Langemeyer soll gegen Atommeiler stimmen
31.10.2008 | 18:23 Uhr 2008-10-31T18:23:38+0100Warm anziehen mussten sich 20 Atomkraftgegner, als sie gestern Mittag vor der U-Bahn-Station Stadtgarten drei Stunden lang Mahnwache standen gegen den Bau eines neuen Atomkraftwerks in Belene, einem von Erdbeben bedrohten Gebiet in Bulgarien, nur wenige .
... Kilometer von der rumänischen Grenze entfernt. Ihre Botschaft: hochaktuell. Der Adressat: Dr. Gerhard Langemeyer. Dortmunds Oberbürgermeister spricht ein Wörtchen mit, wenn der Aufsichtsrat des RWE-Konzerns am Sonntag zu einer Sondersitzung zusammenkommt, um darüber zu entscheiden, ob der Energieriese mit 1,5 Mrd. in das umstrittene Projekt einsteigen soll.
Im Sommer 2007 waren der Erwerb einer 49 %-Beteiligung sowie der spätere Betrieb des Kernkraftwerks ausgeschrieben worden, am 3. Oktober hatte der Essener Konzern - u.a. gegen E.on - den Zuschlag bekommen. Es handelt sich um den ersten Neubau eines russischen Reaktor-Typs innerhalb der Europäischen Union.
"1983 haben selbst sowjetische Wissenschaftler gegen den Neubau an diesem Standort gewarnt. Schließlich ist die Region um Belene im Jahre 1977 von einem starken Erdbeben erschüttert worden. Und nur wenige Kilometer vom jetzt geplanten Kraftwerksstandort entfernt sind 120 Menschen umgekommen," erinnert Heffa Schücking von der Umweltorganisation urgewald. Mit dieser Investition spiele RWE "russisches Roulette mit der Gesundheit und Sicherheit von Millionen von Europäern".
Der Sorge der Umweltverbände sowie des Vereins Heim-statt Tschernobyl schließen sich die Dortmunder Grünen an. Es sei "ein Unding, einerseits Hilfe für die Opfer der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl zu organisieren, anderseits einem Kraftwerk zuzustimmen, das schon als Risikoreaktor geplant und gebaut wird." Sie appellieren an OB Langemeyer, im RWE-Aufsichtsrat die Investition zu blockieren.
Langemeyer wollte der WAZ gestern nicht sagen, wie er abstimmen wird. Im Frühjahr, so berichtete die "Welt", hätten kommunale Anteilseigner der RWE sowie Arbeitnehmervertreter heftige Kritik an dem Projekt geäußert.
09:04
Das Gejammere über das Atomkraftwerk in Belene ist Folge der kurzsichtigen und dummen Atompolitik der BRD.
An Stelle von modernen und auf höchstem Sicherheitsstandard betriebenen Atomenergieanlagen in Deutschland wird nun nach der Vogel Strauss Politik der preiswerte Atomstrom im Ausland eingekauft.
Über die dortigen Sicherheitsstandards dürfen die Deutschen nur ganz am Rande mitreden.
Schon heute stammen in der Grundlast wesentliche Anteile des Stromes in der BRD aus französischen und osteuropäischen Atomkraftwerken. Mensch kann sicher sein - der Anteil wird noch steigen. Alternativ müsste Deutschland mit Stromausfällen leben lernen, auf Industrie verzichten und sündhaft teuren vermeintlichen Ökostrom bezahlen.
Dumm gelaufen. Gefährlich wird es wenn Rechte mit dem Slogan: Volksstrom für die Volksgemeinschaft werben .......