Landtagsabgeordnete bei Nazi-Demo durch Böllerwurf verletzt

Dortmunder demonstrieren gegen Neonazis. Als Rechte einen Böller auf die Gegendemonstranten geworfen haben, wurden vier Menschen verletzt, darunter drei Mitglieder der Piratenpartei.
Dortmunder demonstrieren gegen Neonazis. Als Rechte einen Böller auf die Gegendemonstranten geworfen haben, wurden vier Menschen verletzt, darunter drei Mitglieder der Piratenpartei.
Foto: Stefan Reinke
Was wir bereits wissen
Einmal mehr benutzten Neonazis Dortmund als Aufmarschplatz. Laut Polizei kamen rund 370 Teilnehmer zum rechten Aufzug. Gegen Ende der Demonstration wurden durch einen Böllerwurf von Rechtsradikalen vier Menschen verletzt — darunter eine Landtagsabgeordnete der Piratenpartei.

Dortmund.. Etwa 370 Rechtsradikale hielten für rund acht Stunden die Dortmunder Innenstadt in Atem. Rund 1000 Nazi-Gegner aus verschiedenen Lagern demonstrierten weitgehend friedlich gegen den Aufmarsch der Partei "Die Rechte". Im Verlauf des Marsches kam es zu mehreren Sitzblockaden, die jedoch von der Polizei geräumt wurden. Mehrere Angehörige der Antifa wurden festgenommen, als sie versuchten, in den abgesperrten Bereich der Nazi-Demo vorzudringen.

Gegen Ende des Aufmarschs eskalierte die Lage noch einmal, als Rechte einen Böller auf die Gegendemonstranten warfen. Dabei wurden vier Menschen verletzt, darunter drei Mitglieder der Piratenpartei. Die Polizei konnte kurz darauf den mutmaßlichen Täter festnehmen.

Tumulte bei der Abreise der Neonazis

Auch bei der Abreise der Neonazis über die S-Bahn-Station Dortmund-Stadthaus kam es zu kleineren Eskalationen zwischen der Polizei und den Rechten. Drei Nazis wurden festgenommen, später aber wieder freigelassen. Gegen Angehörige des Anti-Nazi-Bündnisses "Dortmund nazifrei" setzte die Polizei Pfefferspray ein.

Bei einer zentralen Kundgebung gegen den rechten Aufmarsch betonte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau, dass er Sitzblockaden für ein legitimes Mittel des Zivilen Ungehorsams halte. In der Tradition von Mahatma Gandhi und Martin Luther King müsse friedlicher Protest möglich sein, um die Vision von einem nazifreien Dortmund Wirklichkeit werden zu lassen, so Sierau.

Live-Ticker: Das war der Demo-Tag in Dortmund

+++ 20.05 Uhr: Uuund noch ein allerletztes Fazit der Polizei: "Ein arbeitsreicher Tag für die Polizei geht zu Ende. Das polizeiliche Gesamtkonzept ist aufgegangen. Mit den wenigen Störungen sind wir souverän umgegangen und hatten die Lage jederzeit im Griff", erklärte der Einsatzleiter der Dortmunder Polizei, Leitender Polizeidirektor Dieter Keil. "Das es zu Verletzungen gekommen ist bedauere ich sehr", so Dieter Keil weiter. Diese wenigen Zwischenfälle trüben das Bild der insgesamt friedlichen Demonstrationen ein wenig. In zwei Fällen gingen gewaltbereite Linksautonome gegen die an den Absperrungen eingesetzten Beamten vor. Dadurch wurde die Polizei gezwungen, Pfefferspray und Schlagstock einzusetzen. "Die Tatsache, dass die Rechtsextremisten für Gewalt und Verletzte verantwortlich sind, entspricht nicht den Erwartungen an eine demokratische Partei", so Polizeipräsident Norbert Wesseler. Wie berichtet hatten rechte Gewalttäter aus dem Schutz der Versammlung heraus auf kritische Meinungsäußerungen mit Böllerwürfen reagiert. Durch diese gefährliche Gewalteskalation wurden fünf Menschen verletzt, darunter ein Mitglied der Landtagsfraktion der Piraten und ein Polizeibeamter. Der Rechtsextremist wurde vorläufig festgenommen. Gegen ihn wird u.a. wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Insgesamt wurden fünf Personen des linksextremistischen und drei des rechtsextremistischen Spektrums zur Verhinderung von Straftaten in Gewahrsam genommen. Darüber hinaus wurde eine Person festgenommen, die per Haftbefehl gesucht wurde.

