Ruhr2010
U-Turm-Umbau darf 50 Mio. Euro nicht überschreiten
05.02.2010 | 09:55 Uhr 2010-02-05T09:55:00+0100
Dortmund. Auf Kante genäht - das gilt sowohl für den Zeit- als auch den Kostenplan für das Kreativzentrum, in das sich der U-Turm verwandeln soll. Eine nicht-öffentliche Vorlage an den Rat offenbart, wie knapp die Kalkulation ist.
„Wir hoffen und beten, dass die Kosten nicht weiter galoppieren”, erklärte Kulturdezernent Jörg Stüdemann im Immobilienausschuss. Der Grund: Der Umbau des U zum Kreativzentrum wird von Land und EU gefördert - und die Kosten müssen unter der 50 Mio. Grenze bleiben. Sonst stünde eine „zeitraubende” EU-Prüfung für das Großprojekt an. Die sei „juristisch kompliziert” und könnte eine „monatelange Bearbeitung sowie eventuell modifizierte Vergabeverfahren” nach sich ziehen. Aber: Obwohl die Kosten für den Umbau schon jetzt bei 49 Mio. Euro liegen, ist er optimistisch, dass die 50 nicht überschritten werden.
Unabhängig davon muss die Stadt mit höheren Kosten für den Innenausbau rechnen; die Förderung deckt nur die Herstellung eines Messebaustandards: Anfang 2009 hatte der Rat drei Mio. Euro für den Endausbau bereit gestellt. Die werden aber nur für die Museumsetagen vier bis sechs reichen. Für zwei und drei seien „zusätzliche Mittel beantragt”. Hoffnungsschimmer: Der Land-schaftsverband hat eine Förderung in Aussicht gestellt, die in die Museumsetagen fließen könnte.
Ein Kunststück steht in Sachen Personal an: In den Bereichen Technik, Verwaltung, Bewachung des U-Turms, Durchführung des Kinobetriebs sowie Organisation von Angeboten auf der kulturellen Bildungsetage zwei sollen städtische Mitarbeiter anderer Bereiche zum Einsatz kommen - ohne zusätzliche Kosten und vermittelt durch die städtische Personalagentur. Die nehme ihre Arbeit jetzt auf.
Jonglage bei Bau- und Betriebskosten
Interne Jonglage ist auch bei der Kompensation der höheren Betriebskosten nötig: Statt bei 3,76 Mio. Euro wie ursprünglich kalkuliert, liegen sie nun 2011 und 2012 je bei vier, 2013 bei 4,37 Mio. Euro. Die angekündigten Kürzungen beim Theater, den Kulturbetrieben und den Sport- und Freizeitbetrieben sollen das kompensieren. Mögliche Konsequenz: Stüdemann berät mit Kurt Eichler, Geschäftsführer Kulturbetriebe, eine Neukonzeption der Internationalen Kulturtage „scene...”: Die kosteten durch externe Produktionen viel Geld. Einsparen könne man, indem die vorhandenen Ressourcen genutzt und etwa am Theater entsprechende Stücke auf den Spielplan genommen würden - das Einverständnis der künstlerischen Leitung vorausgesetzt.
Das i-Tüpfelchen: Der Zeitplan für den U-Turm kann nur eingehalten werden, wenn ab jetzt alles reibungslos läuft. „Eine erneute Kälteperiode”, so die Vorlage, könnte „nicht mehr kompensiert werden”.
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