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Mobbing

Lehrer fordern wegen "Hamster-Affäre" Rücktritt des Regierungspräsidenten

11.11.2011 | 05:58 Uhr
Lehrer fordern wegen "Hamster-Affäre" Rücktritt des Regierungspräsidenten
Schülerin wegen Hamster aus der Schule gemobbt.

Dortmund.  Die "Hamster-Affäre" um Mobbing-Vorwürfe gegen eine Dortmunder Lehrerin zieht weite Kreise. Jetzt fordert die Lehrergewerkschaft den Rücktritt des Regierungspräsidenten. Grund: Er hatte sich für die betroffene Schülerin eingesetzt.

In der sogenannten „Hamster-Affäre“ ist die nächste Eskalationsstufe gezündet. Jetzt fordert die Lehrergewerkschaft „lehrernrw“ den Rücktritt von Prof. Dr. Gerd Bollermann , der sich für eine gemobbte Schülerin eingesetzt hatte.

„Wie im Zusammenhang mit der so genannten ‚Hamster-Affäre‘ eine Lehrkraft an den Pranger gestellt wird, ist ungeheuerlich“, kommentiert Brigitte Balbach, Vorsitzende von „lehrer nrw“, die Vorgänge an der Wellinghofer Johann Gutenberg Realschule.

„Der Arnsberger Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann lässt zu, dass eine Lehrerin öffentlich gebrandmarkt wird. Er inszeniert sich als Kindesbeschützer, trifft sich höchstpersönlich mit den Eltern – aber mit der beteiligten Lehrerin haben bis jetzt weder er noch der zuständige Abteilungsleiter der Bezirksregierung gesprochen.“

Kommentar
Es wird absurd!

Der „Hamster-Fall“ von Wellinghofen mausert sich zur landesweiten Affäre. Jetzt schaltet sich eine Lehrergewerkschaft ein und fährt schwere Geschütze auf.

Worum ging’s? Eine Lehrerin, die eine Zehnjährige in Sippenhaft nimmt, ihre Aufsichtspflicht verletzt und Psychoterror im Namen des Tierschutzes anwendet. Am Ende muss gar das Ordnungsamt die artgerechte Haltung des Nagers begutachten. Wenn auch nur ein einziger Vorwurf davon stimmt, ist die Aufsichtsbeschwerde berechtigt.

Die WR ist sorgfältig vorgegangen. Sie hat vor der Veröffentlichung mit dem Schulleiter gesprochen. Sie hatte vor der Veröffentlichung die Stellungnahme der Aufsichtsbehörde in Händen. Und sie hat kein Tribunal veranstaltet und den Namen der Lehrerin bewusst aus der Geschichte herausgelassen.

Als der Regierungspräsident den Fall in guter Absicht schlichten wollte und kurzfristig einen unaufgeregten Ortstermin ansetzte, war die Sache für die Redaktion eigentlich erledigt. Den Rest soll nun wirklich die Schulaufsicht regeln.

Doch jetzt macht eine Lehrergewerkschaft ein neues Fass auf und fordert den Rücktritt von Dr. Gerd Bollermann. Die Lehrerin habe sich richtig verhalten. Es handele sich nämlich um einen Fall von Tierquälerei. Und jetzt wird’s absurd: Selbst eine Lehrergewerkschaft stellt das Wohl eines Nagers über das Wohl einer Zehnjährigen!           Gerald Nill

Der Regierungspräsident habe eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Lehrkräften. Die hat er im vorliegenden Fall „eklatant verletzt“, so Balbach. Obwohl der Sachverhalt noch nicht geklärt sei, gebe der RP Mitteilungen heraus, die die Mobbing-Vorwürfe noch befeuern („Kinder dürfen nicht gemobbt werden“).

Balbach: „Fakt ist, dass es sich hier um einen Akt der Tierquälerei handelt, dem nachgegangen werden muss.“

Die Gewerkschaft fordert: „Auch unter Berücksichtigung von Zeugenaussagen kommen wir zu dem Schluss, dass sich die Lehrerin korrekt verhalten hat und die Mobbing-Vorwürfe haltlos sind. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft muss die Angelegenheit zur Chefsache machen.“

Hier werde eine Lehrkraft in unverantwortlicher Weise einer regelrechten „öffentlichen Hinrichtung“ preisgegeben. Balbach: „Wir fordern die Ministerpräsidentin auf, diesen Regierungspräsidenten zu entpflichten.“ Statt seiner Fürsorgepflicht nachzukommen, profiliere dieser sich öffentlichkeitswirksam.

