben Spaß, weil wir auf der Bühne Spaß haben.

Bei welcher Musik hat du selbst am meisten Spaß? Was muss Gute-Laune-Musik für dich haben?

Hm, Gute-Laune-Musik... Kann ich gar nicht so sagen. Ich hab vor allem eine Affinität zu Soul und Jazz. Und natürlich Rap. Ich entdecke immer wieder neue Sachen – jetzt gerade mag ich Frank Ocean sehr gern (Anm. d. Red.: Hip-Hop-Musiker aus den USA).

Gerade Soulmusik macht einen gewissen Trotz gegenüber dem Leben aus – das Leben meint es nicht gut mit uns, aber wir haben unsere Musik.

Kunst allgemein und Musik im Besonderen sind ein Ausdruck der eigenen Emotion in ihrer ganzen Vielfalt. Es gibt sehr positive Soulmusik, andere Sachen sind sehr traurig. Aber dem Leben trotzen..., das möchte ich dem Genre eigentlich nicht zuschreiben. Ich glaube, es beschreibt das Leben.

Gibt’s auch emotionale Zustände, die man nicht durch Musik verarbeiten kann?

Nö, glaub ich nicht. Für jedes Gefühl gibt’s auch Musik. Auch Punk oder Death Metal verarbeiten alle möglichen Emotionen. Aber wenn du mich persönlich fragst – ich weiß nicht, ob in meiner Musik alles stattfindet. Wahrscheinlich nicht. Es gibt schon bestimmte Sachen, die ich nicht so gern mit der Öffentlichkeit teilen will.

Wie fühlt sich das an, wenn man bei Konzerten seine Emotionen mit dem Publikum teilt? Bist du dir immer sicher, dass dein Gefühl auch beim Publikum ankommt?

Es gibt schon so was wie eine allgemeine Stimmung, die man beim Konzert erzeugt. Aber als Künstler auf der Bühne hat man’s ein Stück weit in der Hand, sein Set so zu gestalten, um die Leute abzuholen. Aber das ist eine Wechselwirkung. Ein Konzert ist eine gemeinsame Zeit, und es wird dann besonders schön, wenn man das Gefühl hat, der Funke springt über und kommt auch zurück.

Hattest du schon mal das Gefühl, dass der Funke gar nicht überspringt? Dass ein Konzert nicht funktioniert?

Das gibt’s natürlich, aber das ist eher was, das ich früher erlebt hab. Als wir mit vielen Bands gespielt haben und noch nicht bekannt waren. Dann hat’s auch mal nicht so connected mit den Leuten. Natürlich ist uns das früher auch passiert, dass wir auf einem Festival gespielt haben und die Leute wollten viel lieber Punkrock hören. Da ist es ein großer Vorteil, wenn man Konzerte unter eigenem Namen spielt. Die Leute kommen, um uns zu hören.

Katrin Figge



Kommentare
15.10.2012
16:49
„Für jedes Gefühl gibt es auch Musik“
von mellow | #1

Netter Kerl, aber ein wenig überbewertet. Sein aus dem HipHop stammender Akzent wirkt in meinen Ohren sehr bemüht, und die Zusammenarbeit mit Jammerschluchzer Philipp Poisel war komplett verzichtbar. Noch schlimmer wäre allerdings ein Duett mit Xavier "Jesus himself" Naidoo. Dann lieber ein Duell. Möge Max Herre gewinnen.

Aus dem Ressort
Drei Verletzte nach dem Kochen von Tee
Kohlenmonoxid-Vergiftung
Tee in einem Samowar auf Holzkohle zu kochen, kann lebensgefährlich werden. Diese Erfahrung musste in der Nacht zu Sonntag eine dreiköpfige Familie aus der Nordstadt machen.
Das sind die Kandidaten für den Dortmunder des Jahres
Abstimmung läuft
Die drei Kandidaten stehen fest, ab jetzt zählt jede Stimme: Die Wahl zum Dortmunder des Jahres 2014 startet am Samstag. Das sind die drei Kandidaten für den wichtigsten Dortmunder Ehrenamtspreis.
Vierköpfige Bande überfällt Seniorenpaar zu Hause
Überfall
Überfall auf ein Ehepaar in Eving: Vier Männer sind am Donnerstag in die Wohnung eines Seniorenpaars eingedrungen. Sie erbeuteten laut Polizei einen "hohen" Geldbetrag. Der Fall erinnert an einen brutalen Raub vom Montag in Witten, bei dem eine 79-Jährige brutal überfallen wurde.
Tickets für Kraftklub und Thees Uhlmann an der Abendkasse
Visions-Festival
Am Samstag ist es soweit: Mit einem hochkarätig besetzten Festival in der Westfalenhalle feiert das Dortmunder Musikmagazin Visions sein 25-jähriges Bestehen. Thees Uhlmann, Royal Republic, Marcus Wiebusch und Kraftklub geben sich die Ehre. Für spontane Fans gibt es noch Tickets an der Abendkasse.
Brüder sollen BVB-Ordner im Stadion misshandelt haben
Gewalt
Beim Spiel des BVB gegen Augsburg im April 2013 sollen sich zwei Fans aus Ahlen mit einer Reihe Stadion-Ordner angelegt haben. Seit Freitag beschäftigt der Fall das Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft den Brüdern vor, die Ordner misshandelt zu haben. Die Fans haben eine ganz andere Version.
Fotos und Videos
Kraftklub beim Visions-Festival
Bildgalerie
Festival
Im Haus der kleinen Forscher
Bildgalerie
Fotostrecke