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Demonstrationen

Landtagsabgeordnete bei Nazi-Demo durch Böllerwurf verletzt

31.08.2013 | 10:00 Uhr
Dortmunder demonstrieren gegen Neonazis. Als Rechte einen Böller auf die Gegendemonstranten geworfen haben, wurden vier Menschen verletzt, darunter drei Mitglieder der Piratenpartei.Foto: Stefan Reinke

Dortmund.  Einmal mehr benutzten Neonazis Dortmund als Aufmarschplatz. Laut Polizei kamen rund 370 Teilnehmer zum rechten Aufzug. Gegen Ende der Demonstration wurden durch einen Böllerwurf von Rechtsradikalen vier Menschen verletzt — darunter eine Landtagsabgeordnete der Piratenpartei.

Etwa 370 Rechtsradikale hielten für rund acht Stunden die Dortmunder Innenstadt in Atem. Rund 1000 Nazi-Gegner aus verschiedenen Lagern demonstrierten weitgehend friedlich gegen den Aufmarsch der Partei "Die Rechte". Im Verlauf des Marsches kam es zu mehreren Sitzblockaden, die jedoch von der Polizei geräumt wurden. Mehrere Angehörige der Antifa wurden festgenommen, als sie versuchten, in den abgesperrten Bereich der Nazi-Demo vorzudringen.

Dortmunds OB Ullrich Sierau sprach sich für Sitzblockaden aus. Dortmund müsse nazifrei werden, so der Oberbürgermeister.Foto: Stefan Reinke

Gegen Ende des Aufmarschs eskalierte die Lage noch einmal, als Rechte einen Böller auf die Gegendemonstranten warfen. Dabei wurden vier Menschen verletzt, darunter drei Mitglieder der Piratenpartei. Die Polizei konnte kurz darauf den mutmaßlichen Täter festnehmen.

Tumulte bei der Abreise der Neonazis

Auch bei der Abreise der Neonazis über die S-Bahn-Station Dortmund-Stadthaus kam es zu kleineren Eskalationen zwischen der Polizei und den Rechten. Drei Nazis wurden festgenommen, später aber wieder freigelassen. Gegen Angehörige des Anti-Nazi-Bündnisses "Dortmund nazifrei" setzte die Polizei Pfefferspray ein.

Die Polizei löst eine Sitzblockade vom Linken im Tunnel Deggingstraße/Voßkuhle auf.Foto: Katrin Figge

Bei einer zentralen Kundgebung gegen den rechten Aufmarsch betonte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau, dass er Sitzblockaden für ein legitimes Mittel des Zivilen Ungehorsams halte. In der Tradition von Mahatma Gandhi und Martin Luther King müsse friedlicher Protest möglich sein, um die Vision von einem nazifreien Dortmund Wirklichkeit werden zu lassen, so Sierau.

 

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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/live-ticker-neonazis-und-gegner-demonstrieren-in-dortmund-id8380669.html
2013-08-31 10:00
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