Gerald Nill

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Kommentare
16.11.2011
20:31
Am peinlichsten...
von ste.engels | #59

...ist der selbstgerechte Kommentar von Herrn Nill. Das Wohl eines Kindes ergibt sich doch nicht aus Nachlässigkeit. Wenn es sich um Tierquälerei handelte ist selbstverständlich dagegen vorzugehen, und dann ist das auch nicht automatisch - wie Nill suggeriert - eine Entscheidung gegen das Kind. Peinlich, peinlich - wenn die Recherchen so schlecht waren wie der Kommentar, ist das ein Armutszeugnis für die WR.

12.11.2011
13:33
das ist sehr wohl Mobbing
von MadamePottine | #58

Wenn eine Lehrerin erstens vor versammelter Klasse sagt das dass Kind genau so eine Lügnerin sei wie ihr Burder ist das sehr wohl mobbing. Zum zweiten ist es unverantwortlich die Klasse einen Aufsatz darüber schreiben zu lassen, welcher die Tat des Kindes ihren Hamster mitzubringen, als Tierquälerei beschreiben sollte. Das sich hierzu das besagte Kind vor die Klasse stellen musste, um unfreiwillig von jedem anderen Kind vorgelesen zu bekommen wie schlecht die Tat war ist wahrscheinlich nur pädagogische härte und kein Mobbing. Ja ne is klar !!!

12.11.2011
13:05
Naja...
von usedom1218 | #57

Ich war zwar nicht dabei, aber das waren wohl eh nur die wenigsten Protagonisten. Bei manchen Kommentatoren sehe ich auch rot. Keiner war dabei, aber auf irgendeine Seite muss man sich anscheinend DOCH stellen. Wo z.B. ist der genannte Pranger, an welchen die Lehrerin gestellt wird? Diese Sache wird untersucht und das finde ich durchaus gerechtfertigt. Das Kind als Schulversager hinzustellen (wie hier einige ableiten zu müssen) finde ich genauso überzogen, wie die Reaktion der Gewerkschaft, die gleich einen Rücktritt fordert

- Und noch etwas zu dieser Hamster"kugel": Diese Dinger gehören absolut verboten, genau wie Hamsterlaufräder aus Metallstangen. Es gibt Laufräder aus Holz oder Plastik, die weitaus geeigneter sind! Wenn schon Tierschutz, dann dort anfangen, wo der Verkauf von sinnlosen und gefährlichen Gegenständen dem Kunden suggeriert, dass es ok sei, so etwas zu kaufen. Warum macht der Tierschutz nicht mal Kontrollen in Zoogeschäften?

12.11.2011
10:37
Kein Verständnis für Verdi
von sunny2007 | #56

Ich kann Verdi nicht verstehen. Klar hätte der Hamster nicht so in die Schule gedurft. Man darf aber nicht vergessen, dass es um ein Kind geht. Da hätte die Lehrerin ihre Schülerin nicht so an den Pranger stellen dürfen. Dem Kind Tierquälerei zu unterstellen und damit auch einen gewissen Vorsatz, finde ich ziemlich daneben.

Entsetzt bin auch über das Vokabular von Verdi. Man muss nicht alles so auf die Spitze treiben.Dadurch bingt man die Lehrerin doch nur noch mehr ins Rampenlicht. Also scheint es Verdi gar nicht um die Lehrerin zu gehen, sondern um eigenen Interessen.

11.11.2011
20:56
Blockierter Kommentar.
von Moderation | #55

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

11.11.2011
20:48
@dummmberger
von vaikl | #54

Einfach nochmal ganz genau lesen, was wann wo in welcher Reihenfolge von welchen Medien berichtet wurde und sich nicht wie die Geier allein auf den heutigen Artikel stürzen.

Medienkompetenz sollte man von Eltern schon erwarten dürfen, von Lehrern und deren Funktionären eigentlich sowieso.

