Linke besetzen alten Aldi in Dortmund - Polizei stürmt Haus

Die Einsatzkräfte nahmen vor Ort zehn Menschen fest und räumten das Umfeld des Gebäudes.
Die Einsatzkräfte nahmen vor Ort zehn Menschen fest und räumten das Umfeld des Gebäudes.
Foto: mmdo
Was wir bereits wissen
Links-Aktivisten haben in der Dortmunder Nordstadt wieder ein Gebäude besetzt. Die Polizei stürmte den ehemaligen Aldi und nahm zehn Besetzer fest.

Dortmund.. Zum dritten Mal in einer Woche haben Links-Aktivisten am Freitagabend ein leerstehendes Gebäude in der Nordstadt besetzt, diesmal traf es ein ehemaliges Aldi-Gebäude in der Straße Lütgenholz. Um hinein zu gelangen, zerschlugen sie eine Fensterscheibe.

Die Polizei vermutet eine bestimmte Gruppe hinter der Aktion. Gegen 21.30 Uhr sei es demnach gewesen, als sich etwa 30 Menschen vor dem Gebäude versammelten. Sie warfen eine Scheibe ein und verschafften sich so Zutritt zu dem Haus. An der Außenfassade hängten sie ein Banner mit der Aufschrift "Besetzt" auf.


Schnell habe der Hausbesitzer ermittelt werden können, der Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch stellte, schreibt die Polizei in einer Pressemeldung vom Samstag. Anschließend stürmte die Polizei das Gebäude und nahm zehn Besetzer fest.

Avanti-Zentrum organisiert Freiraumtage Dortmund

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich vor dem ehemaligen Aldi-Center etwa 65 weitere Aktivisten und Sympathisanten, die sich laut Polizeimeldung "erst nach mehrfacher Aufforderung entfernten". Dem "politisch linksgerichteten Spektrum" hätten die Besetzer angehört, heißt es weiter. Polizei-Pressesprecher Gunnar Wortmann sagt dazu, es sei "schwer davon auszugehen, dass die Besetzer sich zu 100 Prozent mit der Gruppe Avanti identifizieren."Bei dem Avanti-Zentrum handelt es sich um einen losen Verbund von linken Aktivisten, die ein Autonomes Zentrum in Dortmund fordern. Wortmann weiter: "Wir haben ja im Moment so etwas wie eine Aktionswoche."

Wortmann meint damit die sogenannten Freiraumtage Dortmund, die das organisiert hat. Dabei handelte es sich um eine Reihe von Veranstaltungen rund um Wohnraummangel, Kapitalismuskritik und linkes Aktivistentum. So lernten die Teilnehmer unter anderem, wie sie (Polizei-)Hundebisse und die Folgen von Pfefferspray behandeln.


Kurz vor dem offiziellen Beginn der Aktionswoche "Freiraumtage" waren Mitglieder und Unterstützer des Avanti-Zentrums in der Nacht zu Ostersonntag in das Gebäude des ehemaligen Gartencenters Herde an der Bornstraße eingedrungen, am vergangenen Donnerstag besetzten sie kurzfristig ein Grundstück am Hafen.
Kirchenbesetzung


Das Avanti-Zentrum war im vorigen Jahr zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Im August quartierten sich etwa 50 Aktivisten in der profanierten Albertus-Magnus-Kirche an der Enscheder Straße in der Nordstadt ein. Nach einer Woche wurden sie von der Polizei gezwungen, das Kirchengebäude zu verlassen.


Im Oktober versuchten die Avanti-Anhänger, die ungenutzte neuapostolische Kirche an der Braunschweiger Straße zu besetzen. Hier griff die Polizei schnell durch und räumte die Kirche noch in derselben Nacht.