Langsam, aber immer aufregend
28.02.2010 | 17:34 Uhr 2010-02-28T17:34:00+0100
Dortmund. Zu Beginn ihrer Karriere sang Solveig Slettahjell bekannte amerikanische Jazz-Standards - radikal reduziert und in schleppendem Tempo.
Noch immer ist ihr Slow Motion Orchestra langsam, aber die Norwegerin mit dem Zungenbrechernamen hat inzwischen längst eigenes Songmaterial im Programm. Ihr neues, bestechendes Album „Tarpan Seasons” ist voll davon und in seiner Live-Umsetzung im „domicil” ein echter Leckerbissen.
Weil Solveig Slettahjell so gar nicht in Genres denkt. Und weil der neu zur Band gestoßene Gitarrist super hinein passt in das Konzept von wenigen, verstreuten Tönen, die zusammen eine Magie entfalten. Auch wenn Even Helte Hermansen sich manchmal nicht an Intimität und Langsamkeit stört, sondern so manchen Moment mit verzerrten, lauten und hake-ligen E-Gitarren-Stößen aufreißt.
Ein Hauch Elektronik, Hallschleier und Echos um-hüllen die großartigen Songs der Sängerin. Und Solveig Slettahjell, die so präsente Stimme ihrer eigenen Band, umarmt musikalisch an diesem Abend die halbe Welt.
Denn ihre Musik ist viel mehr als Jazz. Soul, Country, Folklore und sogar Gospel mischen sich in die Stücke der Pastorentochter. Und nicht nur, weil sie später bei der ersten Zugabe auch mal einen fremden Song auspackt, einen aus der Feder von Tom Waits, stehen ihr Singer/Songwriter wie der kauzige Amerikaner hörbar nahe.
So zauberten die Norweger, bei denen Sjur Miljeteig mit seinen gehauchten Melodien auf der Trompete für viel Atmosphäre sorgte, im „domi-cil” aus kargen Arrangements und vielfältigen Zutaten eine Musik, die nicht immer nur langsam, sondern auch mal hochdynamisch, vor allem aber immer aufregend klang.
13:06
Hallo Redakteure! Die Überschrift ist falsch. Das (wirklich tolle) Konzert war im domicil, nicht im Konzerthaus!! Peinlich sowas.