"Ich war immer ein Ausprobierer"
05.03.2010 | 17:32 Uhr 2010-03-05T17:32:00+0100In Sachen Weltmusik führt im Ruhrgebiet kaum ein Weg an ihm vorbei. Andreas Heuser mischt überall mit. Der umtriebige Dortmunder Gitarrist, Geiger und Komponist hat es dabei geschafft, eine echte Szene aufzubauen und einen großen Pool an Musikern um sich zu versammeln.
Alleine 19 Musiker aus den verschiedensten Ländern ge-hören zum „Transorient Orchestra”, dem „Fixstern” in der Mitte seines Schaffens, wie Heuser das multikulturelle Orchester gerne beschreibt. Bandleader wie die ebenfalls in Dortmund lebende persische Saxofonistin Gilda Razani, der tunesische Oudspieler und Sänger Sahbi Amara oder der türkische Perkussionist und Sänger Kazim Çalisgan – sie alle zählen zum Stamm des seit sieben Jahren existierenden Orchesters, das mit westlichen Grooves und arabischen Melodien jongliert, Balkan-klänge und jazzige Improvisationen zusammenbringt, traditionelle Sufimusik mit eigenen Kompositionen mischt.
Am 19. März steht dieses so spannende Orchester unter dem Titel „Transorient Or-chestra & Trabanten” im Mit-telpunkt eines dreistündigen Konzertabends im Jazzclub „domicil”, der vom Hörfunk mitgeschnitten und am 15. April ab 20.05 Uhr auf WDR 3 gesendet wird. Dann wird man nicht nur das „Transorient Orchestra” erleben können, sondern auch einige der vielen Satellitenbands, die sich drum herum gebildet haben.
Am meisten spielt derzeit jedoch die Großformation selbst. „Aber es könnte natürlich noch mehr sein, wenn sich jemand richtig dahinter klemmen würde”, glaubt Andreas Heuser, dem ein professioneller Booker für das Orchester noch fehlt.
Immerhin ist man bei der RUHR.2010 dabei, mit einem Twins-Projekt, bei dem man auf das Selim Sesler Trio aus Istanbul trifft. Eine Woche wird im August gemeinsam gearbeitet und werden vier Kon-zerte und Workshops in vier Städten gegeben.
An welchem Projekt sein Herz am meisten hängt? „Ach, vieles ist mir wichtig. Mein Gitarrensolo-Projekt etwa. Auch das 'Violet Quartet' oder 'Nefes In Motion'. Es fällt mir schwer, zwischen diesen Projekten zu gewichten. Das 'Transorient Orchestra' frisst auf jeden Fall die meiste Zeit.”
Als Teenager hatte sich Andreas Heuser einfach eine Gitarre gekauft und losgespielt. Unterricht und schließlich Gitarrenstudium Klassik und Jazz kamen erst später. „Ich war immer ein Ausprobierer. Als ich dann Jean-Luc Ponty und vor allem Don Sugarcane Harris auf der Geige gehört habe, habe ich es auch auf diesem Instrument versucht.” Bis heute ist er bei Gitarre und Geige geblieben – und lebt davon. Sein Musikschuljob als Gitarrenlehrer ruht derzeit. Es gibt ja auch so genug zu tun. Ein eigenes Label hat Andreas Heuser mit dem Makro Musikverlag inzwischen gegründet.
Termin: 19. März, domicil; www.andreasheuser.com
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