Schabernack mit Fröllein Langstrumpf
08.06.2009 | 18:54 Uhr 2009-06-08T18:54:00+0200
Dortmund.„Ich hab' ein Haus, ein Äffchen und ein Pferd...” – und eigentlich nur Unsinn im Kopf, den zwei sommersprossenrote Zöpfe zieren. Dass „Pippi Langstrumpf” deshalb nicht nur bei Kindern hoch im Kurs steht, zeigte die Premiere auf der Naturbühne - trotz des unfreundlichen Wetters.
Eine rotzfreche Göre mit Sommersprossen, Ringelshirt und abstehenden Zöpfen tanzt mit ihrem Äffchen „Herr Nielsson” an der Hand durch die Reihen der Zuschauer an der Naturbühne Hohensyburg. Unter dem Johlen der Kinder prustet das Äffchen Wasser ins Publikum und treibt noch so anderen Schabernack.
Rotzfrech: das stärkste Mädchen der Welt
Das stärkste Mädchen der Welt begeistert Kinderherzen, mehr als 65 Jahre, nachdem Astrid Lindgren sie für ihre kranke Tochter erfunden hat. Immer noch. Sie besiegt den „Starken Adolf” mit Leichtigkeit, ist dank ihres Piratenvaters finanziell unabhängig und hält die Autoritäten der Gesellschaft spielerisch zum Narren. Ganz einfach, indem sie die typischen Fragen eines Kindes stellt, auf die Erwachsene so oft keine Antwort finden.
Die Inszenierung ist ein voller Erfolg. Nicht zuletzt liegt dies an der sauberen Tontechnik, den zwischenzeitlichen Gesangseinlagen und den gar nicht so laienhaften Hobbyschauspielern.
Aber vor allem daran, dass das Publikum direkt in die Aufführung mit einbezogen wird. Die Kinder können Bösewichte und Helden aus nächster Nähe bestaunen, während ihnen wichtige Werte ganz ohne erhobenen Zeigefinger vermittelt werden. So trinken zum Beispiel nur die dämlichen Polizisten und die noch dämlicheren Einbrecher Bier.
„Niemals Gewalt” war der Titel der Rede, die Astrid Lindgren 1978 anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hielt, in der sie sagte, dass es echten Frieden noch nie gegeben habe und dass er nur über eine Hinwendung zu den Kindern zu erreichen sei. Auf diese These bezieht sich die Theatergruppe explizit, wenn man fragt, warum sie sich für dieses Stück entschieden haben.
Vor der malerischen Kulisse der Naturbühne wird „Pippi Langstrumpf” bis zum 20. September jeden Sonntag um 16 Uhr aufgeführt.
Tickets zum Preis von fünf bis acht Euro und nähere Informationen gibt es im Internet unter www.naturbuehne.de oder der 0231 - 77 43 10.
Fotos: Knut Vahlensieck
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