Hochkarätiges Programm
06.06.2010 | 16:25 Uhr 2010-06-06T16:25:00+0200„Electric Groove“ blieb ein Geheimtipp. Nur wer bei „Jazz für Dortmund“ im Stadion besonders viel Ausdauer bewies, erlebte zu nächtlicher Stunde noch die Combo um Jochen Schrumpf, die mit ehrlichem Fusion-Sound irgendwo zwischen Funk, Jazz und Jimi Hendrix einheizte.
Schrumps akrobatisches Solo-Tapping an der E-Gitarre zum satten E-Bass Jens Handrekas und den einhämmernden Grooves vom Schlagzeuger Dirk Brand stieß nach dreistündigem Programm leider nur noch auf wenige Ohren. Vielleicht hat sich Initiator Uwe Plath mit der Absicht, die Dortmunder Jazz-Szene in ihrer Vielfalt an einem Abend zu präsentieren, ein bisschen zu viel vorgenommen – für viele Zuschauer wäre wohl weniger mehr gewesen.
Das Programm war allerdings hochkarätig: Plaths „East West European Jazz Orchester“ mit Musikern aus dem Ruhrgebiet und aus den Dortmunder Partnerstädten Rostov und Novi Sad konzertierte in zwei Blöcken zusammen mit professionellen Gastsolisten. Jazzsängerin Dian Pratiwi aus Bali, für Plath die „Stimme von Ruhr 2010“, interpretierte zusammen mit der Bigband Standards wie „Cry Me a River“ oder „Almost Like Being in Love“ und eroberte mit Charme und Soul-Stimme – man denkt an Größen wie Aretha Franklin – die Herzen der Zuschauer. Ein Programm, ds auch das sehr gemischte Publikum ansprechen konnte.
23:50
Die vielen Zuschauer, für die weniger mehr ist, hatten zeitgleich 40 Meter nebenan mit Incognito einen fantastischen, sommergeilen Gig im Strobels.