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"Hallas" mit "Ganz schön...

Liebe, Lust, Leidenschaft

15.11.2009 | 16:21 Uhr

Sie sind frech und zotig, und kennen kein Tabu.

Fast jeder bekommt sein Fett weg. Da wird über die eigene Freundin gelästert, gegen Dortmund gestichelt und selbst die Jesusfigur muss für ein paar derbe Späße herhalten. „Ganz schön feist” - Der Name ist Programm. Bei Watt'n Hallas, dem Comedyfestival im Fritz-Henßler-Haus, machten die drei Göttinger mit den markanten Haarschnitten ihrem Ruf alle Ehre.

Und doch: Man ist geneigt, alles zu verzeihen, so höflich und melodisch trugen Frontmann Mathias Zeh, Rainer Schacht und Christoph Jess ihre Unverschämtheiten in feinstem A Capella-Gesang vor. Merke: Ist es erst eingebettet in braven Kreuz- und Paarreimen, hört sich alles viel netter an. „Wir sind die Geilsten, wir sind die Tollsten, wir nehmen die Fresse am Vollsten”, hieß es in einem Rap-Song aus dem neuen Bühnenprogramm „Klassentreffen”. Machos wollen die Drei übrigens auch noch sein. Ein Blick auf die Bühnenoutfits in Knallbonbonfarben genügte jedoch, um zu sehen, dass sie wohl selber nicht so recht dran glauben. Keiner wurde verschont, sie selbst am allerwenigsten. Frei nach dem Motto „Wer verteilt, muss auch einstecken können”, verpetzten sich die Lästerschwestern gegenseitig. Der Freundschaftsbeweis ließ nicht lange auf sich warten: Man sei wie Elmex und Aronal, „da passt nix dazwischen." Kaum die Nettigkeiten ausgetauscht, folgten wieder die musikalischen Fisimatenten.

Nie grob, nie prollig, und immer mit viel Charme beleuchtete das Trio Alltagsphänomene. Die Frage, worüber echte Kerle reden, kann nun gewissenhaft beantwortet werden. Es geht ums Messiesyndrom, Stotterprobleme, Falten und natürlich Liebe, Lust und Leidenschaft. Mann sein, lernen wir, ist nicht einfach. Schon gar nicht, wenn Frau a.) unter hormonellen Schwankungen leidet, b.) Brüder hat, c.) nichts von einem will oder d.) immer nur das eine, nämlich seinen Körper. Ungewöhnliche Bekenntnisse von den Feisten, die eigentlich sooo gerne Machos wären. Und wieder bestätigt sich das alte Vorurteil: Männer, die bellen, beißen nicht. Sie wollen nur spielen.

Mirja Zipfel

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