1 Antwort
??????
von dummmberger | #54-1

Was hat Ihr Kommentar mit meinem Beitrag zu tun?

11.11.2011
20:10
Ich bin anscheinend doof
von dummmberger | #53

Obwohl ich alle Artikel zu dem Thema gelesen habe, weiß ich immer noch nicht, was wirklich passiert ist. Und so sehe ich neidisch auf meine Mitkommentatoren, die anscheinend ganz genau wissen, wie die Sache gelaufen ist. :-)

Dabei machen hier eigentlich beide Seiten dasselbe: Aus den spärlichen Informationen wird in Verbindung mit bereits vorhandenen Vorurteilen über Lehrer, Kinder, Eltern, Regierungspräsidenten oder Gewerkschaften das passende Urteil gebildet.

11.11.2011
20:04
wirklich absurd!
von auchdortmunder | #52

Alleine das foto, zeigt doch schon, was für ein süßer hamster, was für ein tierliebes mädel, wie kann man ihr das nur antun? Und die WR denkt sich das liest dann jeder..
Aber fakt ist doch: Wenn ich lehrer wäre und ein schüler einen hamster in einer laufkugel mit in die schule bringen würde, könnte ich das als aufsichtsperson auch nicht dulden. Wer sich mit der laufkugel beschäftigt hat, muß denke ich eingestehen, dass diese nicht einem artgemäßen Umgang mit hamstern entsprechen. Und jetzt stelle man sich noch einen ganzen schultag mit pausen vor..
Insofern war es richtig, dies zu unterbinden. Und an dieser stelle hat die lehrerin einen fehler gemacht und hätte in einer weiteren unterichtsstunde das thema "sinnstiftend" in den untericht einbauen müßen. Die schülerin, von der man in dem alter keine tiefen einblicke in das thema "artgerechte haltung" erwarten kann, wäre das und ihren mitschülern sicher im pädagoschischen sinne besser bekommen als das was die WR jetzt drauss macht.
In der gesamten berichterstattung fehlt mir die aussage der lehrerin und anwesender zeugen.
Und das die gewerkschaft der lehrer jetzt den rücktritt von dem RP fordert ist doch ein witz! Natürlich kann er mobbing, psychoterror usw. an schulen nicht dulden!
Bloß: Er wäre vieleicht besser informiert gewesen, wenn er sich zunächst mit allen direkt beteiligten ausgetauscht hätte.. Anstatt vielleicht sein wissen nur aus der WR zu beziehen, die mit ihren wortfindungen für diese sache, eine schlammschlacht erst recht anstaccheln! War das denn jetzt mobbing? Psychoterror? Eine saubere berichterstattung kann dies ja vielleicht noch klären. Oder ist das zuviel für die WR ???

11.11.2011
19:43
und ganz egal,
von MutterTheresa | #51

wie sich der Sachverhalt letztlich herausstellen wird. Der Lehrerin wird inquisitorisch ein Fehlverhalten "nachgewiesen"

11.11.2011
19:41
Warum...
von MutterTheresa | #50

ist mein Beitrag blockiert worden?

Ich bin zutiefst entsetzt darüber, wie hier eine Lehrerin an den öffentlichen Pranger gestellt wird, ohne zu wissen, was wirklich passiert ist.
Ich bin zutiefst entsetzt darüber, wie Herr Nill das auch noch schürt.
Ich bin zutiefst entsetzt darüber, wie selbstgerecht die Kommentatoren hier schon ihr Urteil gefällt haben und der Lehrerin jegliche Fairness verweigern, sich aber sehr wohl auf das hohe Ross schwingen, die Ehrenhaftigkeit für sich gepachtet zu haben.
Ich bin zutiefst entsetzt darüber, dass es tatsächlich Kommentatoren gibt, die anscheinend glauben, Lehrer wären durch das System geschützt.

Wie dieser Fall doch eindeutig zeigt, ist diese Frau kein bisschen geschützt.
Der RP, die Presse und die meisten Kommentatoren treiben sie doch vor sich her wie ein Tier, das eh keine Chance hat.
Nicht einmal Lehrer-NRW darf sich für sie einsetzen, dabei sind Gewerkschaften doch genau dafür da.
Werden dieser Frau noch irgendwelche Menschenrechte zugestanden?

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