Das aktuelle Wetter Dortmund °C
Portrait

Lebensgeschichte einer Dortmunder Autorin wird verfilmt

15.09.2012 | 08:00 Uhr
Lebensgeschichte einer Dortmunder Autorin wird verfilmt
Die Autorin Valeska Reon lebt in Dortmund. In naher Zukunft soll ihr erstes Buch "Blumen für ein Chamäleon" verfilmt werden.Foto: starshooting.de

Dortmund.   Die Dortmunder Autorin Valeska Réon wurde als Mann geboren und schrieb darüber ein autobiografisches Werk. Dieser erste Roman wird bald verfilmt. Das ehemalige Model betreibt außerdem ein Detektivbüro und brütet über einer Krimi-Fortsetzung.

Als Valeska Réon im Jahr 1991 der Liebe wegen nach Dortmund kam, war sie noch nicht die erfolgreiche Autorin, die sie heute ist. Damals hatte die gelernte Visagistin und Kosmetikerin gerade eine erfolgreiche Modelkarriere hinter sich. Der Ullstein Verlag veröffentlichte ihr erstes Buch, einen humorvoll geschriebenen Schönheitsratgeber, erst 1997. Doch schon drei Wochen später wurde die zweite Auflage gedruckt und erschien beim Weltbild-Verlag als Hardcover.

Im Abstand von jeweils einem Jahr verfasste die gebürtige Rheinländerin zwei weitere Bücher , alle unter einem Pseudonym. Auch der Liebe wegen: „Mein Ex-Mann wollte nicht, dass ich seinen Namen verwende“, erinnert sich die noch nicht ganz 50-Jährige schmunzelnd. „Da habe ich den Namen einfach umgestellt und meine eigene Version daraus gemacht.“

Höchstes Lob von den Lesern

Ihr eigenes Ding, das macht Valeska Réon schon lange. 1962 als Viktor geboren fand sie schnell heraus, dass irgendetwas nicht stimmte. „Ich wäre lieber als Mädchen auf die Welt gekommen. Irgendetwas war schiefgelaufen bei der Verteilung der X- und Y-Chromosome“, beschreibt Réon in ihrem autobiografischen Roman „Blumen für ein Chamäleon“, der auf Online-Buchportalen in den höchsten Tönen gelobt wird.

Verständnis gab es nur bei ihrer Tante Christa, die heute noch ihre engste Vertraute und beste Freundin ist. Der Bruch mit den Eltern folgte noch vor dem Abitur, auch nach dem Tod des Vaters gab es keinen Kontakt zur Mutter. „Auf so ein Kind kann man nicht stolz sein“, ließ die Mutter beim ersten Bucherfolg ausrichten.

Kein Abtauchen in der Szene

Und so wurde Viktor nach einer geschlechtsangleichenden Operation auch auf dem Papier zur Frau.

Ein offizielles Coming Out oder ein Abtauchen in der Transgender-Szene gab es nie. „Es hat nie jemand erfahren. Es hat auch nie jemand nachgefragt,“ erzählt Réon von der Selbstverständlichkeit ihres Seins.

Nach einer Ausbildung in der Kosmetikbranche landete Valeska Réon durch Zufall in der Modewelt. Bei der Arbeit in einem Düsseldorfer Friseursalon wurde sie kurzerhand als Model entdeckt. Mittlerweile hat sie beide Berufe zugunsten einer ganz anderen Tätigkeit abgelegt. In Antwerpen betreibt sie ein erfolgreiches Detektivbüro, Niederlassungen in Wien und London hat sie soeben verkauft. Ein baldiger Umzug des Antwerpener Büros nach Dortmund steht in naher Zukunft auf den Plan.

Internationale Veröffentlichung

Vor allem beschäftigt sie in diesen Tagen ihr 2012 erschienener Roman „Blumen für ein Chamäleon“: Der österreichische Regisseur Jakob M. Erwa hat die Drehbuchrechte an Valeskas Lebensgeschichte erworben. Der Film soll „Transmorphos“ heißen und 2014 auf die große Leinwand kommen. Ein weiterer, größerer Verlag hat sich gemeldet und zeigt Interesse, den Roman international zu veröffentlichen.

Auch ein Nachfolger ist bereits geschrieben, statt eines Romans ist es diesmal allerdings ein Krimi geworden. „Die Inspiration habe ich natürlich aus meinem Detektivbüro.“ sagt Réon schmunzelnd.

Privat geht es hingegen ruhig zu im Hause Réon. Damit das auch so bleibt, erfährt der Leser ihren richtigen Namen nicht, es bleibt bei der Verwendung ihres Autorenpseudonyms. „Man weiß ja nie.“

In der Gartenstadt fühlt sich die Dortmunderin „dermaßen wohl, dass ich hier nie mehr weg möchte. Es ist, als ob ich immer hier gewesen wäre.“

Stephanie Jungwirth



Kommentare
Aus dem Ressort
Dortmunds erste Notebook-Klasse soll Pionierarbeit leisten
Schule
Im Unterricht an deutschen Schulen finden Computer so gut wie nicht statt. An einer Dortmunder Schule gibt es seit Beginn des Schuljahres die stadtweit einzige Notebook-Klasse. Nach und nach sollen die Rechner fest in den Unterricht integriert werden. Eine Nachbarstadt ist da schon viel weiter.
Bombenattrappe am alten Hauptzollamt - Gebäude geräumt
Entschärfer vor Ort
Bombenalarm am ehemaligen Hauptzollamt an der Hainallee: Dort ist am Freitagmorgen ein verdächtiges Paket mit Drähten gefunden worden. Das Gebäude wurde evakuiert. Ein Bombenentschärfer untersuchte das Drahtgebilde - und gab schließlich Entwarnung.
Entwarnung nach Bombenalarm am alten Dortmunder Hauptzollamt
Evakuierung
Bombenalarm am ehemaligen Dortmunder Hauptzollamt an der Hainallee: Dort ist am Freitagmorgen ein verdächtiges Paket mit Drähten gefunden worden. Das Gebäude wurde evakuiert. Ein Bombenentschärfer wurde gerufen und gab schließlich Entwarnung. Die Polizei hat einen möglichen Verdächtigen.
Patient bekommt nach falscher OP 20.000 Euro Schmerzensgeld
Krankenhaus
Späte Genugtuung für einen 49-jährigen Ex-Patienten des Evangelischen Krankenhauses Bethanien in Dortmund-Hörde: Das Oberlandesgericht Hamm hat dem Mann 20.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen, weil er im Januar 2007 unnötig und zudem auch noch falsch an der Bandscheibe operiert worden ist.
IS-Terroristen nutzen Technik von Dortmunder Neonazis
Terror
Der Internet-Dienst „0x300“ wird offenbar auch von der islamischen Terrormiliz genutzt. Anbieter der Technik ist der Dortmunder Rechtsextremist Dennis Giemsch, der Server steht in den USA. Das NRW-Innenministerium sieht keine Anhaltspunkte für eine bewusste Zusammenarbeit zwischen „IS“ und Nazis.
Fotos und Videos