Voller Einsatz für die Ruhr-Jazzer
05.12.2011 | 19:09 Uhr 2011-12-05T19:09:00+0100
Dortmund. Das Ruhrgebiet hat Jazz! Das weiß kaum jemand besser als Nadin Deventer, die seit 2007 „jazzwerkruhr“ leitet und für regionale Musiker kämpft. Zum Beispiel mit dem gerade vergebenen Ersten Jazzpreis Ruhr 2011.
Das Ruhrgebiet hat Jazz! Das weiß kaum jemand besser als Nadin Deventer, die seit 2007 „jazzwerkruhr“ leitet oder besser: ist. Ziel des Projekts ist es, die starken regionalen Musiker zu entdecken, zu fördern und international zu vernetzen. Zum Beispiel mit dem gerade vergebenen Ersten Jazzpreis Ruhr 2011, den das Marc Brenken Christian Kappe Quartett gewonnen hat.
Gäbe es das domicil und die Kulturhauptstadt nicht, Nadin Deventer hätte es womöglich nicht in das Ruhrgebiet verschlagen. Was für die Jazzer hier schade gewesen wäre. Denn die wortgewaltige wie organisationsstarke Musikerin brennt für sie.
2007 hat sie die Leitung für „jazzwerkruhr“ übernommen – ein Projekt, das 2002 gegründet wurde, um die Musiker vor Ort zu fördern. „Der Fokus war rein regional“, sagt Nadin Deventer. Als sie ankam, angelockt von der Aussicht auf die Kulturhauptstadt, hörte sie sich erst einmal in der Szene des Potts um. „Ich war positiv überrascht“, sagt sie über die Region, die für sie nicht als Kulturstandort profiliert war. „Es gibt hier mindestens 50 Musiker, die spannende Sachen machen und international mithalten können.“ Ihr Ziel: ein internationales Netzwerk schaffen, „weil mir aufgefallen ist, wie wenig Austausch es direkt zwischen den Musikern in Europa gibt.“
Internationales Parkett
Der erste Schritt 2007 auf das internationale Parkett: Die Plattform „jazzplayseurope“, dank der mittlerweile sieben dem „jazzwerkruhr“ ähnliche Initiativen aus sieben Nachbarländern gezielt kooperieren. Zum Beispiel im „Labor“, einer Art Blind Date für Musiker: Sieben Musiker aus sieben Ländern treffen sich, proben kurz zusammen – und gehen dann auf Europatournee. „Beim ersten Mal wussten wir nicht, ob das funktionieren kann“, sagt Gitarrist Andreas Wahl vom „Zodiak Trio“. „Wir waren eine Band, ohne uns zu kennen und ohne Bandleader. Aber es funktioniert und inspiriert.“
Vor allem aber bekommen die Musiker Chancen, die „als Einzelkämpfer nicht zu schaffen sind“, sagt John-Dennis Renken (Trompete), ebenso vom „Zodiak Trio“. „Das internationale Netzwerk erleichtert das Leben ungemein.“ Bei einigen Konzerten „habe ich mich gefühlt wie ein Weltstar“, ergänzt Andreas Wahl.
Aufmerksamkeit wächst
Die Aufmerksamkeit für „jazzplayseurope“ wachse, berichtet Nadin Deventer: Die Spielstätten werden größer – am 28. Januar können Jazzfans ein „Best of“ im Konzerthaus Flagey in Brüssel hören. Übrigens gibt es auch auf nationaler Ebene ein Treffen der Jazzer: Die „bundesjazzwerkstatt“ ist am 16. Dezember beim Jazzfest München zu hören.
Möglich, dass der breite Auftritt von „jazzwerkruhr“ während der Kulturhauptstadt ein Übriges für den Erfolg getan hat: „Jazz wollte eigentlich keiner“, sagt Nadin Deventer – und hat trotzdem unter dem Titel „No Blah Blah“ 250 Musiker aus ganz Europa mit 60 Veranstaltungen durchgeboxt. Finanziell hat es sich bereits gelohnt: Hatte „jazzwerkruhr“ bis 2007 einen Etat von 25 bis 30 000 Euro, sind es inzwischen 60 000 Euro Zuschüsse pro Jahr mit dem Land als Hauptgeldgeber.
Ausruhen ist für Nadin Deventer aber nicht drin. „Sie macht im Bereich Organisation das, was wir als Musiker machen“, lobt Wahl. Also: Neue, kreative Wege finden.
Übrigens: Den 1. Jazzpreis Ruhr und damit 5000 Euro hat das Marc Brenken-Christian Kappe Quartett gewonnen. Zweitplatzierte (3500 Euro) sind „Invisible Change“. Das Zodiak Trio ist auf dem 3. Platz gelandet (2500 Euro).
18:28
...dass sich 98% des Artikels nur um eine Person und die altbekannte Leier dreht, wie man Förderkohle schnorrt, und nur ein klitzekleiner Absatz am Ende über die eigentlichen Hauptpersonen der Szene eingeschoben wird.
Übrigens ist Frau Deventer jetzt auch im ecce-Team zu finden, also in der GmbH, die nach altbekannter Leier nun wieder Fördergelder schnorren soll...