So jung klingt Kirche
25.01.2012 | 18:45 Uhr 2012-01-25T18:45:00+0100
Dortmund. Wenn Simon Daubhäußer es darauf anlegt, kann niemand ihn überhören: Die Orgel der Propsteikirche kann er aufdrehen, „wie einen Porsche mit 300 PS“. Simon Daubhäußer ist Organist und Dekanatskirchenmusiker – mit 29 Jahren.
Wenn Simon Daubhäußer es darauf anlegt, kann niemand ihn überhören: Die Orgel der Propsteikirche kann er aufdrehen, „wie einen Porsche mit 300 PS“. Simon Daubhäußer ist Organist und Dekanatskirchenmusiker – mit 29 Jahren. Er will die Propsteikirche wieder zu einem musikalischen Zentrum der Stadt machen.
Simon Daubhäußer sieht jung aus. Er ist es mittlerweile gewohnt, dass die Menschen erst einmal kurz stutzen, wenn sie ihm das erste Mal begegnen – und er möglicherweise einen Konflikt schlichten oder über eine Stellenbesetzung entscheiden soll. Denn als Dekanatskirchenmusiker ist Daubhäußer Ansprechpartner für alle, die sich um die Musik in den 62 katholischen Kirchen im Dekanat Dortmund kümmern. „Das ist schon eine gewisse Pionierarbeit“, sagt er und erzählt, dass zu seinem ersten runden Tisch nur wenige Organisten gekommen sind. Es muss sich erst herumsprechen, dass Daubhäußer existiert – obwohl er schon fast ein Jahr da ist.
Auf Lebenszeit
Ihm aber macht das nichts aus. Der 29-Jährige mag die Aussicht, eine Stelle auf Lebenszeit angetreten zu haben – sein Vorgänger Wolfgang Hohmann war 22 Jahre an der Propsteikirche. „Zehn Jahre braucht man allein schon, bis alles so rund läuft, wie man es sich wünscht.“
Simon Daubhäußer hat einen langen Atem, obwohl er so jung ist. Mit fünf Jahren hat er ein Keyboard geschenkt bekommen – „da nahm das Unglück seinen Lauf“, sagt er lachend: Orgelunterricht mit 13, Taschengeldaufbesserung durch Vertretungen in Kirchen als Jugendlicher, dann Studium Kirchenmusik, Gesang und Orgel in Köln – unter anderem beim Domorganisten. Zielstrebig nennt man das.
Zentrum der Kirchenmusik
Und genauso geht Simon Daubhäußer jetzt auch in der Propsteikirche vor. Propst Andreas Coersmeiers Auftrag an ihn habe gelautet: „Machen ‘se hier draus mal ein kirchenmusikalisches Zentrum“ – und das will der 29-Jährige. Er hat für dieses Jahr eine Mischung aus Nischenprogramm und großen Events geplant: Kreuzgangkonzerte, Mitsingprojekte, Orgelkonzerte, aber auch die Beteiligung an Klangvokal sollen die Propsteikirche ins Bewusstsein der Menschen rücken. Und natürlich spielt Simon Daubhäußer auch immer wieder selbst an dem „Porsche“, auch wenn der in den nächsten zehn Jahren restauriert werden müsse.
Nur in der Freizeit, das gibt der 29-Jährige zu, hört er nicht mehr so gern Orgelmusik: „Ich gehe ziemlich oft ins domicil...“
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