Herzog soll Opernleitung von Mielitz übernehmen
09.03.2010 | 09:45 Uhr 2010-03-09T09:45:00+0100
Dortmund. Jetzt ist es 'raus: Jens-Daniel Herzog soll neuer Opernintendant in Dortmund werden. Aus gut informierten Kreisen erfuhr unsere Zeitung, dass die Verhandlungen mit Kulturdezernent Jörg Stüdemann positiv abgeschlossen wurden.
Jens-Daniel Herzog ist damit der Nachfolger von Christine Mielitz, die das Theater Dortmund am Ende des Jahres verlässt.
Wenn also heute die kreativen Köpfe des Theaters den Mitgliedern des Kulturausschusses die Spielplanabsichten für die Saison 2010/11 vorstellen, stehen auch schon die künstlerischen Projekte für das erste halbe Jahr unter der neuen Opernintendanz auf dem Programm. Christine Mielitz hatte von vornherein zugesichert, ihren mitten in der Saison stattfindenden Wechsel durch eine durchgehende Planung abzufedern.
Es soll also kein Sprung ins kalte Wasser werden für Jens-Daniel Herzog (45), der ohnehin schon über Leitungserfahrung verfügt: Er begann seine Karriere nach dem Philosophiestudium als Spielleiter an den Münchner Kammerspielen und wirkte von 2000 bis 2006 als Schauspieldirektor in Mannheim. Letztere Verpflichtung hätte er gern für eine Position als Schauspiel-Intendant in Frankfurt ab Mitte 2001 abgegeben - wie der „Spiegel” berichtete, lehnte der damalige Mannheimer Generalintendant Ulrich Schwab allerdings eine Auflösung des Vertrags ab.
Freischaffender Regisseur
Jens-Daniel Herzog, der seit Jahren als freischaffender Regisseur arbeitet, wird ein progressives Kulturverständnis nachgesagt: Seine jüngste, als turbulent bezeichnete Inszenierung von Händels „Julius Cäsar in Ägypten” an der Semperoper Dresden verlegte er in die 1930/40er-Jahre und ließ die Armee des römischen Imperators in Rommels Uniformen tanzen. Auch vor kontrovers diskutierten Werken wie „The death of Klinghoffer” von John Adams über Entführungsopfer und ihre Geiselnehmer schreckt er nicht zurück.
Herzog arbeitete bereits an renommierten Häusern wie dem Schauspiel- und Opernhaus Zürich, dem Hamburger Thalia Theater, dem Wiener Burgtheater sowie dem Schauspiel und der Oper Frankfurt. Zwei seiner Inszenierungen wurden zum Berliner Theatertreffen bzw. zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen.
Mielitz geht Ende 2010
Er folgt auf Christine Mielitz, die Ende letzten Jahres erklärt hatte, dass sie bereits Ende 2010 geht, obwohl ihr Vertrag eine Laufzeit bis 2012 hatte. Sie sehe die Kulturhauptstadt als guten „Markstein” und wolle sich wieder verstärkt der Regiearbeit widmen.
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