Salon-Atmosphäre im Theater
02.11.2009 | 19:02 Uhr 2009-11-02T19:02:00+0100Zu einem Opernsalon lud das Theater am Sonntag. Man ging neugierig hin – und fand in der Tat so etwas wie Salon-Atmosphäre vor. Zuschauer saßen auf der Bühne um einen Flügel herum, angestrahlt von vier prächtigen Kronleuchtern.
Andere nahmen auf dem Orchestergraben Platz, wieder andere in den ersten Reihen des Zuschauerraums.
Und dann erlebte man hautnah ein buntes Programm von Opernmelodien, Instrumentalstücken und „Salonmusik“. Christine Mielitz und Hannes Brock moderierten charmant und erzählten manch Wissenswertes. Die Pianisten Robin Davis und Thomas Hannig spielten sie als „warm up“ vierhändig und fungierten dann als vielseitige und einfühlsame Begleiter. Ein bezauberndes Zusammenspiel zeigte Davis mit dem grandiosen Konzertmeister Alexander Prushinskiy in de Fallas „Danse espagnole“ und Massenets „Thais“, Hannig musizierte temperamentvoll mit Julia Amos in der Rosina-Arie aus dem „Barbier von Sevilla“ und mit Angela Bic und Marie Hilmes im keck gesungenen Duett aus Mozarts „Cosi fan tutte”.
Natürlich gab es „Häppchen“, die auf das Repertoire Lust machen sollten. Heftig beschwor Ji Young Michel die germanischen Götter in Wagners „Lohengrin“, der im Dezember herauskommt. Craig Bermingham beklagte als Orpheus eindringlich den Verlust von Eurydike – Glucks Oper wird zur Kulturhauptstadt in einem Projekt im Zusammenhang mit Hans Werner Henze zu hören sein.
Ausdrucksstark, mit großer Stimme sang Simon Neal die Arie „Cortigiani“ aus Verdis „Rigoletto”. Der heitere Schlussteil schließlich verwies mit dem Duett „Komm mit mir zum Souper“ noch einmal süffisant auf „Die Fledermaus”, die gerade Premiere hatte.
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