Jährliche Kosten für U-Turm steigen auf 4,37 Millionen Euro
03.02.2010 | 21:00 Uhr 2010-02-03T21:00:00+0100
Die Kosten für den laufenden Betrieb des Kreativzentrums U-Turm sind voraussichtlich um bis zu 600 000 Euro höher als ursprünglich kalkuliert.
Statt bei 3,76 Millionen Euro wie im Rat im September 2006 beschlossen, liegen die jährlichen Aufwendungen in den Jahren 2011 und 2012 jeweils bei vier Millionen und 2013 bei 4,37 Millionen Euro. Das geht aus einer nicht-öffentlichen Vorlage an den Rat hervor, die unserer Zeitung vorliegt. Die Aufwendungen müssen mehrheitlich von den Kulturbetrieben getragen werden.
Zu Mehrkosten und acht bis zehn Wochen Zeitverzug bei der Sanierung des U-Turms nahm gestern zudem die mit der Planung beauftragte Firma Assmann im Immobilienausschuss Stellung. Der Tenor: Entgegen vorheriger Gutachten traten bei den Arbeiten unvorhersehbare, schwere Schäden auf.
Statt kalkulierter sechs nun zehn Millionen Euro für die Dach- und Fachsanierung - diese Zahlen präsentierte Kämmerer Jörg Stüdemann vor den Ausführungen von Assmann. „Und wir hoffen und beten, dass die Kosten nicht weiter galoppieren.”
Dass sie bislang gestiegen sind, erklärte „assmann”-Vertreter Professor Bodo Weidlich insbesondere mit der Tatsache, dass Bestandspläne und tatsächlicher Zustand des Turms deutlich abwichen. „Wir sind auf Schäden gestoßen, von denen selbst Fachleute nicht ahnen konnten, dass sie so gravierend sein würden.” In einer nicht-öffentlichen Stellungnahme, die unserer Zeitung vorliegt, heißt es, dass etwa beim Dach der Kathedrale und Geschossdecken durch die Strahlarbeiten zur Reinigung solche Schäden aufgedeckt wurden, dass nur durch zusätzliche Maßnahmen die Verkehrssicherheit gewährleistet werden konnte. Die erhebliche Kostensteigerung bei der Sanierung der Betonkollonaden sei zustande gekommen, da angesichts eines fehlenden Gerüsts keine ausreichende Vorabeinschätzung möglich gewesen sei.
Zum Zeitplan erklärte Jens Haake von Assmann, dass die Etagen 1, 2 ,3 „sehr sicher” für die Local Hero-Woche Anfang Mai fertig würden. 4, 5 ,6 sollen Ende Juni baulich übergeben werden. Die Bauarbeiter zeigten bei Eiskälte hohes Engagement. Die Befürchtung der Grünen, dass im Mai überregionale Presse vor verschlossenen Türen stünde, wies Stüdemann als unbegründet zurück. „Wir leben hier, wir machen das für uns.”
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