Das aktuelle Wetter Dortmund 6°C
Interview

Posaunen-Legende Fred Wesley im domicil

21.10.2010 | 16:11 Uhr
Posaunen-Legende Fred Wesley im domicil
Posaunist Fred Wesley. WR-Bild: Uwe Meyer

Dortmund.Mit dem funky Sound seiner Posaune könnte Fred Wesley die Mauern von Jericho umblasen. Am 4. November tritt die Funk-Legende mit seiner neuen Band im Jazzclub domicil auf. Anlässlich der Veröffentlichung seiner neuen CD „With A Little Help From My Friends“ sprach Uwe Meyer mit dem Posaunisten.

Mit den JB Horns, zu denen ja auch Maceo Parker und Pee Wee Ellis gehörten, haben Sie mehrmals in der immer ausverkauften Live Station gespielt. Gibt es noch Kontakt zu den beiden?

Fred Wesley: Ich bin mit beiden noch sehr gut befreundet. Immerhin haben wir drei Jahrzehnte gut als Einheit funktioniert. Jeder hat für mein neues Album einen Song geschrieben. Deshalb auch der Titel.

Sie haben mit Stars wie James Brown, Ray Charles, Van Morrison, Candy Dulfer, Prince und unzähligen anderen auf der Bühne gestanden. Wer hat sie am meisten beeindruckt?

Keine Frage, James Brown. Ich habe in seiner Band die großen 60er und 70er Jahre erlebt. Er hat mich bekannt gemacht und mir immer Solos zugestanden. Posaunisten wurden ja sonst immer sehr stiefmütterlich behandelt und standen nicht gerade im Blickpunkt.

Wie kommt man denn dazu, sich als junger Mann für dieses Instrument zu entscheiden?

Ich habe erst Trompete und Klavier gespielt, aber mein Vater, der auch Musiker war, suchte für sein Orchester einen Posaunisten und hat mir das Instrument förmlich aufgedrängt. Ellington, Basie, Stan Kenton, wir haben den ganzen Big Band-Katalog gespielt. Ich bin dann an dem „Knochen“ hängen geblieben. Glücklicherweise!

Info
Auf Tour mit Weltstars

Fred Wesley & The New JB’s treten am 4. November im Jazzclub domicil auf. Das Konzert beginnt um 20 Uhr.

Die Karten kosten im VVK 19 Euro zzgl Gebühr und an der Abendkasse 23 Euro.

Fred Wesley ist auf fast allen Platten von James Brown, George Clinton, Funkadelic und Parliament zu hören.

Der Posaunist spielte sowohl im Orchester von Count Basie, als auch auf Platten der Rapper von De La Soul und tourte mit Weltstars wie Ray Charles, Prince oder Van Morrison.

Auf der neuen CD spielen Sie einen Song mit Nils Landgren, einem der ganz großen europäischen Jazzmusiker. Auch einer ihrer Freunde?

Ja, ich bin seit 15 Jahren sehr gut mit Nils befreundet. Wir sind Brüder im Geiste, nicht nur weil wir beide Posaune spielen. Ihm zu Ehren habe ich den Track „Swedish Funkballs“ genannt.

Was dürfen die Besucher des Konzerts im Jazzclub domicil erwarten, eher den Jazz-Posaunisten, oder den Funk-Brother?

Ich habe die neue Band in Anlehnung an die JB Horns ja The New JB’s genannt. Damit ist klar, dass der Funk dominiert. Wir werden alte Klassiker wie „Gimme Some More“, „Pass The Peas“ spielen, aber auch meine Solo-Hits, wie „House Party“. Dazu kommen viele James Brown Songs. Aber es wird auch zwischendurch mal eine Atempause geben und jazzy und trotzdem groovy klingen.

Die Konzerte in der Live Station waren mit drei bis vier Stunden ja immer kleine Marathon-Gigs. Auf die 70 zugehend, tritt man da jetzt kürzer?

Wir haben ein Repertoire von fast fünf Stunden, das wir immer variieren. In Dortmund sind die Leute immer gut mitgegangen als wir den JB Horns, zusammen mit The Meters oder Bobby Byrd gespielt haben. Es wird „real funky“ und wir werden alle Spaß haben und auf unsere Kosten kommen.

Uwe Meyer

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3856353/create

UMFRAGE

Sollen Stehplätze in Fußballstadien abgeschafft werden?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Layla Zoe in Dortmund
Bildgalerie
Piano
1Live-Nacht in Dortmund
Bildgalerie
Party
Kraftklub im Piano
Bildgalerie
1Live-Nacht
Gossip im FZW Dortmund
Bildgalerie
1Live-Nacht
Aus dem Ressort
Gospelkirchentag und Fest der Chöre
Wochenende
Wer für Gesang schwärmt, könnte am Wochenende verzückt durch Dortmund schweben: Der Gospelkirchentag erobert vom 1. bis 3. Juni die Stadt – und Klangvokal verabschiedet sich mit dem Fest der Chöre und Vivaldi. Ein Überblick
Die zwei Seelen von Curtis Stigers
domicil
An Tagen wie am Pfingstmontag spürt man deutlich, dass beim Umbau zum domicil irgendwann das Geld für eine gescheite Lüftung nicht mehr da war. Der Schweiß lief. Natürlich auch bei Curtis Stigers, der trotzdem tapfer sein dunkles Jackett bis zum Schluss anbehielt.