Lüner Forensik rückt näher an Dortmund

Forensik in Aplerbeck
Forensik in Aplerbeck
Foto: WR
Was wir bereits wissen
Nie war die Wahrscheinlichkeit höher als heute, dass die in Lünen geplante neue Forensik für psychisch kranke Straftäter auf das Gelände „Im Erlensundern“ kommt - und damit nur einen Steinwurf entfernt von Dortmund-Lanstrop.

Dortmund.. Wie Christoph Meinerz, Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums am Freitag auf Anfrage der WR mitteilte, prüfe seine Behörde bis spätestens Ende Januar intensiv, ob die Fläche nahe der Dortmunder Stadtgrenze für ein solches Vorhaben geeignet ist.

Wie berichtet, plant das Land bereits seit September 2011 eine Forensik im Landgerichtsbezirk Dortmund. Hier sollen rund 150 psychisch kranke Straftäter untergebracht werden.

Verfügungsmasse des Lüner Rates

Die Kernfrage für das Landesministerium lautet: Ist das Gelände geeignet (bespielsweise 5 ha groß) und verfügbar? Wer glaubt, das Land könne eine Kommune einfach enteignen und ein Grundstück übernehmen, irrt. „Es gibt auch nicht 1000 Flächen, die zur Wahl stünden“, sagt Meinerz. Es gibt: nur zwei.

Für die eine, das Gelände Victoria I/II in Lüner City-Nähe hat das Gesundheitsministerium eine Kaufoption von der Ruhrkohle AG. Die zweite, erst jüngst von unbekannter Seite ins Spiel gebrachte Fläche „Im Erlensundern“, gehört den Lüner Stadtwerken, ist de facto aber Verfügungsmasse des Lüner Rates. Nachdem der Ältestensrat samt Bürgermeister der Stadt Lünen am Donnerstag dem Ministerium und dem Landesbeauftragten für Maßregelvollzug die Fläche „Erlensundern“ zur Prüfung ans Herz gelegt hatte, stehe nun, nach einer Sichtprüfung, ein intensives Aktenstudium an, so Meinerz.

Belange der Stadt werden berücksichtigt

Wo laufen Wasser- und Stromleitungen her? Wie und von wo erschließt man das Gelände? Wie lange dauert das? Nicht zuletzt: Was kostet es? Hat man in Lünen bisher laut nachgedacht, gegen die Pläne für Victoria I/II juristisch vorzugehen, „haben wir am Donnerstag positive Signale für Erlensundern empfangen“, so Meinerz. Ende Januar werde man beide Grundstücke gegeneinander abwägen. Wäre die Fläche Erlensundern mindestens gleichwertig, „werden wir die Belange der Stadt Lünen berücksichtigen“, so Meinerz diplomatisch.

Alle Gemeinden winkten ab

Dürfte heißen: Dann wird es Erlensundern. Ein ähnliches Verfahren habe man auch in Wuppertal gerade erfolgreich durchexerziert.

Dass noch ein weiterer Standort ins Rennen geschickt wird, ist nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich. „Wenn uns jemand am Montag einen neuen Standort auf dem Silbertablett präsentiert, werden wir auch den prüfen“. Da die 125 beteiligten Gemeinden bisher aber allesamt abgewinkt haben, gilt das als mehr als unwahrscheinlich.