U-Turm "darf kein Schrecken ohne Ende sein"
05.04.2011 | 19:11 Uhr 2011-04-05T19:11:00+0200
Dortmund.Der U-Turm und die Kostenexplosion auf 83,3 Millionen Euro sorgen für mächtig Diskussion in der Politik, insbesondere im Kulturausschuss: Im Kern geht es um Imageschaden, die Frage nach der Verantwortung und der Finanzierung der gestiegenen Kosten.
„Diesen Schrecken ohne Ende werden wir auf keinen Fall hinnehmen“, kommentierte Bürgermeister Manfred Sauer im Gespräch mit unserer Zeitung die Kostenexplosion. „Die Verantwortlichen müssen sich endlich zu ihrer Missleistung bekennen und es muss unverzüglich ein Sanierungszeitplan aufgestellt werden.“ Der aktuelle, hässliche Zustand zerstöre das Image des U-Turms. Sauer kritisiert, allein schon die Bestandsaufnahme über die Bausubstanz sei „unverantwortlich gewesen“ – ebenso, wie die erste Teileröffnung ohne ausreichende Fertigstellung. „Man kann auch keine Modenschau machen, wenn noch Nadeln in der Kleidung stecken.“
Von „kollektiver Verantwortungslosigkeit der Verwaltungsspitze, möglicherweise in Verbindung mit schlechter Informationsweitergabe von Assmann und Gerber“ spricht Jürgen Brunsing, kulturpolitischer Sprecher der Grünen. Eine Interviewanfrage unserer Zeitung lehnte das Büro von Architekt Eckhard Gerber ab, da Projektsteuerer Assmann sich nicht zu dem Fall äußern wolle – und Gerber allein ebenso wenig.
Kulturdezernent Jörg Stüdemann erklärte im gestrigen Kulturausschuss, die Verwaltung bespreche mit einer großen Sozietät die Vertragslage in Sachen Bauprojekt U-Turm – und rechne durch, was wie justiziabel ist.
Ulrike Märkel, ebenso kulturpolitische Sprecherin Grüne, sprach von „dramatischen Fehlern“, die schon bei der Begutachtung des Gebäudes gemacht wurden – und befürchtet, dass die Finanzierung der restlichen Stadtkultur unter den Baukosten für den U-Turm leiden könnte. Stüdemann erklärte, dass weder der Schul-, noch der Sozial- oder Kulturetat belastet werde. Die gestiegenen Kosten sollen durch Reduktion der städtischen Immobilien gegenfinanziert werden: 14- bis 15 000 Quadratmeter Verwaltungsfläche stünden zur Disposition. „Das werden wir zuwege bringen.“
Heinz Dingerdissen (FDP/Bürgerliste) betonte, aus dem U dürfe kein „Kulturtempel entstehen, der Dortmund auf alle Zeiten belastet.“ Ein entsprechender Antrag, eine Haftung der mit Planung und Bau beauftragten Unternehmen zu prüfen, wurde in den Rechnungsprüfungsausschuss am 14. April verschoben.
Jenseits der Kostendiskussion lobten die Ausschussmitglieder eine Präsentation der Nutzer über die inhaltliche Zukunft des U-Turms.
11:56
@5.....den Bericht gab es schon, in dem belegt wurde, dass ein Abriss und Neubau billiger gewesen wäre.
Wat will man in Dortmund machen, Geld verschwenden steht in Dortmund in der Städteordnung. Leider kriegen die Parteien bei jeder Wahl ihre Stimmen.....das Volk lernt nix dazu.
09:26
Sprengen und Nachbauen wäre wahrscheinlich billiger und langfristig haltbarer gewesen.
23:10
Meine Güte, reißt die ******* doch einfach wieder ab. Steht doch sowieso leer.
21:40
Politische verantwortlich dürfte ja wohl Herr Stüdemann sein, der sich ja doch lieber um Leerstände kümmert, die ihm ja so wichtig sind! Statt dessen will er damit nur von den Hauptproblemen ablenken, die ihm längst über den Kopf gewachsen sind. Und jetzt wird noch das Restvermögen der Stadt verscherbelt für die Gegenfinanzierung! Das glaubt ihm doch sowieso keiner! Rücktritt, Verantwortung übernehmen und schnell den Sessel frei machen!
21:03
Dramatische Fehler, die bei der Begutachtung der alten Brauerreiruine gemacht wurden und Mängel, die scheinbar übersehen wurden?
Wer glaubt das denn? Schon seit der seinerzeitigen Ausstellung Reservate der Ehnsucht im Sommer 1998 schlummern in den Akten der Verantwortlichen der Stadt Dortmund - und dummerweise auch anderswo - fachkompetente Aussagen von externen Bausachverständigen zum desolaten und baurechtlich problematischen Zustand der Bauruine der Dortmunder Union-Brauerei.
Damit war von vorneherein klar, dass mit den anfänglich genannten Kosten das Projekt nicht zu realisieren war. Im Zusammenhang mit den drastischen Mehrkosten und den EU-Fördermitteln ist nicht nur von einem Politikum sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von strafrechtlich relevanten Vorgängen auszugehen.
16:10
Mal wieder verschätzt?
Millionenbeträge? Dortmund, gelle?
Ach SPD im Ruhrgebiet, gelle?
Na dann, kennen wir doch nicht anders