Mobile der Moderne
02.07.2009 | 18:48 Uhr 2009-07-02T18:48:00+0200Ein Mobile der Moderne erwartet die Besucher ab heute, 20 Uhr, mit „true fiction” im Künstlerhaus am Sunderweg.
Die Künstlerinnen Eva Paulitsch und Uta Weyrich haben es mit der technischen Unterstützung von Philipp Contag-Lada geschafft, 22 Projektionsflächen von nur vier Beamern aus mit Bildern zu füllen: Die 60 flimmernden Werke stammen aus ihrem seit 2006 angelegten Archiv aus Handyfilmen von Jugendliche deutschlandweit. Ohne lineare Handlung, ohne Hierarchie kann sich der Betrachter in einem Kosmos aus bellen-den Hunden, balgenden Jungs, Tänzern und Himmelsstürmern bewegen: Ein „Alltagsarchiv”, das die Gewohnheiten unserer Gesellschaft widerspiegelt, sagt Paulitsch. Intuitive, nicht für die Öffentlich- und Ewigkeit geschaffene Dokumente, die unreflektiert fast wie ein „verlängertes Auge” funktionieren. Eine demokratische Spurensammlung der Gegenwart.
Insofern passt der Titel „sampling” haargenau: Eva Paulitsch und Uta Weyrich stellen gesammeltes Material zu etwas Neuem zusammen. Das gilt auch für die Arbeit „faces”, die den Besucher empfängt: Fast zu einer kleinen, wehrhaften Einheit zusammengefasst, suchen erneut aus Handyvideos stammende Jugendliche auf vier Fernsehern den Blickkontakt. Die Gesichter vergrößert, bekommt die Situation etwas Intimes - und der Zuschauer wird plötzlich zum Beobachteten. Bis 19. Juli. Info: www.pw-videoblog.de
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