Kay Voges bangt um Finanzen des Schauspiels
14.09.2009 | 22:00 Uhr 2009-09-14T22:00:00+0200Kay Voges ist zurück aus der Sommerpause: Der Regisseur, der ab Mitte 2010 Schauspieldirektor wird, will sich offensichtlich von weiteren Ensemblemitgliedern trennen - und sorgt sich um Finanzen.
„Die ersten Briefe gehen heute raus”, erklärte Kay Voges unserer Zeitung: Er lädt die Schauspieler zu Nichtverlängerungs-Gesprächen, die weniger als acht Jahre am Theater Dortmund arbeiten. So sieht es der Normalvertrag Bühne vor; die Frist für die Nichtverlängerung endet im Oktober.
Nicht alle bekommen einen Brief
„Einige Leute bekommen allerdings keinen Brief”, erklärte Voges, ohne Namen nennen zu wollen. Zu dem Kreis der Schauspieler, die betroffen sein könnten, gehören Günther K. Harder, Patrick Jurowski, Jakob Schneider, Andreas Vögler, Andreas Wrosch, Anne Breitfeld und Alexander Gier.
Voges betonte, dass die Gespräche ergebnis-offen seien. „In den nächsten Tagen ist klar, wer von dem alten Ensemble bleibt.” Im Juni sorgte Voges Entscheidung, die Kammerschauspieler Barbara Blümel, Claus Dieter Clausnitzer sowie Monika Bujinski und Michael Kamp nicht zu verlängern, für Empörung.
Sorgen um die Finanzen
Große Sorge bereitet Voges die Haushaltslage der Stadt und die Konsequenzen für das Theater: „Es gibt ja keine Fakten, nur böse Gerüchte”, so der künftige Schauspielchef. „Ich hoffe, dass das Schauspiel nicht kaputtgespart wird.” Er habe sich intensiv mit den Gegebenheiten befasst: „Das System Theater Dortmund ist extremst knapp auf Anschlag kalkuliert.”
Jedes zusätzliche Projekt bedürfe einer kleinteiligen finanziellen Vorbereitungen. Heißt konkret: Pläne wie das Online-Theater oder die verstärkte Arbeit mit Schulen könnten leiden. Auch Kooperationen strebt Voges an, unter anderem mit einem renommierten Regisseur aus Zagreb.
„Die Bedrohung von den Dingen, die ich alle geplant habe, ist da”, so Voges. Der amtierende Schauspieldirektor Michael Gruner habe „sehr gut kalkuliert in den letzten Jahren” - da er noch mehr machen wolle, müsse er jetzt noch genauer rechnen. Voges ist im Gespräch mit Sponsoren und Kulturförderern. Es könne aber keine Lösung sein, das Theater aus Drittmitteln zu bestreiten und die Stadt aus der Verantwortung zu entlassen.
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Da hat der hochgelobte Voges erst Schauspieler gefeuert und wollte Großes tun - nun steht er da mit dem extrem kurzen Haushaltssicherungs-Budget. Und Neueinstellungen - vergessen - neue Konzepte - wie denn - kein Geld da. Na denn viel Spass beim Theater im Theater. Vielleicht reicht es ja noch für ein westfälisches Provinzialbühnen-Niveau.