Zuschauer hatten glänzende Augen
16.07.2009 | 18:49 Uhr 2009-07-16T18:49:00+0200Es wären einem noch ein gutes Dutzend Klassiker eingefallen, die Eric Burdon am Mittwoch im mit 600 Zuschauern gut gefüllten Strobels noch hätte spielen können.
„River Deep, Mountain High”, „Tobacco Road” oder „Monterey” fehlten im 90-Minuten-Set der Rocklegende, die euphorisch von seinen Fans gefeiert wurde. Die Länge des Auftritts war letztlich das einzige Manko an einer überzeugenden Show, in der sich trotzdem ein Gassenhauer an den anderen reihte. Schließlich ist der in Kalifornien lebende Brite seit über 40 Jahren im Geschäft und hat mit den Animals, mit War und auch Solo Millionen von Ton-trägern verkauft.
68-Jähriger zeigte
sich bestens gelaunt
Auch wenn der große Teil des Publikums die Lebenshälfte längst überschritten hat und auch die meisten Burdon-Klassiker auch schon 40 Jahre auf dem Buckel haben, klingen die Songs auch im 21. Jahrhundert zeitlos. „When I was Young” und „San Franciscan Nights” aus Burdons Hippie-Phase, könnten auch von einer der neuen amerikanischen Jam-Bands sein. Die junge Lyra-Spielerin in Burdons Band gibt den Songs jenen verhuschten Touch, den Burdons Nummern auf den grandiosen Alben „Winds Of Change” und „Twain Shall Meet” hatten.
Kaum zu glauben, dass der Meister sie erst kurz vor Beginn der Tour in die Band geholt hat. Knackig und zackig dagegen die frühen Rhythm & Blues-Klassiker aus der Animals-Phase. „Boom Boom” von John Lee Hooker - Anfang der 60er durch die erste Generation der britischen Beat-Welle populär gemacht - reißt die Menge ebenso mit wie „C.C. Rider”. Auch wenn Burdon die Höhen nicht mehr ganz so Rasierklingenscharf tritt wie anno dazumal, ist der 68-Jährige immer noch gut bei Stimme. Auch Burdons Laune scheint prächtig.
Als bei „Don't Let Me Be Misunderstood” aus 600 Kehlen unaufgefordert lautstark der Titel mitgesungen wird, huscht ein lausbübisches Grinsen über sein Gesicht. Musikalisch gab es da nichts auszusetzen. Lediglich der vom Management vor gegebene Zeitplan verhinderte einen noch schöneren Abend. Der Glanz in den Augen des Publikums verriet jedoch: Es hat gefallen, schließlich hatte man gerade einen der ganz großen alten Männer des Rock gesehen. Gerne hätten das Publikum auch noch mehr von Henrik Freischlader und seiner Hobby-Band „5 Alive” gehört. Der Gitarren-Youngster kam als Special Guest bestens an und bestätigte seinen glänzenden Ruf. Im Mai 2010 spielt Freischlader mit seiner regulären Band im „Piano”.
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