+++ 18.30 Uhr: Zum Ende noch ein Fazit der Polizei: Um 15.23 Uhr lief eine ca. 100 Personen starke Störergruppe in Richtung B1. Um eine Gefährdung auszuschließen, mussten die Zufahrten an der B 1 in Richtung Innenstadt im Bereich Voßkuhle, Märkische Straße und Ruhrallee für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden. Diese Gruppe wurde als Versammlung bewertet und durch die Polizei begleitet. Während der Zwischenkundgebung der Rechtsextremisten trat ein Redner mit einer Sturmmaske auf. Dies wurde von der Polizei untersagt. Auf der Ernst-Mehlich-Straße wurden aus einem Café heraus Teilnehmer des rechten Aufzuges provoziert, die daraufhin aus dem Aufzug ausbrechen wollten. Die Polizei musste gegen die Rechtsextremen Pfefferspray einsetzen. Im Bereich der Einmündung Märkische Straße/Saarlandstraße wurde aus dem Aufzug der Rechtsextremisten heraus Pyrotechnik gezündet. Dabei wurden fünf Personen leicht verletzt. Unter den Verletzten befinden sich auch ein Mitglied der Landtagsfraktion der Partei Die Piraten sowie ein Polizeibeamter. Ein tatverdächtiger Rechtsextremist wurde festgenommen. Ein Ermittlungsverfahren wird eingeleitet.

+++ 18.29 Uhr: Die Antifa-Demo endet am Hauptbahnhof.

+++ 18.25 Uhr: In Dorstfeld steigt derweil das Friedensfest und dauert noch bis in den späten Abend.

+++ 18.13 Uhr: Die drei Festgenommenen werden wieder freigelassen. Die Nazis reisen ab.

+++ 18.10 Uhr: Die Antifa-Demo am Stadttheater zieht los.

+++ 17.51 Uhr: Die Tumulte beim Abmarsch der Rechten sind entstanden, als die Polizei drei Neonazis aus der Gruppe heraus festnehmen wollten. Die Drei waren irgendwann im Verlauf der Demonstration durch Straftaten aufgefallen. Bei ihrer Festnahme kam es zu Handgreiflichkeiten. Die Nazis sind jetzt von Polizisten umstellt.

+++ 17.46 Uhr: Sanitäter kommen. Offenbar wurde eine junge Frau verletzt. Nach kurzer Behandlung ziehen die Sanis wieder ab. Später kommt ein

+++ 17.42 Uhr: Tumult beim Transport der Rechten zur S-Bahn. Mehrere Festnahmen, Rangeleien mit der Polizei. Die Stimmung ist aufgeheizt.

+++ 17.38 Uhr: Die Nazi-Demo ist offiziell beendet Die Abreisephase beginnt. Die Rechten werden von der Polizei zur S-Bahn geführt. Die Antifa demonstriert am Stadttheater.

+++ 17.37 Uhr: Die Polizei bestätigt die Verhaftung eines Tatverdächtigen. Vier Personen seien durch den Böller verletzt worden. Der Böllerwurf wurde wohl von einem Pressevertreter gefilmt.

<blockquote class="twitter-tweet"><p>Ein von den Rechten geworfener Böller hat 2 von uns verletzt. Wir wünschen MdL Birgit und Lennert, die auf dem Weg ins KH sind alles Gute.</p>&mdash; Piraten Dortmund (@PiratenDO) <a href="https://twitter.com/PiratenDO/statuses/373832309696647168">August 31, 2013</a></blockquote>

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+++ 17.31 Uhr: Bei der Abschlusskundgebung der Rechten wurde ein Teilnehmer festgenommen. Offenbar handelt es sich um den Böllerwerfer.

