Klangvolle Begegnungen
10.02.2012 | 15:48 Uhr 2012-02-10T15:48:00+0100
Dortmund: Es begegnen sich Weltmusik und Jazz, Oper und Tango, Gospel und Barockmusik: Das 4. Klangvokal-festival findet vom 16. Mai bis zum 3. Juni mit 26 Konzerten unter dem Titel „Begegnungen“ statt.
Sie haben alles beisammen: Die Finanzierung des Festivals „Klangvokal “ ist – auch für die nächsten Jahre – gesichert. Das Programm unter dem Titel „Begegnungen“ ist von ausgesuchter Klangbreite und Qualität. Die engagierten Künstler sind Meister ihres Fachs. Die Spielorte gebucht. Jetzt muss nur noch eines beschworen werden: Das Wetter. Und auch da will das Festivalteam möglichst wenig dem Zufall überlassen – und säte gestern Sonnenblumen.
Sie kratzen fast an der Million. 900.000 Euro kosten die musikalischen zwei Wochen vom 16. Mai bis zum 3. Juni. Fast ein Drittel davon wird in Eigenleistung erwirtschaftet, sagte Festivaldirektor Torsten Mosgraber gestern; zusammen mit Sponsoren, Freunden des Festivals und Eintrittsgeldern. Die Stadt fördert mit Sachmitteln in Höhe von 330.000 Euro. Aber wer, winkte Uwe Samulewicz (Sparkasse) sinngemäß ab, wolle dieses großartige Stück Kultur schon in Euro messen? Kulturdezernent Jörg Stüdemann nickte. „Der Erfolg gibt Klangvokal Recht“.
„Mehr als tausend Worte sagen können“
Es begegnen sich Weltmusik und Jazz, Oper und Tango, Gospel und Barockmusik. 26 Konzerte, davon 16 Eigenveranstaltungen, Gesangsstars aus über 20 Ländern, darunter drei Grammy- und sieben Echo-Preisträger, elf Spielstätten: nackte Zahlen. Dabei: Die Musik und die Menschen machen Klangvokal aus – und diese Begegnungen gehen unter die Haut. „Musik kommt aus dem Innersten und geht ins Innerste“, sagte dazu Werner Ehrhardt, unter dessen Dirigat schon im Eröffnungskonzert die Klangwelten des Nahen Ostens auf die Schönheit der Chöre aus Händels Oratorium „Israel in Egypt“ treffen. Und orientalische Mentalität auf deutsche Disziplin. Wie sie war, die Zusammenarbeit zwischen Yair Dalal, seinem Ensemble und dem Tölzer Knabenchor? Ehrhardt lächelt. Der Knabenchor – „ist schon sehr deutsch“, sagte er. Betont Qualität, Gründlichkeit. Der Kontrast: wie Schwarz und Weiß. Die sich zu Bunt mischen, „wenn man sich erst einmal zuhört, sich wahrnimmt mit seinen Eigenarten“. Man lerne, resümiert Ehrhardt, der sich mit Dalal an Originalschauplätzen getroffen hatte, um „eine Idee zu bekommen“, Raum zu geben. Sich selbst und dem anderen. „Man kann dabei soviel erfahren über verschiedene Kulturen, mehr, als es tausend Worte sagen könnten“.
Ein Dialog auf musikalischer Ebene
Nicht nur das Eröffnungskonzert – das gesamte Festival ist ein Dialog auf musikalischer Ebene zwischen Kulturen und Epochen, Religionen und Stilen. So bildet im Dortmunder Konzerthaus der Opernerstling „Le Villi“ von Giacomo Puccini den Auftakt für die reife Melancholie der Tangomesse von Luis Bacalov im zweiten Teil.
Der Abschluss des Festivals und gleichzeitig sein Herzstück wird vielstimmig: Das Dortmunder Fest der Chöre mit rund 4000 aktiven Sängerinnen und Sängern bleibt Mittelpunkt und findet zum zweiten Mal am ruhrgebietsweiten „!Sing – Day of Song “ statt. Zu Gast wird auch der internationale Gospelkirchentag mit etwa 5000 Mitwirkenden sein.
Daneben: Bekannte Gesichter, eindrucksvolle Stimmen, von Jazzsänger Kurt Elling bis hin zur „Königin des Afro-pops“, Angelique Kidjo, von der Kölner Vokalgruppe Wise Guys bis zur Star-Mezzosopranistin Vivica Genaux.
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