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Malheur in der Show der Monster-Trucks in Dortmund

21.10.2012 | 22:00 Uhr
Malheur in der Show der Monster-Trucks in Dortmund
Die Monster-Truck-Show auf dem Fredenbaumplatz begeisterte trotz einiger Pannen.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.   Trotz einiger Pannen: Das Publikum am Fredenbaum in Dortmund johlte zum Getöse der PS-Ungetüme bei der Monster-Truck-Show. Es gab technische Probleme, beim Finale bedeutet ein Achsbruch das abrupte Ende der Veranstaltung. Für die Stunt-Männer kein Problem.

„Jede Show ist anders und ich bin noch genauso aufgeregt wie bei meinem ersten Stunt“, erzählt Gino Winter, Hauptverantwortlicher und Stuntfahrer bei der „Stunt Movie Production“, die die Monstertruck-Show am Sonnabend und Sonntag umgesetzt hat, nur Minuten vor Beginn der Vorführung. „Ich habe mit dreieinhalb Jahren mein erstes Motorrad bekommen, heute bin ich 42 Jahre und verfüge über ausreichend Erfahrung, um mit der Aufregung umzugehen, aber natürlich ist jeder Auftritt Nervenkitzel pur.“

Es war kein gutes Omen, dass nach der Niederlage des BVB im Revierderby gegen Schalke das Publikum der Monstertruck-Show in mieser Stimmung war, als es gegen 18 Uhr in die Arena einlief. Moderator Carol Spindler musste den Zuschauern gewaltig einheizen, um sie auf Touren zu bringen. Aber die Macher der Show auf dem Fredenbaumplatz im Dortmunder Norden haben nicht zu viel versprochen und mit ihren riesigen Fahrzeugen und ausgeklügelten Stunts ein eindrucksvolles Programm auf die Beine gestellt, die trotz einiger Pannen das Publikum überzeugen konnte.

Die Stuntfahrer eröffnen mit zahlreichen waghalsigen Fahrmanövern, wobei sie mal mit Vollgas auf einander zurasen oder auf dem Motorrad sitzend über eine Rampe in die Luft springen. Besonderen Eindruck bei den Zuschauern macht ein Kunststück namens „Donut“. Dabei drehen sich die Autos der Fahrer im Kreis und verbrennen ihre Reifen. Qualm und Gummigestank erfüllen die Luft für kurze Zeit, während Carol Spindler den begeisterten Zuschauern zuruft, dass man für jedes Auto nach einer einzigen Show einen gesamten Satz neue Reifen brauche. Volker Lenz, der als Zuschauer am Rande der Fahrbahn steht, zeigt sich von den Stunteinlagen begeistert.

Dem Dortmunder haben vor allem „Überschläge mit den Autos“ gefallen, die er „in dieser Weise bei anderen Stuntshows noch nie gesehen“ habe.

Nach der kurzen Pause geht die Show mit dem zweiten Teil weiter, der, so prophezeit Carlo Spindler „noch schneller, gefährlicher und lauter“ wird. Nach weiteren Kunststücken mit Motorrädern und Autos, rücken die Highlights der zweieinhalbstündigen Show in den Mittelpunkt. Im großen Finale fahren nach einander die riesigen Monstertrucks in die Arena ein. Unter dem Jubel der Zuschauer drehen die bis zu viereinhalb Tonnen schweren und bis zu 1500 PS starken Boliden eine kurze Aufwärmrunde. „Darauf haben wir die ganze Zeit gewartet“, freuen sich Rafael und Steven Redemondt und ihr Freund Marvin Reiter. Die Fünf- bis Achtjährigen können sich kaum noch auf den Sitzen halten, als die Stuntmänner in ihren Trucks richtig auf das Gaspedal treten.

Doch der Kern der Stuntshow stand am Sonnabend unter keinem guten Stern. Bereits nach dem ersten Sprung über etwa zehn Autos, muss der kleinste Monstertruck der Show wegen technischer Probleme aus dem Programm genommen werden. Dann tritt der größte Truck im Fuhrpark an den Start und zerquetscht unter unglaublichem Motorenlärm, der bis in die Magengegend dringt, und dem Jubel der Zuschauer die schrottreifen Autos.

In der letzten Minute der Show passiert noch ein richtiges Malheur. Nachdem auch Carol Spindler mit seinem Truck „Bulldog“ wegen massiver technischer Probleme nicht an den Start gehen konnte, gibt der Fahrer des 1200 PS starken Monstertruck „Thriller“ beim Sprung über die aufgetürmten Autos zu viel Gas. Der Truck schraubt sich in die Luft und fällt dann mit seinem kompletten Gewicht auf die Vorderachse, die sofort bricht. Beide Vorderräder sind nun seitlich vom Truck weggespreizt. Weiterfahrt unmöglich. Auch die Show findet mit diesem Malheur ihr jähes Ende. Veranstalter und Chef-Stuntman Gino Winter nimmt es gelassen: „Wer Gas geben will, muss auch abkönnen, wenn mal etwas schief geht. Manchmal hat man eben Pech, so wie wir heute. Wie sagt man noch so schön? Wo gehobelt wird, fallen Späne.“

Von Timm Giesbers



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