Schauspieler protestieren mit „Stadt ohne Geld“
17.04.2020 | 04:00 Uhr 2020-04-17T04:00:00+0200
Dortmund.Das kann ja heikel werden! Dass die Stadt Dortmund sparen muss, lässt sich jeden Tag lesen. Jetzt will sich aber auch das Schauspiel in die Debatte einbringen: Vier Monate sperrt das Projekt „Stadt ohne Geld“ metaphorisch Künstler und Wissenschaftler in einen Laborraum, die alle hoffen, lebend und mit Lösungen wieder herauszukommen.
Erste These der Forschungsreihe: Wer die Stadt retten will, muss auch ein wenig dreist sein – und einfach zur Pressekonferenz mitten auf dem Friedensplatz vor dem Rathaus laden. Wie eine Mischung aus Greenpeace-Aktivisten und Forschern sehen die Künstler von „sputnic“ und „Kainkollektiv“ aus, als sie in weißen Anzügen das grellgelbe Plakat „Stadt ohne Geld“ hochhalten. Ohne Absprache, aber höchst passend, gesellen sich noch Demonstranten mit einer Kette von T-Shirts dazu, die protestieren, weil sie nicht ihr letztes Hemd hergeben wollen. Man merkt: Das Thema brennt in der Stadt.
Zweite These: Wer ein solch komplexes Feld beleuchten will, braucht Zeit und einen dramaturgischen Bogen. Deswegen beginnt das Projekt mit einer Gala am 6. Oktober, 19.30 Uhr, mit einem „Economy Death Match“ – ein Titel, der sich bewusst an jene blutigen Comicschlachten auf MTV anlehnt. Auch in diesem Projekt soll schließlich gestritten werden. Die Eröffnung bestreiten Schauspieler vom Ensemble, Mareike Sorensen und Hendrik Feldkamp vom Institut für urbane Krisenintervention (ifuk), dem wissenschaftlichen Part des Projekts, die Band Provinztheater sowie die beteiligten Künstler. Groß, feierlich und unterhaltsam soll der Abend werden, an dem auch das Projektlabor im Schauspielcafé eröffnet. Und weil am Anfang eine Schlacht steht, endet die Stadterforschung am 3. Februar 2011 mit einer Kapitulation. „Nur wissen wir noch nicht, wer kapituliert“, sagt Fabian Lettow vom kainkollektiv. Die Zuschauer hoffentlich nicht – schließlich können sie in den vier Monaten 19 Veranstaltungen, darunter drei Premieren sowie Auftritte renommierter Wissenschaftler wie Götz Werner und Joseph Vogl besuchen. Am Donnerstag, 7. Oktober, zum Beispiel gibt es ab 15.30 Uhr Spaziergänge durch die Stadt: Bodo-Verkäufer führen durch die Nordstadt, das Tiefbauamt zeigt Dortmunds Unterwelt, Landschaftsplaner stellen den Phoenix-See und das Projekt „open street map“ sich selbst vor.
Für Spannung ist gesorgt
Dritte These: Kunst und Wissenschaft sind nicht immer einer Meinung. Das zeigte sich schon beim Pressegespräch. Hendrik Feldkamp verspricht sich für sein Institut konkrete Erkenntnisse darüber, was Kultur für eine Stadt tun kann und welche sozialen Verbesserungen sie bewirken kann – und welche Voraussetzungen die Stadt dafür schaffen muss. Das ifuk wird das Projekt und die Abläufe im Theater fast wie eine Unternehmensberatung beobachten. Feldkamp nimmt gar Begriffe wie „Effizienz“ oder „Wirtschaftlichkeit“ in den Mund.
„Uns geht es nicht um Effizienz, sondern um gute Kunst“, hält Lettow dagegen.
Vierte These also: Das kann ja spannend werden!
15:39
Einer unserer Autoren hat das Institut für urbane Krisenintervention (ifuk) als Inszenierung entlarft: http://www.2010lab.tv/blog/ifuk-alles-nur-theater
14:48
Die Borussia sollte gegen S04 jeden Monat ein Benefiz-Trainingsspiel machen und die Einnahmen je zur Hälfte an das MiR und das Dortmunder Theater spenden.
11:41
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11:26
Die sollten lieber arbeiten gehen - wenn es Menschen gäbe, die ihre Dienstleistung bezahlen wollten, gäbe es kein Problem. Aber warum sollen andere dafür bezahlen?????
11:21
17.4.2020 ?