Vom Montmartre in die Welt - Sängerin Zaz am 8. Mai in der Westfalenhalle Dortmund
15.02.2012 | 14:39 Uhr 2012-02-15T14:39:00+0100
Dortmund. Sängerin Zaz startet mit ihrem ersten Album durch. Der Mai macht’s: Zaz wurde als Isabelle Geffroy am 1. Mai 1980 in Tours geboren. Ihr Debut-Album erschien im Mai 2010 und sie tritt am 8. Mai, 20 Uhr, in Dortmunds Westfalenhalle 1 auf. Zuvor stellte sie sich unseren Fragen im Interview
Früher hat sie auf den Straßen am Pariser Montmartre gesungen. Heute füllt die französische Sängerin Zaz weltweit die großen Bühnen. Am 8. Mai tritt sie in Dortmund auf und das gleich in der Westfalenhalle 1. Haika Hartmann sprach mit Zaz über sie, ihre Musik und das deutsche Publikum.
Warum nennen Sie sich Zaz? Woher kommt der Name?
Zaz ist mein Spitzname. Eigentlich heiße ich Isabelle. Irgendwann habe ich mir gedacht: Ich brauchte einen guten Künstlernamen. Dann habe ich einfach den letzten Buchstaben des Alphabets genommen, den ersten und wieder den letzten.
Seit wann nennen Sie sich so?
Seit ich mich bei MySpace angemeldet habe, seit 2006.
Wie würden Sie Ihre Musik beschreiben? Welchem Stil ordnen Sie ihr zu?
Meine Musik ist von vielen Einflüssen geprägt. Es ist schwer, einen bestimmten Stil zu definieren. Es kommt immer auf das einzelne Lied an. Manche sind poppig, andere eher rockig. Ich kann zumindest sagen, dass meine Musik keine Dance- oder Techno-Musik ist (lacht). Meine Musik wird sich aber auch in Zukunft ständig verändern. Eins haben aber alle meine Lieder gemeinsam: Ich singe französisch.
An wen richten sich die Lieder?
Ich habe festgestellt, dass es da kein festes Alter gibt. Es variiert von sehr, sehr jung bis hin zu sehr, sehr alt. Meine Musik soll auch keine bestimmte soziale Klasse ansprechen. Wer sich angesprochen fühlt, der hört zu, egal welches Alter.
Woher nehmen Sie die Inspiration für Ihre Lieder?
Es kommt viel von dem, was ich fühle oder was ich lese. Mir werden auch Lieder von anderen Künstlern vorgeschlagen, die mich berühren, weil in ihnen eine bestimmte Farbe steckt. Das war zum Beispiel bei „La Fée“ so. Das Stück hat Raphaël (Raphaël Haroche, ein französischer Sänger) für mich geschrieben.
Viele vergleichen Sie mit Edith Piaf . . .
Das ist natürlich sehr schmeichelhaft. Vielleicht haben wir beide etwas Populäres. Ansonsten verstehe ich selber den Vergleich nicht. Wir ähneln uns nicht, außer, dass wir beide auf Französisch singen. Ich bin, wer ich bin.
Wann gibt es ein neues Album?
Ich möchte noch 2012 ein neues Album veröffentlichen. Ich höre mir schon einige Stücke anderer Komponisten an. Jetzt im Februar spiele ich aber erst noch einige Konzerte in Japan, danach habe ich fast zwei Monate Pause. Dann trete ich wieder auf, unter anderem in Dortmund, und danach fange ich an zu komponieren und zu schreiben.
Sie haben nicht immer auf so großen Bühnen gespielt. Wenn das Geld nicht reichte, haben Sie auf den Straßen Montmartres gesungen. Wie sehr hat sie das beeinflusst?
Es hat mich zwangsläufig beeinflusst, weil es eine sehr bereichernde Erfahrung ist Auf der Straße gibt es nichts Materielles, die Straße war einfacher.
Jetzt singen Sie auf den großen Bühnen. Was ist anders?
Wenn weniger Leute da sind, ist es immer intimer. Große Bühnen sind unpersönlicher, da ist der viele Platz, das Licht. Trotzdem kann man auch auf so einer großen Bühne Emotionen und etwas Intimes finden. Es hängt aber vom Publikum ab: Man spielt anders, wenn das Publikum sehr aktiv ist. Es kommt auch darauf an, wie meine Stimmung ist. Eigentlich hängt es immer vom Kontext ab.
2009 sind Sie bekannt geworden. In dem Jahr haben Sie einen Talentwettbewerb, das Festival Génération Reservoir gewonnen. Inwiefern hat der Wettbewerb zu Ihrem heutigen Erfolg beigetragen?
Es gab zwar den Wettbewerb, aber 2009 waren viele Veranstaltungen relativ kurz hintereinander. Auf den Veranstaltungen waren viele Medien, Menschen aus vielen verschiedenen Richtungen, die mich in die Öffentlichkeit gebracht haben.
In Ihrem Lied „Je veux“ singen Sie, dass nicht Geld Ihr Glück ist. Was ist denn Ihr Glück?
Ich sage ja nicht, dass ich gegen Geld generell bin. Heute verdiene ich mehr Geld als früher und darüber bin ich sehr froh, weil es mir ermöglicht, „besser“ zu leben. Man muss wissen, wie man mit dem Geld umgehen muss. Geld ist notwendig, aber ich will keine Suite im Ritz. Ich hänge nicht dem Luxus nach.
Freuen Sie sich schon aufs Konzert in Dortmund?
Ich liebe das deutsche Publikum, ich bin totaler Fan. Es ist sehr spontan, sehr ausdrucksvoll und sehr fröhlich. Das merke ich, wenn ich auf der Bühne stehe. Es reagiert auf die Energie des Moments und das gibt einem als Sängerin sehr viel. Ich habe sehr gute Erinnerungen an Deutschland. Ich habe ein Volk entdeckt, ein feines Volk. Vor meinem Erfolg war ich nie in Deutschland. Alle Deutschen, die ich bisher getroffen habe, waren sehr vertrauensvoll, sehr offen und haben gut mit mir harmoniert.
Mai, Mai und Mai
Der Mai macht’s: Zaz wurde als Isabelle Geffroy am 1. Mai 1980 in Tours geboren. Ihr Debut-Album erschien im Mai 2010 und sie tritt am 8. Mai, 20 Uhr, in der Westfalenhalle 1 auf. Eintritt 34,25 €
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Derwesten : Wie würden Sie Ihre Musik beschreiben? Welchem Stil ordnen Sie ihr zu?
Zaz: Meine Musik ist von vielen Einflüssen geprägt. Es ist schwer, einen bestimmten Stil zu definieren
Derwesten An wen richten sich die Lieder?
Zaz: Ich habe festgestellt, dass es da kein festes Alter gibt. Es variiert von sehr, sehr jung bis hin zu sehr, sehr alt.
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HeinrichH: Welchen Muikstil spielen sie.
Künstler: In Deutschland wird man immer so in Schubladen eingeordnet. Wir passen in kein gängiges Klischee. Wir spielen eine Mischung aus Jazz, Blues, Rock und orientalischer Musik. Mit Einflüsen der indischen Popmusik und Reggae.