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Nazi-Demo

Lautstarker Protest in Dortmund bei Aufmarsch von etwa 380 Nazis

31.03.2012 | 12:50 Uhr
Unter lautstarkem Protest zogen etwa 380 Nazis am Samstagabend durch Dortmund. Die Polizei konnte ein Aufeinandertreffen mit gewaltbereiten Linken weitgehend verhindern.Foto: DerWesten

Dortmund.   Mit einem Großaufgebot wollte die Polizei am Samstag 380 Nazis bei ihrem Marsch durch Dortmund und hunderte mitunter gewaltbereite linke Gegendemonstranten voneinander trennen. Das gelang: Zwischen Hauptbahnhof und Dorstfeld kam es nur zu Scharmützeln. Unser Liveticker zum Nachlesen.

Das Polizeihubschrauber-Knattern über Dortmund sowie viele Blaulichtwagen verrieten bereits am Morgen: Es ist wieder ein Demo-Samstag. Die Einsatzleitung wollte mit einem Großaufgebot den Aufmarsch von erwarteten 350 und tatsächlich 380 Neonazis und die Gegendemonstrationen flexibel begleiten , Absperrungen gab es zwischen der Rheinischen Straße. Wie beim gescheiterten Blockadeversuch am Westcenter oder einer körperlichen Auseinandersetzung vor einer Eisdiele in der Rheinischen Straße bleib es bei Scharmützeln, es gab keine nennenswerte Gewalteskalation. Unser Liveticker zum Nachlesen:

21.09 Uhr: Ohne weitere Vorkommnisse endet die Nazi-Demo, vom S-Bahnhof Dortmund-West fahren die Teilnehmer ab. Wir beenden unsere Berichterstattung und danke für das Interesse.

20.30 Uhr: Kurz vor Ende des Nazi-Marsches räumt auch die Polizei an vielen Stellen ihre Sachen zusammen. Nach Schätzungen sollen 1600 bis 1800 Beamte im Einsatz gewesen sein. Viele von ihnen ließen, so vernahm es unser Reporter, durchblicken, dass das neue und flexible Einsatz-Konzept aufgegangen sei. Auch bei vielen Bürgern hörte unser Redakteur vielfach Erleichterung, dass sie am Samstag im Wesentlichen Dortmunds Innenstadtstraßen passieren konnten und nicht durch starre Absperrungen eingeschränkt wurden.

Video
Die rechte Szene marschiert auf der Rheinischen Straße zur Rettung ihres Versammlungshauses. Dagegen protestierten zahllose Bürger friedlich in der Innenstadt. Aufgerufen hatten dazu u.a. Bündnis 90/Grüne.

19.51 Uhr: Weiteres Zeichen der Entspannung: Die Polizei hat nach eigener Aussage die Sperrmaßnahmen am Dortmunder Wall und an der Bahnhofstraße aufgehoben. Auch die Rheinische Straße ist in beide Richtungen bis zur Unionstraße wieder frei.

19.32 Uhr: Eine kleine Sitzblockade Linker in der Beuthstraße soll die Polizei aufgelöst haben, auch ansonsten scheint die flexible Abgrenzungstaktik der Einsatzleitung ohne längeres Absperren von größeren Gebieten aufgegangen zu sein. Zumindest gibt es keine Meldungen von weiteren Auseinandersetzungen. Da bleibt sogar Zeit für ein Pinkelverbot: Als zwei Rechte sich aus der Gruppe lösen und an der Oswaldstraße austreten wollen, hindern Einsatzkräfte sie an ihrem Geschäft mit den Worten: "Der Veranstaltungsleiter hat dafür Sorge zu tragen, dass Toiletten für die Teilnehmer zur Verfügung stehen."

19.07 Uhr: Zwischenkundgebung der Rechten vor dem weitgehend geräumten "Nazi-Haus" Rheinische Straße 135 . Insgesamt ist es deutlich ruhiger geworden. Auf Seiten der Autonomen Nationalisten wird von 450 rechten Demo-Teilnehmern gesprochen, die Polizei bleibt bei 380.