+++ 17.23 Uhr: Bei dem Böller, der von den Rechten geworfen wurde, handelt es sich offenbar um einen selbstgebastelten Feuerwerkskörper. Mit Nägeln gespickt hätten die Verletzungen leicht Der Böller flog hinter eine Absperrung auf der Seite der Gegendemonstranten und verletzt drei Mitglieder der Piratenpartei. Darunter Kreisverbandsvorsitzender David Grade und MdL Birgit Rydlewski (an Arm und Fuß).

+++ 17.11 Uhr: Offenbar gab es auf Seiten der Gegendemonstranten drei Verletzte durch von den Nazis geworfene Böller. Unter den Verletzten soll die Piraten-MdL Birgit Rydlewski sein.

+++ 17.02 Uhr: Die Rechtsradikalen bereiten sich auf ihre Abschlusskundgebung vor.

+++ 17.01 Uhr: Ohrenzeugin spricht von einem Knall, den sie gehört hat. Der sei auf der Seite der Linken zu hören gewesen — der Böller müsse also von den Rechten geworfen worden sein.

<blockquote class="twitter-tweet"><p>Die Spuren des Böllers. Umstehende wurden leicht verletzt. <a href="https://twitter.com/search?q=%23nonazisdo&amp;src=hash">#nonazisdo</a> <a href="http://t.co/VgXt5vIDKT">pic.twitter.com/VgXt5vIDKT</a></p>&mdash; Dortmund nazifrei! (@do_nazifrei) <a href="https://twitter.com/do_nazifrei/statuses/373825459295125504">August 31, 2013</a></blockquote>

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+++ 17 Uhr: Bei dem Vorfall am Stadewäldchen sollen Böller von den Rechten geworfen worden sein. Aber auch aus Reihen der Gegendemonstranten sind wohl Böller geflogen. Unübersichtliche Situation.

+++ 16.58 Uhr: Unterdessen treffen Angehörige der Antifa am Platz der Alten Synagoge ein.

+++ 16.56 Uhr: Eben gab es einen Zwischenfall: Kurz vor der Ecke Märkische Straße/Saarlandstraße wollten aus einem Café Gegendemonstranten auf die Route der Neonazis. Aus deren Reihen gehen einige Rechte auf sie zu. Polizei trennt beide Lager wieder. Sie setzt dabei Pfefferspray ein.

+++ 16.55 Uhr: Vom Stadewäldchen aus ist es nicht mehr weit bis zum Ort der rechten Abschlusskundgebung am Südbad.

+++ 16.53 Uhr: Neonazis nähern sich dem Stadewäldchen. Einige Linke haben offenbar versucht, das Restaurant als Durchschlupf hinter die Absperrung zu nutzen. Nun sind die Türen verschlossen.

+++ 16.49 Uhr: An der Kreuzung von Saarland- und Märkische Straße soll sich die nächste Gegendemo formieren.

+++ 16.44 Uhr: Die Piraten beschallen die Straße aus großen Boxen mit lauter Musik und verteilen Trillerpfeifen an die Demonstranten. Damit diese ihren eigenen Lärm aushalten, gibt's von den Piraten auch orangene Ohrenstöpsel.

+++ 16.33 Uhr: Unterdessen nähern sich die Nazis.

+++ 16.31 Uhr: Am Wahlkreisbüro der Piraten wird gegen Rechts gefeiert und getanzt. Es ist LAAAAUUUT!!!

+++ 16.27 Uhr: Gerade läuft ein kurzfristig angemeldeter linker Demonstrations-Zug mit 100 Beteiligten die Märkische Straße runter zum Wahlkreisbüro der Piraten. Die Polizei will dafür sorgen, dass sich die Neonazis und diese Gegen-Demo nicht in die Quere kommen.

+++ 16.12 Uhr: Die Nazis marschieren wieder — Richtung Märkische Straße.

+++ 16.09 Uhr: Es wurde eine Demo angemeldet: Von der Ophoff-Kreuzung über die Märkische Straße zum Büro der Piraten.

+++ 16.08 Uhr: An der Märkischen Straße warten derweil die Piraten in ihrem Wahlkreis-Büro an der Nummer 64 auf die Neonazis. Die Landtagsfraktion der Piraten hat dorthin eine öffentliche Fraktionsitzung auf den Samstagnachmittag gelegt, um an der Strecke gegen die Neonazis protestieren zu können. "Wir beschallen derweil die Märkische Straße. Tanzen gegen Nazis", schreibt Landtags-Piratin Birgit Rydlewski auf Twitter.

