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Lum und Purl gefangen im „Endspiel“

06.11.2012 | 19:00 Uhr
Uwe Schmieder Frank GenserFoto: Birgit Hupfeld

„Wie viel Uhr haben wir?“ – „So viel wie gewöhnlich.“ Absurd wird es bei Samuel Becketts „Endspiel“, das am Sonntag, 11. November, Premiere im Studio des Schauspielhauses feiert.

„Wie viel Uhr haben wir?“ – „So viel wie gewöhnlich.“ Absurd wird es bei Samuel Becketts „Endspiel“. Es geht um zwei Männer, abgeschottet leben sie in ihrer eigenen Welt. Doch von trauter Zweisamkeit sind sie weit entfernt. Immer und immer wieder streiten sie sich, nehmen die gegenseitigen Schwächen aufs Korn: Der eine sitzend, der andere stehend. Warum? Weil sie anders nicht können. So hat es Beckett ersonnen.

Lum und Purl kehren zurück

Unter der Regie von Schauspieldirektor Kay Voges begegnen dem Publikum „Lum“ und „Purl“ aus der Inszenierung „Einige Nachrichten an das All“ wieder. „Sie sind als Enkel der Beckettschen Figuren in Wolfram Lotz’ ,Nachrichten an das All’ aufgetaucht“, erklärt Voges seine Entscheidung die Figuren in Endspiel wiederzubeleben, das am Sonntag Premiere im Studio feiert. „Das ist eine ungewöhnliche Situation, dass wir bei den Konzeptionsproben schon wussten, welches Bühnenbild und welche Kostüme es gibt“, erzählt Uwe Schmieder, der Purl spielt. „Nur wie viel Arbeit es wird, wussten wir nicht.“

Tatsächlich stellt das Stück Schauspieler und Zuschauer auf eine harte Probe. „Das sind radikale Anforderungen, die Beckett stellt. Schauspieler arbeiten mit körperlicher Interaktion. Bei diesem Stück muss alles aus dem Ton heraus kreiert werden, weil es sonst nichts gibt“, so Voges.

Video
Dortmunds Schauspieldirektor Kay Voges und Videokünstler Daniel Hengst haben mit dem Kurzfilm „Der Klöng ist kaputt“ ein satirisches Paradestück auf bürokratischen Irrsinn geschaffen.

Auch für die Zuschauer werde es „kein Abend mit Sonnenschein“, ist sich der Schauspieldirektor bewusst. „Die Situation hat etwas Traumhaftes oder Albtraumhaftes. Der Augenblick wird zur Ewigkeit wie bei einem Kind, das sich mit dem Hammer auf den Daumen gehauen hat, und die Welt besteht nur noch aus Schmerz.“ Beckett verweigert seinen Figuren jegliche Form von Weiterentwicklung. Der Kreislauf aus gegenseitiger Abhängigkeit und ständigem Aufeinanderprallen scheint ewig. Aber: „Man könnte einen Schritt zurücktreten und darüber lachen. Das erhoffe ich mir von dem Abend“, so Voges.

Premiere ist ausverkauft

Auch wenn Lum und Purl nun vom Film wieder zurück auf der Bühne sind, die beiden haben sich verändert. Frank Genser: „Vielleicht könnte man sagen, sie sind an einer anderen Stelle wieder aus dem All aufgetaucht.“

Maike Rellecke

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Lum und Purl gefangen im „Endspiel“
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2012-11-06 19:00
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