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Juli auf dem Weg zu neuen Ufern

16.11.2010 | 18:11 Uhr
Juli auf dem Weg zu neuen Ufern
Die Popgruppe Juli im Jahr 2010

Dortmund.Lange war es still um die Band Juli. Dann, vor ein paar Wochen, erschien die neue CD der Hessen: „In Love“. Am Donnerstag startet die neue Tour in Olsberg, am 24. November ist die Band zu Gast im FZW. Redakteur Andreas Winkelsträter sprach mit Gitarrist Simon Triebel.

Seid ihr vier Patenonkel für die kleine „Joko“, das Kind von Sängerin Eva Briegel?

Simon Triebel: Ja natürlich. Wir haben die Kleine gleich in unser Herz geschlossen. Sie ist schon oft dabei. Das ist cool.

 

Und die Pause?

Wir waren ja vier Jahre komplett auf Tour, haben so viel erlebt, dass wir wirklich vollkommen reizüberflutet waren. Und wir brauchten einfach ein Break. Wenn wir mit einer neuen Platte weitergemacht hätten, wäre die nicht besonders geworden. Wir wollten musikalisch und persönlich zu neuen Ufern aufbrechen.

 

Gab’s Zweifel, dass es überhaupt weitergehen wird?

Es war teilweise unfassbar, was wir erlebt haben, auch im positiven Sinne. Da gab’s schon Momente, in denen wir überlegt habe, wie’s weitergehen soll. Oder ob es überhaupt weitergehen soll? Nicht, weil wir uns nicht mehr mögen. Aber man muss sich immer hinterfragen. Ist man noch in der Lage, etwas zu schaffen, was einen selbst noch berührt?

 

Info
Am 24. 11. im FZW

Tourauftakt ist am Donnerstag, 18. November, 20 Uhr, in der Konzerthalle Olsberg. Einen Tag später spielt die Band im Kölner E-Werk.

Am 24. November, 20 Uhr, gastiert Juli dann im FZW in Dortmund. Einlass um 19 Uhr.

Die Tickets kosten im VVK 29 Euro zuzüglich Gebühren.

Juli das sind Eva Briegel (Sängerin), Jonas Pfetzing (git.), Simon Triebel (git.), Andreas Herde (bass) und Marcel Römer (drums).

Infos unter http://www.juli.tv/

Musikalisch wolltet ihr euch neu aufstellen: Was wolltet ihr bewusst anders machen?

Wir haben den kompletten Produktionsablauf für uns geändert. Früher haben wir im Probenraum die Songs, die wir auf Akustikgitarren geschrieben haben, zusammen umgesetzt. Diesmal haben wir angefangen, sehr viel am Rechner zu machen. Jeder von uns hat ein eigenes Studio zu Hause. Wir haben viel früher angefangen, uns in die Produktion einzuklinken. Dadurch sind an manchen Stellen Sounds entstanden, die einen ganzen Song tragen. Manchmal waren das nur kleine samplehafte Momente, denen wir im Song selbst viel Raum gegeben haben. Wir haben versucht, die Mechanismen auszuloten, mit denen Juli funktioniert. Früher haben wir ein Gerüst geschrieben, haben gesagt, ok., da nehmen wir noch eine Gitarre drauf. Und das wollten wir bewusst nicht machen.

 

Klingt es dadurch ein bisschen elektronischer?

Ja. Was ich auch wirklich gut finde. Ich habe die Platte schon millionenfach im Mix gehört. Doch mir fallen immer wieder neue Dinge auf. Es ist sehr, sehr vielschichtig. Das war bei uns noch nicht so. Das sind für uns die neuen Ufer.

 

Nimmt der Erfolg die Unsicherheit vor der Tour?

Ja klar, denn keiner spielt gerne vor leeren Hallen. Man macht sich den Druck allerdings auch gar nicht so bewusst. Vielleicht sind wir auch nur ‘ne komische Band, die so was ausblenden kann.

 

18. November ist der Auftakt in Olsberg. Warum dort?

Das hat sich so eingespielt. 2007 hatten wir da unseren Tourauftakt. Die Leute waren da so nett, dass wir gesagt haben, dann starten wir da auch 2010. Das hat sich gut angefühlt zum Auftakt.

 

Ihr spielt in Dortmund. Habt ihr da besondere Erinnerungen dran?

Ja. Wir haben unsere Platten in Bochum aufgenommen, haben da rund eineinhalb Jahre unseres Lebens verbracht. Und deshalb waren wir oft in Dortmund. Beim ersten Album haben wir die lustigste Nacht unseres Bandlebens in Dortmund verbracht. Wir vier Jungen sind nach Dortmund gefahren, zu einem Konzert ins FZW. Nachts sind wir durch Dortmund gefahren. Am Ende sind wir in einer türkischen Kneipe mit Livemusik gelandet. Mit dem Besitzer haben wir uns verbrüdert und haben mit den Leuten da Musik gemacht. Das war wirklich legendär.

Andreas Winkelsträter

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