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Fotoprojekt

Heimat ist ein Gefühl ohne Geographie

02.09.2010 | 18:22 Uhr
Heimat ist ein Gefühl ohne Geographie
Tania Reinicke und Ekkehart Bussenius zeigen ihre Arbeiten im Depot. Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.Was bedeutet Heimat - und spielt dabei eine Rolle, wo man lebt? Die beiden Fotografen Tania Reinicke und Ekkehart Bussenius haben die „Heimatgeschichten“ von Jugendlichen aus Dortmund und Novi Sad in Bildern erzählen lassen. Die Ergebnisse des „Twins 2010“-Projekts sind am Samstag, 4. September, 20 Uhr in einer audiovisuellen Präsentation mit Musik von Martin Juhls im Depot zu erleben.

„Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl“: Das ist der rote Faden, der sich durch die Heimatgeschichten der 30 Jugendlichen zwischen 16 und 26 zieht - unabhängig, ob sie aus Dortmund oder der Partnerstadt Novi Sad stammen. „Es war für alle ein Gefühl, das mit Familie, Freunden, Verständnis, Liebe zu tun hatte“, so Tania Reinicke.

In drei Teile haben die Fotografen ihre emotionale Forschung betrieben: Die Jugendlichen bekamen analoge Einwegkameras, um ihre Heimat festzuhalten - das allein schon durch die alte Technik eine Herausforderung und die Möglichkeit für einen neuen Blick auf das eigene Leben. Ein Mädchen fotografierte sich mit einer Micky-Mouse-Maske, ein Junge inszenierte sich mit einer Gitarre, ein anderer nahm seine Freundin bei der Hand.

Die persönlichen Bilder haben Tania Reinicke und Ekkehart Bussenius ergänzt durch urbane Landschaftsaufnahmen, die sie in Novi Sad und Dortmund bei „gezielt ziellosen“ nächtlichen Streifzügen fertigten: Spuren von Menschen, die ihre Existenz markieren, die eine Stadt zu der ihren gemacht haben.

Schließlich schufen die beiden schwarz-weiß Portraits der Jugendlichen in der Natur - der Pforte zum Paradies: „Sie haben fast getanzt vor der Kamera und sich lösen können“, erklärt Tania Reinicke, dass sie das Wesen der Jugendlichen zeigen wollten.

Das augenscheinliche an den Fotografien ist, dass die Unterschiede zwischen den Orten verschwimmen, dass Dortmund zu Novi Sad wird und umgekehrt. Heimat, so zeigen die Bilder, ist ein universelles Gefühl ohne Geographie. Allerdings, so Bussenius, sei für die Jugendlichen, die in einer Krisensituation steckten, das „Thema Heimat und Zugehörigkeit sehr viel bewusster gewesen.“

Zusätzlich Ausstellung ab 18.9. im Fletch Bizzel.

Nadine Albach

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