18.52 Uhr: Nach dem Vorfall an der Eisdiele ziehen die Einsatzkräfte Schutzhelme auf und rücken näher an die marschierenden Nazis heran. Am neuralgischen Punkt Westcenter empfangen linke Gegendemonstranten das feindliche Lager lautstark. Das Trenn-Konzept der Polizei geht hier aber auf: Die Rechten können auf der - stadtauswärts gesehen - linken Fahrbahn unter reichlich Protest auch einer Antifa-Gruppe weiterziehen.

18.41 Uhr: Etwa 100 Meter vor dem Westcenter nimmt der laute Protest gegen die Nazis dann zu. Plötzlich stürmen einige Rechte auf eine Eisdiele zu und attackieren Gegendemonstranten. Die Situation eskaliert aber nur kurz, die Polizei geht dazwischen, die aggressiven Nazis ordnen sich wieder in ihre Reihen ein. Auch Journalisten geraten kurz zwischen die Fronten.

Über die vollgesperrte Rheinische Straße zog die Nazi-Demo am frühen Abend Richtung Dorstfeld. Foto: DerWesten

18.38 Uhr: Vom Westenhellweg schaut die Antifa dem in die vollgesperrte Rheinische Straße abbiegenden Nazi-Tross, der wohl in zwei Gruppen aufgeteilt ist, hinterher. In der Rheinischen hält sich der Protest von Bürgern im Gegensatz zum Königswall vorerst in Grenzen. Die Rechten halten ein Plakat mit Sticheleien in Richtung Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Polizeipräsident Wesseler, ein Schalke-Anhänger, hoch: "Dortmund den Dortmundern und Schalker können wir auch nicht leiden". Nun ja.

18.31 Uhr: Der Nazi-Marsch hat begonnen. Mit Trillerpfeifen ausgestattet, bereiten einige Bürger, eine 100-köpfige Gruppe sowie etwa das Bündnis "Dortmund bunt statt braun" mit dem DGB den Rechtsextremen auf dem Königswall einen ungemütlichen Empfang. Die Polizei hat die Route, die nach dem Wall vom Westentor nach rechts auf die Rheinische Straße Richtung Dorstfeld biegt, abgesperrt.

18.28 Uhr: Die Nazis stehen abmarschbereit hinter dem Harenberg City Center. Zwischendurch aber auch mal was Buntes: Partei-Aktivisten der Grünen sorgen am Rand der Rechten-Kundgebung mit ihren Teletubbies-Kostümen für einen echten Hingucker. Respekt. Aber wie heißt es ja: Einen schönen Mann kann nichts entstellen...

18.02 Uhr: Während sich die Situation an der Rheinischen Straße um viele jugendliche Linke zu beruhigt haben scheint, ist die Nazi-Kundgebung noch nicht beendet, erneut ertönt Musik. Eigentlich sollten die Rechten gegen 18 Uhr von der Bahnhofstraße über den Königswall auf die Rheinische Straße losmarschieren.

Am Rande der Nazi-Kundgebung demonstrierten die Grünen in schrägen Kostümen. Foto: DerWesten

17.36 Uhr: Erste Demonstranten des linken Spektrums, darunter das Bündnis Dortmund nazifrei, proben vor dem REWE-Markt an der Rheinischen Straße eine Sitzblockade. Die Polizisten, die in Scharen das Westcenter absichern, beenden dieses kleine Scharmützel humorlos. Eine größere Gruppe mit etwa 120 bis 150 gewaltbereiten Linken, die in der Lange Straße gesichtet wurde, hat sich wohl in Richtung Innenstadt aufgedröselt.

17.24 Uhr: Die Rheinische Straße ist Richtung Innenstadt ab dem Dorstfelder Hellweg zurzeit gesperrt, zudem der Wall zwischen Hauptbahnhof und Westentor. Auch über die Humboldt-, Ritter- bzw. Unionstraße sollen Gewaltbereite nicht auf die Route der Rechten gelangen können. Über Twitter verkündet das Antifa-Bündnis, dass ihre Leute doch nur shoppen gehen wollen...

