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Hundetrend 2010

Man trägt Hund – als Modeaccessoire

26.12.2010 | 16:06 Uhr
Man trägt Hund – als Modeaccessoire

Dortmund.Man trägt Hund. Zur Zeit. Denn die Modetrends machen auch vor Vierbeinern nicht halt. Und da scheinen gerade die kleinen Rassen zum modischen Accessoire geworden zu sein. Eines, das allerdings Zeit, Geduld und viel Nachdenken erfordert.

Hundetrend 2010: das, was früher der (alleinstehenden) Dame als Gesellschaft diente und sich heute mal eben unter den Arm klemmen lässt. Chihuahua, Shi Tzu, die etwas schwerere französische Bulldogge und, zur Zeit im Stadtbild auffälliger, der Mops. „Die kleinen, kugelköpfigen Hunde sind da ganz vorne“, bestätigt Udo Kopernik vom Verband Deutscher Hundezüchter. Ist erstmal ein Hund in Mode, eröffnet sich ein Terrain, auf dem sich dann schnell und viele „unseriöse Züchter“ tummeln, weiß Karola Gaidis, „Hundefachfrau“ im Tierschutzverein Dortmund aus Erfahrung. „Und wir wissen aus dem Tierheim dann, was Mode war“.

Wenn sich jemand ganz genau überlegt hat, warum es genau dieser Hund sein soll, sei gegen den Erwerb eines „Modehundes“ nichts zu sagen. Aber man solle sich dabei Zeit lassen und Geduld haben. „Rassehunde werden nicht auf Lager gemacht“, mahnt Kopernik. Das Pro-blem sei, dass „Rassen in einen Trendsog geraten“, in dem „auf Teufel komm raus gezüchtet wird“. Einfach, um einen schnellen Euro zu verdienen. Mit schlimmen Konsequenzen. Um dem schnellen Bedarf zu entsprechen, würden Welpen von unseriösen Züchtern viel zu früh von der Mutter weggenommen, die weiblichen Tiere ausgebeutet, in dem man sie öfter als einmal im Jahr decken lasse, und mit Hunden gezüchtet, mit denen man besser nicht gezüchtet hätte. Die Folgen seien unabsehbare gesundheitliche Risiken, von den Lebensumständen der Tiere ganz zu schweigen. Die Dramatik beschreibt Gaidis zynisch so: „Samstags geholt, am Montag todkrank in der Klinik“.

Ein Drittel aller Zuchthunde, so Kopernik, sei nur von Verbandszüchtern, die sehr strengen Regeln unterliegen. Der Rest wird über andere Wege vertrieben. „Das Internet macht uns auch sehr zu schaffen“, sagt Gaidis. Für viele der schnellere und billigere Weg. Auf Knopfdruck. Diese Grundhaltung kann der VDH-Mann nur bestätigen: „Viele gehen bei einem Hund ran wie beim Weihnachtsgeschenk: In den Laden rein und mitnehmen“. Aber bei einem guten Autokauf, gibt Kopernik zu Bedenken, warte man auch längere Zeit auf die Lieferung. Ein Hundekauf könne dann auch bis zu einem Jahr dauern, in dem man aber Zeit habe, sich auf den Hund vorzubereiten. „Man kann den Züchter öfter besuchen , weiß dann wo und wie der Hund aufwächst“. Oft spiegelt die gewählte Hunderasse Lebenseinstellung und Lebensgefühl der Besitzer wider. „Dann wird der Hund tatsächlich zum Accessoire“.

Wenn der Trend aber vorbei ist, ist es nicht wie beim Schal, den man mal eben für 10 Jahre im Schrank verschwinden lassen könne, so Kopernik. Eine wohlzuüberlegende Angelegenheit, so ein Modeaccessoire. Besonders wenn es heißt: Man trägt Hund.

Antje Mosebach

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Kommentare
29.12.2010
23:31
Man trägt Hund – als Modeaccessoire
von Michili | #5

Wieder mal ein Beleg dafür, wie krank unsere Gesellschaft in einigen, leider weiten, Teilen ist.

27.12.2010
17:25
Man trägt Hund – als Modeaccessoire
von Annonymus26 | #4

So eine Stola aus Hundefell, hat doch was.
Ob nun ein Nerz oder WauWau dafür herhalten muss ist schließlich egal.
Nur der Stadt wird es nicht gefallen, da die Hundesteuer nicht mehr kassiert werden kann

27.12.2010
13:18
Man trägt Hund – als Modeaccessoire
von runningvalentino | #3

Ja klar, seit Paris Hilton trägt frau ein Hündchen :-(

Aber wenn dieser dann lästig wird, landet er genau so schnell im Tierheim oder an der Laterne
( angebunden ).

Dann geht man locker-flockig dazu über mit einem Markenhandtäschchen und einem I-phone zu wedeln. Letztgenannte kacken ja auch nicht und machen keine Mühe.

Ich mag diese Art von Frau nun mal gar nicht ...


runningvalentino

27.12.2010
02:35
Blockierter Kommentar.
von vaikl | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

26.12.2010
18:45
Blockierter Kommentar.
von Ewald Burkhardt | #1

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