<blockquote class="twitter-tweet"><p><a href="https://twitter.com/search?q=%23nonazisdo&amp;src=hash">#nonazisdo</a> RT <a href="https://twitter.com/DortmundQuer">@DortmundQuer</a>: Es gibt eine angemeldete Demo von der Kreuzung Westfalendamm X Märkischestr hoch zum Piratenbüro.</p>&mdash; Rya (@_Rya_) <a href="https://twitter.com/_Rya_/statuses/373809101698260992">August 31, 2013</a></blockquote>

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+++ 16.07 Uhr: Antifa-Gruppen hatten unterdessen versucht, über die B1 und Kohlgartenstraße zu den Rechten vorzudringen. Sie wurden von der Polizei festgesetzt.

+++ 16.05 Uhr: Wenn die Zwischenkundgebung beendet ist, sollen die Rechten weiterziehen. Die Schlusskundgebung soll am Südbad stattfinden.

Vermummter Redner muss Rede abbrechen

+++ 15.42 Uhr: Offenbar darf das nicht. Der Redner musste seine Rede abbrechen. Allerdings erst nach fünf Minuten. Die Polizei hat seine Personalien aufgenommen.

+++ 15.34 Uhr: Der erste Redner der Rechten ist mit einer Sturmhaube vermummt — darf das?

+++ 15.21 Uhr: Die Situation am Ort der Zwischenkundgebung ist angespannt. Die Neonazis wirken nervös. Gerade hat eine Gruppe von etwa 20 bis 30 Rechten versucht, über einen Vorgarten auszubrechen. Die Polizei hat sie wieder eingefangen.

+++ 15.15 Uhr: Konfusion. Eine Gruppe von rund 100 Neonazis ist schnellen Schrittes mit Transparenten in die Kullrichstraße abgebogen. Die Polizei hat sie aber wieder auf den rechten Weg geführt. Jetzt findet die Kundgebung doch statt, ein Lautsprecherwagen kommt.

+++ 15.13 Uhr: Die Zwischenkundgebung der Neonazis ist ausgefallen — offenbar war ihr Lautsprecherwagen kaputt. Jetzt laufen sie wieder los.

+++ 15.06 Uhr: Die Nazis drehen um und gehen wieder durch den Tunnel.

+++ 15.03 Uhr: Wenige Meter von den Nazis entfernt hat das Bündnis "Dortmund nazifrei" eine Demo angemeldet — mit improvisiertem Lautsprecherwagen. Zwischen den Nazis und Nazi-Gegnern steht ein Wasserwerfer.

+++ 14.50 Uhr: Die Neonazis stehen noch vor dem Tunnel an der Deggingstraße. Sie warten auf ihren Lautsprecherwagen, um dann ihre Zwischenkundgebung abzuhalten.

+++ 14.28 Uhr: Die Nazis stehen nur rund 20 Meter von der Sitzblockade entfernt und schauen der Polizei bei der Räumung zu.

+++ 14.25 Uhr: Die Polizei räumt die Sitzblockade. Die Nazis sind fast da.

+++ 14.18 Uhr: Neuer Zwischenstand von der Polizei:

Am Sammelort der Rechtsextremisten fanden sich 370 Teilnehmer ein und haben sich auf die Aufzugsstrecke begeben.

Gegen 12.40 Uhr wurden im Bereich des Gerichtsplatzes insgesamt 60 gewaltbereite Linksautonome angehalten und überprüft. Drei Personen wurden wegen des Besitzes von Pyrotechnik in Gewahrsam genommen. 57 Personen erhielten einen Platzverweis. An einer polizeilichen Sperrstelle im Bereich Düsseldorfer Straße/Kronprinzenstraße versuchten 40 gewaltbereite Linksautonome erfolglos, die Absperrungen zu überwinden. Hier musste die Polizei den Schlagstock einsetzen.

An einer Sperrstelle Im Defdahl griffen 60 gewaltbereite Linksautonome die dort eingesetzten Polizeibeamten an. Trotz Pfeffersprayeinsatz durch die Polizei gelang es 38 Personen die Absperrung zu überwinden. Diese Personen befinden sich derzeit im dortigen Tunnel an der Deggingstraße. Die Polizei bewertet dies als Spontanversammlung. Diese Versammlung wurde aufgelöst und die Personen bereits zweimal aufgefordert sich zu entfernen.

