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Interview

„Meine Stimme ist ein Geschenk Gottes“

19.12.2012 | 17:34 Uhr
„Meine Stimme ist ein Geschenk Gottes“
Queen Esther Marrow und die Harlem Gospel Singers kommen am 11. und 12. Januar ins KonzerthausFoto: AWi

Dortmund. Mitreißend, elektrisierend und tief berührend sind die Konzerte seit vielen Jahren, die Show der Harlem Gospel Singers und ihrer charismatischen Queen Esther Marrow. Vor den Konzerten „Wonderful World“ im Konzerthaus (11./12. Januar) sprach Andreas Winkelsträter mit der First Lady des Gospel.

Dortmund. Mitreißend, elektrisierend und tief berührend sind die Konzerte seit vielen Jahren, die Show der Harlem Gospel Singers und ihrer charismatischen Queen Esther Marrow. Viele Gospelchöre sind in den vergangenen Jahren von den Bühnen verschwunden. Die Harlem Gospel Singers begeistern nach wie vor ein Millionenpublikum - und das weltweit. Vor den Konzerten „Wonderful World“ im Konzerthaus (11./12. Januar) sprach Andreas Winkelsträter mit der First Lady des Gospel.

Sie machen seit so vielen Jahren Musik. Können Sie sich ein Leben ohne Musik vorstellen?

Queen Esther Marrow: Nein, das kann wohl keiner. Musik zeigt mir, wie man das Leben genießen kann. Wenn ich mal schlecht drauf bin, dann gehe ich zu meinem iPad oder meinem Computer, stelle Musik an und gleich geht es mir besser.

Im Laufe der Jahre haben Sie so viele Persönlichkeiten getroffen. Gibt es da Menschen, die Sie besonders beeindruckt haben?

Das ist schwer zu beantworten. Mir fallen Mahalia Jackson ein, Dr. Martin Luther King, Duke Ellington aus den frühen Jahren - es gibt viele, viele mehr. Ich habe die Musik von Mahalia Jackson am Radio kennengelernt. Als ich sie gehört habe, da habe ich sogar am Radio erfahren, welch wunderbare Sängerin sie ist. Ich habe nie über mich und meine Stimme nachgedacht. Aber dann, in den frühen 60ern hatte ich die Chance, mit ihr zu singen. Und wir haben „We Shall Overcome“ gesungen. Und das hat mich als junge Sängerin einfach umgehauen.

Zwei Konzerte im Januar im Konzerthaus

Die beiden Konzerte der Harlem Gospel Singers im Konzerthaus Dortmund finden am Freitag, 11. Januar, und Samstag, 12. Januar 2013 statt. Sie beginnen jeweils um 20 Uhr.

Tickets für die Konzerte gibt es zum Preis zwischen 27,50 und 61 Euro (zzgl. Gebühren).

Zudem gastieren die Harlem Gospel Singers am 31. Dezember 2012 im Colosseum Theater Essen. Beginn: 19 Uhr.

Weitere Informationen zu den Gospel-Konzerten gibt es unter www.bb-promotion.com

Vor zwanzig Jahren sind die Harlem Gospel Singers an den Start gegangen. Was hat sich in den vergangenen Jahren für Sie verändert?

Eine lange Zeit, viele neue Babys. Aber eins kann man sagen. Es ist von Jahr zu Jahr besser geworden. Und ich habe eine Familie gewonnen abseits meiner musikalischen, das ist mein Publikum. Es kommt immer wieder und wenn ich auf die Bühne gehe, dann bin ich sehr glücklich, es wieder zu sehen.

Seit Sie angefangen haben, sind viele Gospelchöre von der Bildfläche verschwunden. Die Harlem Gospel Singers gibt es immer noch. Gibt es ein Geheimrezept?

Ich weiß nicht, was es ist. Aber was auch immer es ist, ich möchte, dass es so weitergeht (lacht). Wir stecken eine Menge Liebe und Authentizität in unsere Show. Wir glauben an das, was wir machen. Und so bekommen wir eine Menge zurück. Ich verlange viel von den Sängerinnen und Sängern, auch von den neuen. Sie haben Talent, und sie sind sich und uns gegenüber verpflichtet, etwas daraus zu machen. Und so lange ich nicht sterbenskrank bin, muss die Show weitergehen. Denn es ist mir sehr wichtig, dass die Menschen auch das bekommen, weshalb sie zu uns kommen.

Die Show wandelt sich Jahr für Jahr. Woher stammen die Ideen?

Wir haben ein tolles Team, mit dem ich arbeite, etwa mit meiner Managerin Roseanne Kirk. Sie ist brillant. Und es ist schon verrückt. Ende der 60er Jahre habe ich „Wonderful World“ mit meinem Produzenten Bob Field aufgenommen. Bis dahin hatte ich das Lied nur von Satchmo (Louis Armstrong) gehört, den ich leider nie persönlich getroffen habe. Und jetzt ist es wieder da.

Einige Sänger begleiten sie seit vielen Jahren. Es ist Ihnen aber auch wichtig, junge Talente zu fördern.

Wenn ich heute junge Sängerinnen und Sänger mit auf Tour nehme, ihnen die Möglichkeit gebe, auf einer Bühne vor Tausenden Besuchern zu singen, nicht irgendwo im Hintergrund, sondern im Mittelpunkt der großen Bühnen, kann das für viele die Chance auf ein neues Leben sein. Wir haben eine junge Sängerin, Joleasa. Sie saugt alles Neue förmlich auf, nutzt jede Gelegenheit zu lernen. Sie ist so aufgeregt zu lernen. In ihr steckt so viel Musik. Da macht es auch Spaß, sie zu fördern.

Woher nehmen Sie die Kraft nach all den Jahren weiterzumachen, die Kraft für Ihre Stimme?

Das ist ein Geschenk Gottes. Und er hat entschieden, dass ich es so lange machen kann und noch hoffentlich lange weitermachen darf.

Die Tour steht unter dem Motto „Wonderful World“: Sind Sie der Meinung, dass es trotz Krieg, Hunger, Umweltverschmutzung noch eine wundervolle Welt gibt?

Sie müssen weiter daran glauben, dass wundervolle Dinge in der Welt passieren. Nur so können Sie auch etwas in der Welt verändern. Wenn Sie die Hoffnung aufgeben, für was lohnt es sich dann zu leben? Und wenn ich helfen kann, etwa indem ich einen jungen Menschen mit auf Tour nehmen kann, dann bin ich sehr glücklich darüber. Und ich durfte erfahren, dass es sich lohnt.

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  • (am 25.04.2013 um 14:15)
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