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Live-Musik erreicht junge Hörer

22.01.2013 | 12:06 Uhr
Live-Musik erreicht junge Hörer
GMD Jac van Steen im Gespräch mit Musikwissenschaftlerin Mechthild von Schoenebeck .Foto: Ralf Rottmann

Einen ausgesprochenen Fan des Musikprogramm von Theater und Konzerthaus hat Generalmusikdirektor Jac van Steen in Prof. Mechthild von Schoenebeck gefunden, wie sich beim Musik-Café der Philharmoniker und dieser Zeitung am Montagabend herausstellte.

„Ich denke auf das Angebot hier können wir stolz sein!“ Einen ausgesprochenen Fan des Musikprogramms von Theater und Konzerthaus hat Generalmusikdirektor Jac van Steen in Prof. Mechthild von Schoenebeck gefunden, wie sich beim Musik-Café der Philharmoniker und dieser Zeitung am Montagabend herausstellte. Bei dem Gespräch der beiden Experten ging es um die Vermittlung klassischer Musik an junge Hörer.

Besonders begeistert zeigte sich die Musikwissenschaftlerin der Technischen Universität in dieser Spielzeit von „Die Krönung der Poppea“. Von Schoenebeck schwärmte: „Das ist richtig freches Regietheater mit gegenwärtigem Tanz, das auch junges Publikum anspricht. Es war ein Wagnis, aber es ist gelungen!“ Als überzeugte Besucherin des Dortmunder Musiktheaters kann sie ihre Studenten ebenfalls für das Programm begeistern.

Originalwerk am Originalort

„Die unmittelbare Erfahrung von Live-Konzerten ist wichtig für die musikalische Bildung bei Kindern und Jugendlichen“, vermittelt die Dozentin ihren Lehramtsstudenten. „Das Originalwerk am Originalort – das ist es!“, verweist Mechthild von Schoenebeck Kinderbespaßung mit CD-Musik auf die hinteren Ränge bei der musikalischen Erziehung. „Kinder fühlen sich ernst genommen, wenn sie ganz normal mit ins Konzerthaus genommen werden.“ Das Gemeinschaftserlebnis, die Bühnenatmosphäre seien es, die jüngere wie ältere Besucher faszinierten und auch für anspruchsvollere Musik empfänglich werden ließen.

Die Musikpädagogin geht noch weiter: „Es ist gewiss nicht ausschlaggebend – und jetzt sage ich etwas Böses – wenn man ein paar mal bei ,Jeki’ war und auf einem Orff-Instrument herumgeschlagen hat“, findet von Schoenebeck. „Um die Leitung der Musiker und Künstler besser würdigen zu können, sollten gerade jüngere Kinder eigene Erfahrungen sammeln, wie es ist, auf der Bühne zu stehen.“

Dennoch will Mechthild von Schoenebeck ihre Kritik nicht als Schul-Schelte missverstanden wissen. „Es gibt Schulen, die bringen es fertig, ganze Jahrgänge zu begeisterten Konzertgängern zu machen. Das hängt ganz stark von einzelnen Personen ab.“ Die Bildungspolitik torpediere den Musikunterricht in vielen Bereichen.

Insgesamt bestärkt von Schoenebeck den Generalmusikdirektor in seinem Mut bei der Programmierung: „Es gibt immer gewisse Ängste beim Publikum bei Stücken, die nicht so bekannt sind. Aber das sind oft großartige Aufführungen, und die, die reingehen, die hat man erreicht.“

Von Maike Rellecke

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