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Besetzung Kronenbrauerei

Kampf für kreativen Wildwuchs in der Stadt

13.08.2010 | 19:06 Uhr
Kampf für kreativen Wildwuchs in der Stadt
Ein Zentrum für unabhängige Kultur wollten die Aktivisten errichten. Foto: Knut Vahlensieck
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Dortmunds freie Kulturszene hielt die Kronen-Brache besetzt - bis die Polizei mit einer Hundertschaft anrückte.

Dortmund. „Es muss einen Raum geben, wo kreativer Wildwuchs erlaubt ist.“ Johannes Lührs ist einer von den Künstlern, die gestern in der Kronenbrauerei das Unabhängige Zentrum Dortmund errichten wollten. Der Vorwurf der Aktivisten: Es gebe zu wenig Orte für die alternative Kultur- und Politszene und zu viel ungenutzten Leerstand.

„Recht auf Stadt“, „Zeche prellen!“ und „Raum für Kultur“ - Plakate, die die Besetzer in den Fenstern der Kronenbrauerei platzierten. Bevor die Polizei aktiv wurde, hatten sie fein säuberlich die Böden und eine Ausstellung vorbereitet. „Wir sind uns bewusst, dass der gültige Rechtsweg Raumaneignungen dieser Art ausschließt. Innerhalb der gegebenen Spielregeln lässt sich aber schlicht nicht spielen - und auch nicht leben“ erklärten die Aktivisten. Die Dinge selbst in die Hand nehmen und sich nicht auf lange bürokratische Wege einlassen - das ist der Geist, der viele umtrieb.

Besetzte Kronen-Brache

„Ich habe keine Lust darauf, dass die Kunst so verwirtschaftlicht wird“, erklärte zum Beispiel Melanie Schmitt-Nagler: Sie selbst hatte mit rund 40 Jugendlichen im Theater Lebendich in der Nordstadt gearbeitet, musste die Räume aber wegen zu hoher Miete aufgeben. Und auch Johannes Lührs, Performance-Künstler bei den Flammenspuckern von Evil Flames, begrüßte die Idee, einen Raum zu schaffen, in dem man ausstellen kann, „ohne Kriterien erfüllen zu müssen“. Zwar gebe es Einrichtungen wie das Depot oder das Künstlerhaus - dort aber einen Platz zu finden, sei zu schwer. Ein junger Mann schließlich, der nur Daniel genannt werden möchte, beklagte, dass in Dortmund zu viel Kunst für Eliten gemacht würde - während für Aktive ohne Geld kein Platz sei. Die Kulturaktivisten sehen sich als Teil einer bundesweiten Bewegung, die sich in Aktionen in Hamburg, Berlin, Essen und Düsseldorf gezeigt hat.

Kulturdezernent Jörg Stüdemann wurde gestern von der Initiative überrascht: Die Aktivisten hatten kein Gespräch mit ihm gesucht. Zwar gebe es schon viele Häuser für die freie Kulturszene und 1/3 der Kulturgelder fließe in diesen Bereich - Stüdemann zeigte sich aber offen für den Bedarf der Subkultur: „Es gibt genügend Leerstandsimmobilien“, so Stüdemann, der zum Beispiel auf das Kreativquartier hinwies, das an der Rheinischen Straße entstehen soll.

Nadine Albach

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