„Langer, harter Weg“ führt Sharon Jones & The Dap Kings am 13. August ins FZW Dortmund
09.08.2011 | 15:15 Uhr 2011-08-09T15:15:00+0200
Dortmund.Sharon Jones & The Dap Kings haben eine lange Reise hinter sich nach dem Aufbruch vor zehn Jahren. Die US-Amerikanerin unterstützte Amy Winehouse bei den Aufnahmen für ihr Album „Back to Black“. Zuletzt stand sie mit Prince und Stevie Wonder auf der Bühne. Vor ihrem Auftritt am Samstag, 13. August, im FZW sprach Andreas Winkelsträter mit der Sängerin.
Können Sie sich ein Leben ohne Musik vorstellen?
Ein Leben ohne Musik - das kann ich mir nicht vorstellen. Ich liebe die Musik. Und das schon seit vielen, vielen Jahren, seit ich in der Kirche mit dem Singen angefangen habe. Und das war Anfang der 60er Jahre, eher schon Ende der 50er Jahre (sie lacht).
Wann haben Sie sich entschlossen, mit der Musik ihren Lebensunterhalt zu verdienen?
Das habe ich schon mein ganzes Leben versucht. Aber ich habe lange nicht die Chance bekommen, meine Platte rauszubringen. Und so habe ich in kleinen Studios gesungen, habe in Nachbarschaftsbands gespielt. Das in den 80er Jahren, um meinen Traum von der Musik wach zu halten.
Trotzdem haben Sie Kontakt gehabt zu großen Musikern. Amy Winehouse, Prince oder auch Stevie Wonder.
Das war gut für mich. Die Leute haben mein Talent gesehen und so habe ich dann bei Produktionen von Mark Ronson und bei Amy Winehouse mitgearbeitet. Und wenn ich zurückblicke, dann kann ich nur sagen: Arme Amy Winehouse. Das ist schon tragisch. Wir haben sie und Mark bei den Arbeiten zum Album inspiriert. Die Leute haben sich immer wieder an Sharon Jones und die Dap Kings erinnert. Da war Booker T. oder auch Michael Bublé. Auch mit Stevie, das war Sonntag vor vierzehn Tagen, mit Prince oder Janelle Monae. Das hat richtig Spaß gemacht. Dabei dachte ich, dass Prince für mich der Hit war in diesem Jahr. Und dann kam noch Stevie. Mal sehen, was es noch gibt.
„Ich war denen zu dick und zu alt“
Aber es hat lange gedauert, bis Sie ihr eigenes Album herausgebracht haben.
Ich hatte nicht das Aussehen, um in den USA ein Album auf den Markt zu bringen. Die haben mir in den 80er Jahren immer gesagt, ich sei zu dick, zu schwarz, zu klein, zu alt. Immerhin war ich damals schon älter als 25 Jahre! Mein erstes Album habe ich herausgebracht, als ich 40 Jahre alt war. Nun bin ich 54 Jahre alt. Meine Musik, meine Stimme hatten damit nichts zu tun.
Und Sie haben immer mit den Dap Kings gespielt.
Ja, vor dem Album hatten wir einige Singles. Aber immer mit den Dap Kings. Es war großartig das erste Album, wie wir uns zusammengerauft haben, das Material zusammengefügt haben. Einfach toll. Das alles in einem kleinen Studio auf einem Label, das wir selbst auf die Beine gestellt haben.
Anfangs haben Sie gezweifelt, ob die Jungs wissen, was Soul und Funk ist.
Ja, ja (sie lacht). Als ich die kleinen Jungs damals gesehen habe, kamen mir Zweifel. Schlagzeuger Homer war gerade einmal 16 Jahren alt. Das waren meine kleinen Babys.
Aber es klappt bestens...
Aber es war ein langer Weg. Vor Jahren musste ich andere Jobs annehmen, um mich über Wasser zu halten. Den Traum von der Musik habe ich nie aufgegeben, obwohl man mich viele Jahre lang nicht wollte. Das hat mich stark gemacht. Und irgendwann kam die Chance, allerdings mit unserem Plattenlabel. Denn wir wollen die Musik machen, die wir heute machen, wollten uns nicht verbiegen.
Heißt deshalb ihr letztes Album auch „I Learned The Hard Way?“
Sicher. Alles, was ich zusammen mit den Dap Kings machen musste, mussten wir uns hart erarbeiten. Und auf der anderen Seite habe ich mich immer gesehen, mich und meinen Kampf um die Musik. Da gab’s dann keine Beziehungen in meinem Leben. Und deshalb „I Learned The Hard Way“. So entstand der Albumname aus zwei Gründen.
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