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Raubkatzen-Drillinge im Dortmunder Zoo

Löwengehege mit Fußbodenheizung

18.02.2009 | 18:54 Uhr
Löwengehege mit Fußbodenheizung

Nachwuchs im Dortmunder Zoo: Vor vier Wochen brachte Löwin Moreni zum zweiten Mal Drillinge zur Welt. Schon 2007 hatte sie drei kleine Raubkatzen geboren. Vater aller sechs Löwenbabys ist der 13-jährige Löwenkater Lukas.

Als richtige Löwenmutter im sprichwörtlichen Sinn präsentierte sich die sechsjährige Raubkatze Moreni gestern beim ersten Pressetermin. Aufgeregt schleicht die Löwin an der Glasscheibe des Kindergeheges entlang und fährt die Krallen aus, um ihren Nachwuchs vor zu vielen neugierigen Augen und Kameras zu beschützen. Am 18. Januar hat Moreni nach 110 Tagen Schwangerschaft einen Kater und zwei Katzen zur Welt gebracht - und zwar allein. „Es ist wichtig, dass bei der Geburt niemand dabei ist”, betont Tierpfleger Jens Voigtländer, „das sind schließlich Raubtiere.” Auch in freier Wildbahn ziehen sich Löwenmamas für die Geburt und die ersten Gehversuche der Welpen zurück. Im Zoo muss Vater Lukas deshalb in seinem Gehege alleine brüllen. Etwa ein Jahr bleiben die Löwen unter der Obhut der Mutter.

„Mehrlingsgeburten bei Löwen sind normal”, so Zoodirektor Frank Brandstätter. Aber dass Moreni wie vor zwei Jahren wieder einen Kater und zwei Katzen nach exakt 110 Tagen geboren habe, sei dann doch ein Deja-vu-Erlebnis gewesen, schmunzelt Stadtsprecher Hans-Joachim Skupsch. Rund ein dreiviertel Jahr lang werden die drei Nachwuchs-Raubkatzen von Mutter Moreni gesäugt, dann fressen sie wie die großen Löwen Fleisch: Am liebsten Hühnchen oder Kaninchen. Ein ausgewachsener Löwe wiegt schließlich rund 200 Kilo, ein Weibchen bringt um die 120 Kilo auf die Waage.

Davon sind die Drillinge im Moment noch weit entfernt. Etwas unbeholfen, aber voller Entdeckerdrang tapsen die drei kleinen Fellbündel durch ihr Gehege. „Jetzt, nach etwa vier Wochen, können die Jungen laufen und fangen an, ihre Umwelt zu erkunden”, berichtet Voigtländer. Weil die derzeitigen kalten Temperaturen nicht dem natürlichen Lebensraum der jungen Raubkatzen entsprechen, ist ihr Gehege mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. „Das sind Tiere aus Afrika, die brauchen es warm”, erläutert der Tierpfleger, der seit 1990 im Zoo arbeitet. Außer einem warmen Fußboden birgt das Raubtierhaus für die Löwen-Drillinge allerhand Spielzeug wie Fußbälle, Zweige oder Pappkartons. Auch Düfte, zum Beispiel Gewürze, interessieren die Welpen, erzählt Voigtländer.

Raubtierpfleger Jens Voigtländer vom Zoo Dortmund

Damit die kleinen Raubkatzen möglichst unbehelligt ihr neues Zuhause erkunden können, lassen die acht Tierpfleger im Raubtierhaus den Löwen viel Ruhe. „Zoobesucher sollten nicht enttäuscht sein, wenn sie die Kleinen nicht beim ersten Besuch zu Gesicht bekommen”, bittet Voigtländer um Verständnis. Spätestens im April können die Nachwuchs-Löwen aber im Außengehege bewundert werden. Die drei großen Geschwister leben inzwischen im Grömitzer Zoo.

Julia Hildebrandt



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