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Bruckner-Konzert

Philharmoniker errichten Klang-Kathedrale

24.10.2012 | 18:08 Uhr
Philharmoniker errichten Klang-Kathedrale
GMD Jac van Steen verabschiedet Orchestermitglied Keiko Koide und übergibt ihr die neue CD der Dortmunder Philharmoniker.Foto: Jennifer Woda

Die 8. Sinfonie von Anton Bruckner (komponiert 1887, im Gründungsjahr der Dortmunder Philharmoniker) stand als einziges Werk des Abends auf dem Programm des Philharmonischen Konzertes. Eine ernsthafte Annäherung an den wohl authentischeren Bruckner-Klang.

Anton Bruckner war ein Komponist voller Zweifel – zahlreiche Werke unterzog er einer oder gleich mehreren Revisionen. So erging es auch der 8. Sinfonie, die nach der Umarbeitung gefälliger und glatter wirkte. Die selten gespielte Urfassung (komponiert 1887, im Gründungsjahr der Dortmunder Philharmoniker) stand als einziges Werk des Abends auf dem Programm des Philharmonischen Konzertes.

Dabei war dies, soviel wurde von Beginn an klar, nicht als exotische „special interest“-Veranstaltung gedacht, sondern eine ernsthafte Annäherung an den wohl authentischeren Bruckner-Klang.

Bratschistin in Ruhestand verabschiedet
Bratschistin in Ruhestand verabschiedet

Die Bratschistin Keiko Koide, die seit 1975 Mitglied der Dortmunder Philharmoniker ist, wurde im Anschluss mit großem Applaus in den Ruhestand verabschiedet.

Als Geschenk wurde ihr die neu erschienene CD mit dem Mitschnitt des Jubiläumskonzertes überreicht. Die CD ist ab sofort an der Theaterkasse oder am Infotisch bei den Konzerten erhältlich; Preis: 10 €.

Dabei löste GMD Jac van Steen sein Versprechen ein, mit den Philharmonikern eine „Kathedrale“ aus Klang zu bauen. Und doch widerstand er der naheliegenden Versuchung, sich allzu schwelgerisch im Pathos zu verlieren; van Steens Kathedrale war von prägnanter architektonischer Klarheit. Natürlich kann es keinen Bruckner ohne Überwältigungsmomente geben, das weiß auch der GMD, doch beließ es der Dirigent dabei, die Entwicklungen hin zu den klanglichen Höhepunkten auszugestalten. Die repetitiven Passagen etwa wurden bewusst sachlich genommen.

Oft wird Bruckners Behandlung des Orchesters mit den Registern einer Orgel verglichen. Die einzelnen Musiker des Orchesters ordneten sich diesem Ideal unter, so dass die verschiedenen Register – Streicher, Holz- und Blechbläser sowie die Hörner und Wagnertuben– als Gruppe stets auf einen homogenen Klang hin ausgerichtet waren. Auch das Pedal dieser riesenhaften Orgel (Kontrabässe, Posaunen und Tuba) sorgte für ein einheitlich tiefgründiges Klangfundament.

Obgleich sich van Steen für das Adagio Zeit nahm (rund 30 Minuten), beherzigte er Bruckners Spielanweisung „nicht schleppend“, indem er die Musiker anhielt, zugleich voller Ruhe und doch mit federndem Rhythmus zu spielen – eine Aufgabe, die die Philharmoniker hervorragend lösten. Lautstark waren die mächtigen Tutti-Stellen, ebenso wie der Jubel, der nach diesem sinfonischen „Mysterium“ im Konzert ausbrach.

Burkhard Sauerwald

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