Am Aufzug des Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus beteiligen sich mehr als 500 Teilnehmer. Darüber hinaus nahmen ca. 400 Personen an den übrigen Gegendemonstrationen teil. Zwei Demonstrationen wurden vor Beginn abgesagt.

+++ 14.15 Uhr: Das Bündnis "Dortmund nazifrei" twittert, die Personalien der Blockierer an der Hamburger Straße seien aufgenommen worden. Das droht dann den Blockiern im Tunnel wohl auch.

<blockquote class="twitter-tweet"><p>Unsere Personalien wurden aufgenommen. Mal sehen ob was nachkommt. Wir halten euch auf dem Laufenden. <a href="https://twitter.com/search?q=%23nonazisdo&amp;src=hash">#nonazisdo</a> <a href="https://twitter.com/search?q=%23donazifrei&amp;src=hash">#donazifrei</a></p>&mdash; Dortmund nazifrei! (@do_nazifrei) <a href="https://twitter.com/do_nazifrei/statuses/373780826619932672">August 31, 2013</a></blockquote>

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Sitzblockade auf dem Marschweg der Neonazis

+++ 14.12 Uhr: Die Blockierer sind sehr laut. Vermutlich wird die Polizei die Versammlung auflösen. Vor zwei Jahren gelang es, einen Nazi-Aufmarsch auf der Saarlandstraße an Sitzblockaden vorbei zu führen. Das ist in dem Tunnel nicht möglich.

+++ 14.09 Uhr: Die Blockierer rühren sich nicht. Was wird die Polizei unternehmen? Der Tunnel ist ein Nadelöhr auf der Aufmarsch-Route.

+++ 14.02 Uhr: Die Polizei erklärt die Sitzblockade an der Deggingstraße zur Versammlung und fordert zur Auflösung auf.

+++13.33 Uhr: Antifa-Gruppen liefern sich im südlichen Kaiserstraßenviertel ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei.

+++ 13:31 Uhr: Die Antifa zieht Zwischenbilanz. Da heißt es unter anderem:

Gegen 10.45 bildete sich eine erste größere Sitzblockade in der Gerichtsstraße, die bald durch eine zweite an der Ecke Lübecker Straße und Rosa-Buchthal-Straße ergänzt wurde. Schnell waren alle Zugänge zum Gerichtsplatz, auf dem die Nazikundgebung beginnen sollte, blockiert. Die Polizei ließ es sich jedoch nicht nehmen, wieder einmal den Nazis den Weg frei zu räumen: Sie begann, die Sitzblockaden zu räumen, bevor die Nazis überhaupt komplett angereist waren. Hierbei kam es bereits zu ersten Gewahrsamnahmen und Platzverweisen gegen Nazigegner. Der Auftaktkundgebungsort der Neonazis musste auf Grund der Blockaden verlegt werden.

Tobias Schmidt, Pressesprecher der Autonomen Antifa 170, zieht insgesamt eine positive Bilanz des Vormittags: „Wir haben den Naziaufmarsch zumindest zeitweise blockiert und konnten Nazis und Polizei zwingen, den ursprünglich geplanten Auftaktort zu verlegen.“ Er wertete dies als ersten Teilerfolg und kündigte an, dass die Antifa auch im Laufe des Tages weiter dem Naziaurmarsch entgegentreten wolle. „Der Widerstand gegen die Nazis geht weiter, und wir werden trotz willkürlichen Polizeimaßnahmen weiterhin versuchen, auf die Route zu kommen und die Nazis zu stoppen. Die Nazis sollen sich warm anziehen!“

+++ 13.31 Uhr: In der Tat. Rund 30 Leute — wohl Kurden — sitzen im Tunnel an der Voßkuhle/Ecke Deggingstraße. Polizei ist vor Ort.

+++ 13.25 Uhr: Das Bündnis "Dortmund stellt sich quer" meldet eine weitere Sitzblockade auf der Marschroute.

+++ 13 Uhr: Es ist laut! Die Rechten sind quasi umzingelt von Gegendemonstranten. Die Gegner sind nur 100 Meter entfernt und entfachen ein Inferno aus Trillerpfeifen.