17.07 Uhr: Etwa 380 Nazis verfolgen die Auftaktkundgebung der Rechten in der abgesperrten Bahnhofstraße. Unterdessen bewegen sich laut Polizei "mehrere hundert offensichtlich gewaltsuchende Personen in Kleingruppen aus der bereits beendeten Gegendemonstration aus verschiedenen Richtungen auf den Aufzugsweg der Rechtsextremen zu". Die Einsatzleitung richtet vorbereitete Sperrstellen ein und zieht starke Polizeikräfte zusammen. Dennoch will sie die Beeinträchtigungen für die Bevölkerung so gering wie möglich halten und appelliert daher, sich von jeglicher Form der Gewalt zu distanzieren und fernzuhalten.

Gewaltbereite Linke in Kleingruppen wollen auf Nazi-Route

16.39 Uhr: Es könnte später Ungemach drohen: Laut Polizei-Mitteilung halten sich südlich der Rheinischen Straße "mehrere hundert gewaltbereite Personen des linken Spektrums auf. Aus Sicherheitsgründen mussten die Sperrmaßnahmen der Polizei südlich und westlich der Rheinischen Straße verstärkt werden." Prompt berichtet unser Reporter, dass sich eine Reiterstaffel auf den Weg macht.

Mit schwerem Gerät wie Räumfahrzeugen und Wasserwerfern will die Polizei notfalls ein Aufeinandertreffen Rechter und Linker in Dortmund verhindern. Foto: DerWesten

16.32 Uhr: Pünktlich hat die Nazi-Kundgebung begonnen. Hinter dem Hardenberg City Center dringt allerdings wenig davon auf den Wall, auch der "Geleitschutz" der Polizei vom Hauptbahnhof direkt zur Bahnhofstraße verlief angesichts der kurzen Wege laut unseres Reporters problemlos. Im Umfeld der Versammlung stehen Wasserwerfer und Räumfahrzeuge bereit.

16.29 Uhr: Während die Polizeikontrollen der Rechten an der Bahnhofstraße andauern (zwei vermeintliche Ingewahrsamnahmen wollte ein Polizeisprecher nicht bestätigen), rückt auch das Westcenter in den Fokus der Einsatzkräfte. Dort wollen sich vermehrt Linke versammeln, um sich dann gegen Abend den Nazis auf der Rheinischen Straße entgegenstellen zu können. Auch hier zeigt die Polizei Präsenz und beobachtet die Entwicklung. So ist die Rheinische Straße in Fahrtrichtung Innenstadt im Bereich Dorstfelder Hellweg gesperrt.

16.07 Uhr: Rund um den Hauptbahnhof kommt es wegen der Kundgebung der Rechten zu Beeinträchtigungen für Verkehrsteilnehmer und Teilsperrungen von Straßen. Übrigens, auch in Lübeck, Nürnberg, Brandenburg/Havel, Hof und Frankfurt soll es heute Nazi-Demos mit Gegenveranstaltungen geben.

Video
Ab Freitagabend protestiert auch Dortmunds U-Turm oben auf seiner Videoprojektion gegen Rechtsradikalismus in der Stadt.

15.40 Uhr: Die Vorbereitungen der Rechten zu ihrer Kundgebung, mit der sie gegen die Räumung "ihres" Hauses Rheinische Straße 135 demonstrieren wollen, laufen weiter. Die Polizei filzt rund um die Bahnhofstraße die zahlreichen Ankömmlinge gründlich, hat Durchsuchungszelte aufgebaut. Und während die Kampstraße teilgesperrt ist, leuchtet oben am U-Turm wie schon bei den vergangenen Rechten-Demos: „Ich, der Turm, fand schon damals Nazis voll uncool.“

15.26 Uhr: Erstes Durchatmen am Nachmittag. Während sich viele Rechte etwa über die Rheinische Straße (an Hausnummer 135 hat sich ein kleiner Polizei-Kessel gebildet) zur Nazi-Kundgebung am Hauptbahnhof aufmachen, entspannt sich auch die Polizei. Unsere Reporterin sah Einsatzkräfte, die auf der Unionstraße im Wasserwerfer kurz wegdösten.

Nazi-Marsch unter Protest

 

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Lautstarker Protest in Dortmund bei Aufmarsch von etwa 380 Nazis
Lautstarker Protest in Dortmund bei Aufmarsch von etwa 380 Nazis
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2012-03-31 12:50
Dortmund