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Ruhrgebiets-Odyssee endet in Dortmunds Schauspielhaus

12.01.2010 | 10:29 Uhr
Ruhrgebiets-Odyssee endet in Dortmunds Schauspielhaus

Dortmund. Ein herausragendes Projekt der Kulturhauptstadt wird die „Odyssee Europa”, bei der Theaterfreunde ein Wochenende lang sechs Uraufführungen in den Ruhrgebietstheatern erleben - und damit eine Neuinterpretation von Homers Epos. Dortmund bringt den Abschluss auf die Bühne.

Der Text dazu stammt von Christoph Ransmayr.

„Schnee? Beschneite Berge... Auch das noch. Schnee! Was haben wir Menschenseelen in irgendeinem schwarzen Abgrund dieses schwarzen Himmels bloß verbrochen, daß wir mit dem Leben bestraft werden.” Das sind die ersten Zeilen aus dem Text „Odysseus, Verbrecher” des rennomierten Ransmayr. Seit Wochen schon arbeitet Schauspieldirektor Michael Gruner an der Inszenierung. „Ransmayr ist kein Theaterautor. Er hat eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit den Themen der Odyssee geschrieben, mit Bezügen zur Gegenwart und eigenen Anliegen”, erklärt Dramaturg Felix Mannheim. Gewalt, emotionale Verrohung, mediale Überpräsenz von Aggression sind Themen, die er in die Geschichte von der Rückkehr Odysseus eingeflochten hat. „Ransmayr ist häufig in völliger Abgeschiedenheit unterwegs. Er hat eine sehr eigene Sicht auf die Welt”, sagt Dramaturgin Barbara Winzer. Weder sei er zynisch, noch habe er sich mit dem Beschriebenen abgefunden.

Berechtigter Krieg

Homers Odyssee selbst ist im Personal und durch die Anspielungen noch immer greifbar: Bei Ransmayr kehrt einer, der einen seiner Meinung nach berechtigten Krieg geführt hat, auf der Suche nach Frieden in seine Heimat zurück. Doch der einstige Held muss feststellen, dass sein Reich von machtgierigen Reformern regiert wird - und seine geliebte Penelope ihn zunächst nicht wiedererkennen will.

„Odysseus, Verbrecher” ist nach einem Monolog das erste Theaterstück Ransmayrs mit Dialogen und vielen Figuren. „Eine Herausforderung, aber auch eine spannende Arbeit”, beschreibt Mannheim die Umsetzung der Ideen des Österreichers auf der Bühne.

Premiere am 27. und 28. Februar. Dortmund verkauft auch Einzelkarten. Info: 0231-5027222.

Foto: Franz Luthe

Nadine Albach

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