Ländliches Löttringhausen
17.03.2009 | 14:23 Uhr 2009-03-17T14:23:00+0100Löttringhausen stand im Schatten Kirchhördes. Vier Höfe prägten den Ort über Jahrhunderte. Sie wurden erstmals 1486 erwähnt, 264 Jahre später gab es sie immer noch. Nur die Zahl der Kötter hatte sich von zwei auf sechs erhöht.
Im Steuerbuch der Grafschaft Mark von 1486 werden die Höfe Neuhoff und Frieg erwähnt, Möller (1416) und Schmidt (1455) sind vermutlich älter. Entstanden sind die Höfe Neuhoff und Frieg durch Rodungen in der Großholthauser Mark. Zur Preußenzeit um 1750 waren es immer noch nur vier. Die Höfe und Kotten wechselten über Jahrhunderte ihre zumeist adligen Besitzer häufig und waren lange auch im kirchlichen Besitz.
So der Möller-Hof. Seine erste Erwähnung datiert aus 1416 in den Unterlagen der Grafschaft Mark. Das Anwesen ist allerdings erheblich älter und vermutlich der erste Hof in Löttringhausen. Heute befindet sich hier ein Begeg-nungszentrum der AWO.
In einer Urkunde des Grafen Adolf von Kleve-Mark aus dem Jahr 1416 ist erwähnt, dass der Graf den Overbeckhof in Persebeck, ein Gut in Stockum (heute Witten) und einen Hof in Löttringhausen an die Burgkapelle in Hörde übereignet hat. Der Hofname Möller erscheint aber erst im 16. Jahrhundert. Im Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 werden vier Höfe er-wähnt. Zu ihnen gehörte der Möllerhof. Der Geschichts-forscher Johann Dietrich v. Steinen nennt in seinem Buch über die westfälische Geschichte unter den jährlichen Einkünften der Schlosskapelle in Hörde auch den Hof in „Lorrinckhusen”.
1713 wird der reformierte Pastor zu Hörde als Hofherr des Möllerhofs erwähnt. Im Jahr 1813 erwarb der Pächter Heinrich Möller das Eigentumsrecht an dem Hof von der reformierten Kirchengemeinde in Hörde. Einige Höfe und Kotten wurden erst 1828 von ihren jeweiligen Pächtern übernommen.
Zu Löttringhausen rechnete man früher auch die bedeu-tenden bäuerlichen Ortschaf-ten Groß- und Kleinholthau-sen.
Mit dem Bau der Eisen-bahnstrecke von Dortmund nach Herdecke im Jahr 1879 fielen Teile der bäuerlichen Anwesen dem Bahnbau zum Opfer. Bis ins 20. Jahrhun-dert bestand der Ort vor-nehmlich aus Ackerland mit kleinen Waldflächen. Dieses reizvolle ländliche Ortsbild änderte sich erst durch die Ansiedlung von Bergleuten im 19. Jahrhundert. Industrie hatte Löttringhausen nie. Dafür aber die größte Zeche im Dortmunder Süden, Gottessegen, die alle anderen im Süden überlebte.
Im Laufe des 20. Jahrhun-derts wuchs eine dichtere Besiedlung mit ein- oder zweistöckigen Häusern. 1965 schließlich wurde die Groß-siedlung um die Schneider-straße mit mehrstöckigen Gebäuden errichtet. Dazu kamen aber auch Eigenheim-bauten im Bungalowstil, diese Siedlung zieht sich bis zum Tal des Kirchhörder Bachs hin.
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