Leere Tanks und kalte Heizungen wegen Frost in Dortmund
09.02.2012 | 16:10 Uhr 2012-02-09T16:10:00+0100
Dortmund. Wer beim Heizöl-Kauf geknausert hat, sitzt nach zwei Wochen Frost oft schon im Kalten. Der Nachschub hat Lieferzeiten, bestelltes Heizöl kann in diesen kalten Zeiten schon mal fünf Tage auf sich warten lassen. Sonst wird tags darauf geliefert. Jetzt aber ist der Dortmunder Hafen dicht, der Kanal zu.
Seit zwei Wochen erst zeigt uns der Winter die kalte Schulter. Und schon hat es Dutzende eiskalt erwischt. Sie sitzen auf dem Trockenen – soll heißen: Im Kalten. Und das bis zu fünf Tage – so lang sind inzwischen die Lieferzeiten in Dortmund bei Happe.
Heino Happe schüttelt den Kopf: Eigentlich liefern er und seine sieben Mitarbeiter von einem Tag auf den anderen. Jetzt aber ist der Dortmunder Hafen dicht, der Kanal zu. Nachschub gibt’s in Duisburg – und da stehen die Heizöl-Händler Schlange. Bei den Minusgraden schließlich bollern die Heizungen, was das Öl hergibt. Aber doch erst seit zwei Wochen? „Die Leute bevorraten sich nicht mehr“. Früher, da tankte man im Herbst voll und wusste, das reicht bis zum nächsten Winter. „Heute tanken sie mal 200 Liter, mal 500...“ Und die sind bei einem Durchschnittsverbrauch in frostigen Zeiten von um die 20 Liter schnell weg.
Heizölpreise ändern sich bis zu zehn Mal am Tag
Warum das so ist? Des Preispokers wegen. Bis zu zehn Preisänderungen pro Tag haben sie heutzutage, sagt Happe und er betreibt das Geschäft hier seit über 40 Jahren. Das ist nicht viel anders als an den Spritsäulen fürs Auto – man wartet aufs Schnäppchen und fährt dabei den Tank leer. „Das Geld ist eben knapp“.
Allein am Wochenende haben ihn zehn Dortmunder per Notruf angefunkt, am Sonntag nochmal zwei – alle saßen und sitzen im Kalten. Fünf Tage Lieferzeit, zuckt er mit den Schultern, schneller geht’s nicht. Und: Stammkunden haben Vorrang. Die bekommen auch mal einen Insider-Tipp von Michael Happe: Wie man mit zwei Zehn-Liter-Kanistern Diesel die Heizung für zwei Tage wieder ans Laufen kriegt...
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