+++ 12.57 Uhr: Die Polizei erhöht auf 400 Teilnehmern der rechten Demo.

+++ 12..45 Uhr: Zwischenmeldung der Polizei:

Die Spontanversammlung Gerichtsstraße / Bremer Straße (gemeint ist die Sitzblockade, Anm. d. Red.) hat die Polizei um 10:34 Uhr aufgelöst. Im Anschluss wurden die Personen mehrfach aufgefordert sich zu entfernen. Diesen Aufforderungen kamen bis auf 11 Personen alle nach.

Auf der Gerichtsstraße haben sich bis zum jetzigen Zeitpunkt ca. 300 Rechtsextremisten eingefunden.

Im Innenstadtbereich von Dortmund bewegen sich Kleingruppen aus dem linksautonomen Spektrum. Eine Gruppe von ca. 50 Linksautonomen wurde an einer Sperrstelle am Gerichtsplatz von der Polizei angehalten und kontrolliert. Mehrere Personen wurden zur Verhinderung von Straftaten in Gewahrsam genommen und der Gefangenensammelstelle zugeführt.

+++ 12.38 Uhr: Ein Wolkenbruch pünktlich zu Beginn der rechten Veranstaltung. Die große Gegen-Demo hat ihren Protest-Ort in Hör- und Sichtweite der Neonazi-Route erreicht. Sie stehen nun an einer Polizeiabsperrung in der Gerichtsstraße Ecke Kaiserstraße etwa 100 Meter von den Neonazis entfernt.

+++ 12.30 Uhr: Der Demonstrationszug von der Reinoldikirche trifft am Ostentor auf rund 150 weitere Nazi-Gegner.

+++ 12.11 Uhr: Doch nicht so pünktlich — die Rechten hatten Ärger mit den Lautsprechern. Jetzt startet ihre Kundgebung. Die Nazis haben auf der Kreuzung Hamburger Straße Ecke Gerichtsstraße einem von der Firma Sixt geliehenen LKW quer aufgestellt, so dass Gegendemonstranten auf der anderen Seite der Hamburger Straße die Nazis nicht sehen können.

+++ 12.05 Uhr: Die Antifa hat offenbar eine Sitzblockade an der Lübecker Str. errichtet, die von der Polizei geräumt werden soll.

+++ 12 Uhr: Der Nazi-Aufmarsch setzt sich allmählich in Bewegung. Die Sitzblockade kann offenbar bestehen bleiben, die Rechten werden ein bisschen umgeleitet.

+++ 11.53 Uhr: Der Protestzug setzt sich an der Reinoldikirche in Bewegung. Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau sagte in seiner Rede, ihm gehe "das herz auf", wenn die vielen Demonstranten sehe. Im vergangenen Jahr sei es ein "gutes Gefühl" gewesen, als ein Verbot des angemeldete Aufmarschs durch das Bundesverfassungsgericht bestätigt wurde.

Die Neonazis würden nun jedoch das Parteien-Privileg ausnutzen. Offenbar sei die Partei Die Rechte allerdings zerstritten, da zusätzlich zur heutigen Demo des Landesverbandes auch der Bundesvorsitzende der Partei, Christian Worch, eine Demo für kommenden Samstag angemeldet habe.

Sierau sprach sich in seiner Rede gegen Gewalt aus, betonte aber, dass er Zivilen Ungehorsam als legitimes Mittel im Kampf, dass "Dortmund eines Tages nazifrei ist" betrachte.

Erste Neonazis treffen ein — Sitzblockade am Aufmarschort

+++ 11.47 Uhr: Inzwischen sind rund 200 Nazis am Versammlungsort.

+++ 11.42 Uhr: Gespenstisch: In unmittelbarer Nähe zu den Blockierern sammeln sich die ersten Nazis. Zwischen den Gruppen nur ein Polizei-Bulli.

+++ 11.40 Uhr: Die Blockade darf wohl bestehen bleiben!

