Tanz mit jungen Schritten
22.05.2010 | 12:00 Uhr 2010-05-22T12:00:00+0200
Ohne Grenzen sollen sie sein - die Werke junger Choreographen, die das Ballett Dortmund am 28. Mai, 19.30 Uhr im Schauspiel zeigt. Das Besondere: Die Tanzerkundungen stammen fast ausschließlich von den Tänzern der Compagnie selbst.
„Das wird ein spannender, vielseitiger Abend” verspricht Ballettmanager Tobias Ehinger ein Erlebnis verschiedenster Stile und Ideen. „Jeder darf sich vorstellen.” Ballettdirektor Xin Peng Wang wollte den Tänzern seiner Compagnie die Chance zur Entwicklung, zum Ausprobieren geben.
»Ich habe angefangen, mit meinen Ängsten zu spielen«
Das gilt etwa für die gerade erst 19-Jährige Italienerin Alessandra Spada: „Ich habe angefangen, mit meinen Ängsten zu spielen.” Vier Paare loten in „Hidden Fears” nach ihren Anweisungen aus, ob Tanz uns bei der Überwindung unserer eigenen Furcht helfen kann. „Für die Mädchen etwas zu machen, war leicht. Aber für die Jungs fand ich es anfangs schwierig”, beschreibt sie ihre erste Choreografie.
Auch der Australier Luke Forbes musste die Hürde nehmen, sich bei den Mittänzern plötzlich durchzusetzen. Er hat eine Dreiecksgeschichte auf eine ungewöhnliche Konstellation - Leuchtturmwächter, Fisch und Hai - übertragen und in zeitgenössische Bewegung umgesetzt. Um Liebe im fortgeschrittenen Stadium geht es hingegen Raimondo Rebeck, früher Solist an den großen Berliner Häusern: Den Traum vom Super-Lover statt des „abgenutzten Ehemanns” lässt er eine Tänzerin leben - in einer humorvollen Adaption des russischen Klassikers „Spectre de la Rose”.
Abstrakter geht es bei Monica Fotescu-Uta zu: Das Stück „Evolution” von Oliver Peter Graber setzt die Geräusche von Proteinen in einem Spektroskop in Klang um - was sie für eine Hommage an Darwins Evolutionstheorie nutzt.
Die Bewegung an und für sich erforschen hingegen Vanessa Carecci und Taulant Shehu: Während sie dem Pulsschlag des Tanzes, Herz, WEmotion, Leidenschaft nachgeht, hat er versucht, alle Grenzen des Tanzes zu sprengen und etwas zu schaffen, „was die Leute nicht erwarten”. Ohne Geschichte, ohne Grundidee, hat Shehu „das experimentellste Bewegungsvokabular” des Abends, wie Tobias Ehinger erklärt.
- Einführung zu den Stücken: Dramaturg Daniel Schindler
- Termine: 28. Mai und 13. Juni
- Matinee: Sonntag, 11.15 Uhr, Ballettzentrum Westfalenpark
- Info: 0231/502 7222
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