+++ 11.29 Uhr: Die zentrale Gegenkundgebung an der Reinoldikirche ist im vollen Gange: 700 bis 800 Menschen sind gekommen, schätzt unser Reporter. Friedrich Stiller vom Arbeitskreis Dortmund gegen Rechtsextremismus eröffnet die Kundgebung, fordert unter Applaus von Hunderten das Verbot der Partei "Die Rechte".Jutta Reiter vom DGB erklärt: "Diese Stadt hat Nazis satt." Großer Beifall.

+++ 11.15 Uhr: Die Polizei hat die Blockierer zum dritten Mal aufgefordert, die Sitzblockade aufzulösen und mit der Feststellung der Personalien gedroht. Darauf sind einige der Protestler aufgestanden. Aber nicht alle. Etwa die Hälfte der Blockierer hat sich rund 50 Meter umgesetzt.

+++ 11.10 Uhr: Die Grünen-Politikerin Daniela Schneckenburger ist zu den Blockierern gekommen und twittert, das Gerichtsviertel sei "komplett dicht".

<blockquote class="twitter-tweet"><p>Wasserwerfer, Räumpanzer. -Gerichtsviertel komplett dicht mit Polizeikräften <a href="https://twitter.com/search?q=%23nonazisdo&amp;src=hash">#nonazisdo</a></p>&mdash; dani schneckenburger (@dani_sch) <a href="https://twitter.com/dani_sch/statuses/373733580683616256">August 31, 2013</a></blockquote>

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+++ 11.03 Uhr: SPD-Bundestagskandidatin Sabine Poschmann ist unter den Sitzblockierern auf der Bremer Straße. Sie sagt, die Blockierer wollten ein Zeichen setzen, aber nichts Illegales tun. Gewalt komme nicht in Frage. Die Polizei hat die Blockierer unterdessen gebeten, die Aktion um 50 Meter zu verlegen.

+++ 10.52 Uhr: Um die Sitzblockade hat sich ein Ring aus Polizisten gezogen. Hinter einer Häuserecke steht bereits eine Hundertschaft in voller Montur.

+++ 10.50 Uhr: Die Polizei will zunächst die Kommunikaton mit den Blockierern suchen. Das weitere Vorgehen hänge auch davon ab, inwieweit die angemeldete Demo der Rechten durch die Blockade behindert werde.

+++ 10.42 Uhr: An der Sitzblockade im Gerichtsviertel nimmt auch die SPD-Politikerin Sabine Poschmann teil.

+++ 10.40 Uhr: Unterdessen beginnen die Auftaktkundgebungen der anderen Bündnisse gegen Rechts. Anschließend folgt der Sternmarsch zum Willy-Brandt-Platz.

+++ 10.30 Uhr: In der Tat: An der Ecke Bremer Straße / Gerichtsstraße haben sich laut Polizei 30 Demonstranten auf die Straße gesetzt.

+++ 10.25 Uhr: Das Bündnis "Dortmund nazifrei" twittert: "Wir sitzen. Kommt dazu. Jetzt!"

<blockquote class="twitter-tweet"><p>Wir sitzen. Kommt dazu. Jetzt!</p>&mdash; Dortmund nazifrei! (@do_nazifrei) <a href="https://twitter.com/do_nazifrei/statuses/373722017096544257">August 31, 2013</a></blockquote>

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+++ 10.20 Uhr: Nazi-Gegner berichten von Absperrungen und Wasserwerfern im Bereich der Hamburger Straße. Von dort aus wollten einige Protestler versuchen, auf die Marschroute zu gelangen, um eine Sit5zblockade zu errichten. Dortmunds OB Ullrich Sierau hatte im Vorfeld den Aufruf zu Sitzblockaden unterstützt.

+++ 10.15 Uhr: Die voraussichtliche Route der Neonazis: Gerichtsstraße, Hamburger Straße, Von der Goltz-Straße, Im Defdahl, Deggingstraße, Karl-Marx-Straße, Feldstraße, Heiliger Weg, Ernst-Mehlich-Straße.

+++ 10.10 Uhr: Um 12 Uhr wollen sich die Neonazis in der Nähe des Landgerichts treffen. Vorher werden schon die ersten Gegendemos starten. Um 11.30 Uhr wird es eine zentrale Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz geben. Vor dort ziehen die Gegendemonstranten in die östliche Innenstadt, wo sie in der Nähe der Aufmarschroute der Rechten protestieren wollen.

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